Zeitstrahl

Zeitstrahl

1928
Juli 4

Mitgliederversammlung des Reichsbanners

Auf der Mitgliederversammlung des Reichsbanners im Eisenbahnerhotel spricht Franz von Puttkammer zu „Die neue Reichsregierung“. In Vorwärts.
Juni 28

Mieterverein beschließt Klageunterstützungsfonds

Auf seiner General-Versammlung beschließt der Mieterverein, einen Fonds einzurichten, um kranke und in Not geratene Mitglieder des Vereins in Klagesachen vor Gericht zu unterstützen.  In: Potsdamer Tageszeitung.
Juni 19

Streik für einen besseren Manteltarifvertrag

Die Elektromonteure und Helfer von Nowawes, Potsdam und Umgebung streiken für einen Manteltarifvertrag mit besseren Urlaubsansprüchen. In: Vorwärts
Mai 20

Sieg von SPD und KPD bei den Reichstagswahlen

Bei den Wahlen zum Reichstag erhielt in Nowawes die SPD 7.200 Stimmer ( im Vergleich zur Wahl 1924 +1.822), die KPD 2.555 Stimmen (+ 902), die DNVP 1.888 Stimmen (- 729), die Wirtschaftspartei 1.772 Stimmen (+ 721), die DDP 907 Stimmen (+ 58), die DVP 735 Stimmen (- 20) und das Zentrum 256 Stimmen (- 34). In: Vorwärts.
Mai 20

SPD und KPD mit Stimmengewinnen

SPD und KPD bei Reichstagswahlen mit Stimmengewinnen (SPD: 7002, KPD: 2255, DNVP: 1188); Heft: Zur Geschichte der Stadt Potsdam 1918 – 1933, Bezirksheimatmuseum 1970, S. 52
Mai 12

Saalschlacht bei DNVP-Wahlveranstaltung

Bei einer Wahlversammlung der DNVP mit  dem Landtagsabgeordneten Hans Koennecke traten die SPD-Mitglieder Schulz und Schnell scharf gegen diesen auf. Bei anschließenden Provokationen des Stahlhelms kam es zu tätlichen Auseinandersetzungen. In: Vorwärts  
Mai 1

250 Weberinnen und Zwirnerinnen ausgesperrt

Anfang Mai 1928: Auch die 250 Weberinnen und Zwirnerinnen der Firma Pitsch werden aufgrund von Arbeitskämpfen ausgesperrt; Heft: Zur Geschichte der Stadt Potsdam 1918 – 1933, Bezirksheimatmuseum 1970, S. 52
April 4

Reichsbannerveranstaltung

Das Reichsbanner trifft sich im Eisenbahnerhotel. Den Vortrag hält Dr. Georg Muhle (DDP). In: Vorwärts.
März 12

Die Kinderepublik Seekamp

Die sozialdemokratischen Kinderfeunde veranstalten einen Filmvortrag zur Kinderrepublik Seekamp bei Kiel. In: SPD-Protokollbuch.
März 4

Fahnenweihe der Arbeiter-Esperanto-Gruppe Nowawes

In Nowawes tagt die Distriktkonferenz des Arbeiter-Esperanto-Bundes mit Vertretern aus Berlin, Eberswalde, Jüterbog, Schneidemühl, Stettin und Werder im Klemmschen Parkrestaurant. Anschließend wird die Fahnenweihe der Arbeiter-Esperanto-Gruppe Nowawes vollzogen. In: Volksstimme.
Februar 26

SAJ Elternabend

Die Sozialistische Arbeiterjugend veranstaltet in der Jugendherberge einen Elternabend. In: SPD-Protokollbuch.
Februar 20

Belegschaft von Orenstein & Koppel ausgesperrt

Wegen Kämpfe um höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen wird die gesamte Belegschaft von Orenstein & Koppel ausgesperrt; Heft: Zur Geschichte der Stadt Potsdam 1918 – 1933, Bezirksheimatmuseum 1970, S. 52
Februar 10

GEWOBA gegründet

Auf Initiative der örtlichen Gewerkschaften versammeln sich im Lokal Gebauer, Wallstr. 62, 15 Personen der Nowaweser Arbeiterbewegung und gründen die Arbeiterwohnungsgenossenschaft GEWOBA. Der Stadtverordnetenvorsteher Paul Fleichmann wird erster Aufsichtsratsvorsitzender und die Sozialdemokraten Karl Gruhl, Max Horchler und Hemann Haseloff bilden den ersten Vorstand der Genossenschaft. In: Archiv GEWOBA.
Januar 12

Vorstandswahl im Mieterverein

Die General-Versammlung des Mietervereins im Gesellschaftshaus “Turnhalle” wählt Meinert zum ersten Vorsitzenden und Krohn zum 1. Kassierer. In: Potsdamer Tageszeitung.
1927
September 15

Eröffnung des Omnibusbetriebes

Eröffnung des Omnibusbetriebes in Nowawes; In: Potsdamer Daten des 20. Jahrhunderts, K. Baller, S. 40
August 31

Positive Konjunkturperiode

Sommer 1927: Positive Konjunkturperiode, u.a. in der Textilindustrie, bei der UFA, im Fremdenverkehr und auch bei O & K (wieder über 1000 Beschäftigte), Wohnungsbau nimmt zu; Heft: Zur Geschichte der Stadt Potsdam 1918 – 1933, Bezirksheimatmuseum 1970, S. 47
August 10

Ebert-Linde gepflanzt

Anlässlich des Verfassungstages wird vom Reichsbanner Nowawes und Potsdam gemeinsam auf dem Nowawes Friedrich-Ebert-Platz (heute Plantagenplatz) eine Ebert-Linde gepflanzt. In: Vorwärts.
Juli 13

Verurteilung wegen RFB-Landagitation

Die Nowaweser Schweißer Max Hach und der Maschinist Hans Schneegans werden vom Potsdamer Schöffengericht dafür verurteilt, dass sie im Rahmen der Landagitation des RFB Nowawes im Februar 1927 vor der Drewitzer Kirche mit den Worten: „Ihr kriegt das Geld bloß von der Räuberrepublik ihr Faulenzer mit den dicken Bäuchen, und die Arbeiter müssen das bezahlen!” demonstrierten. In: Vorwärts.  
Juli 1

Vereinigung von Nowawes und Neubabelsberg gefordert

Gemeinsamer Antrag der Regierungsfraktion im Preußischen Landtag (SPD, Zentrum, DDP) zur Zusammenlegung der Stadtgemeinde Nowawes mit der Landgemeinde Neubabelsberg. In: Vorwärts.
April 13

Solidarität mit der Sowjetunion

Johannes Schulz aus der Nowaweser Lützowstr. nahm an der KPD-Kundgebung „Heraus! Die Sowjetunion ruft! – für Sowjetunion und China, gegen die Kriegstreiber!“ im Berliner Lustgarten teil. In: Vorwärts.
April 1

Park Babelsberg wird öffentliches Eigentum

Park Babelsberg wird wegen dem Fürstenentscheid öffentliches Eigentum; Heft: Zur Geschichte der Stadt Potsdam 1918 – 1933, Bezirksheimatmuseum 1970, S. 45
März 27

Jugendweihe im Thalia

Die erste, vom ASKK veranstaltete Jugendweihe mit 60 Kindern findet im Thalia-Kino statt: In: ASKK-Protokollbuch.
März 25

Heraus aus der Kirche!

Die Reichsarbeitsgemeinschaft freigeistlicher Verbände führt in Klemms Festsälen in der Wilhelmstr. 117 eine öffentliche Kundgebung unter derm Motto „Heraus aus der Kirche!“ durch. In: Vorwärts.
Februar 28

SPD-Ebert-Feier

Die SPD, die Sozialistische Arbeiterjugend und das Reichsbanner führen in der Aula der Gemeindeschule III in der Schulstr. eine Ebert-Feier durch. In: SPD-Protokollbuch.
Januar 30

Erwerbslosenzahl steigt

Ende Januar 1927: In Nowawes gibt es 1464 Erwerbslose; Heft: Zur Geschichte der Stadt Potsdam 1918 – 1933, Bezirksheimatmuseum 1970, S. 47
Januar 14

Dr. D. Theodor Hoppe wird Ehrenbürger

Dr. D. Theodor Hoppe, langjähriger Direktor des Oberlinhauses, wird erster Ehrenbürger von Nowawes; In: Potsdamer Daten des 20. Jahrhunderts, K. Baller, S. 39
Januar 12

Verhandlungen über die Zusammenlegung von Nowawes und Neubabelsberg

Im Potsdamer Regierungspräsidium finden Verhandlungen über die Zusammenlegung von Nowawes und Neubabelsberg mit dem preußischen Innenminister Albert Grzesinski, dem Regierungspräsidenten, Wilhelm Momm, dem Landrat von Teltow, Adolf von Achenbach, dem Ersten Bürgermeister von Nowawes, Walter Rosenthal und dem Gemeindevorsteher von Neubabelsberg, Guido Engelhardt statt. In: Vorwärts.
1926
Dezember 31

Fürsorgeaufwand steigt in Nowawes

Jahr 1926: Der Fürsorgeaufwand steigt in Nowawes bedeutend an, Betrug dieser im Jahr 1924 noch 164.000 RM waren es nun schon 575.200 RM; Heft: Zur Geschichte der Stadt Potsdam 1918 – 1933, Bezirksheimatmuseum 1970, S. 41
Dezember 31

Größte Filmhalle Europas ist fertig

Dezember 1926: UFA stellt größte Filmhalle Europas nach viereinhalb Monaten fertig (125 Meter lang, 56 Meter breit, 17 Meter hoch); Heft: Zur Geschichte der Stadt Potsdam 1918 – 1933, Bezirksheimatmuseum 1970, S. 47
Dezember 27

Fritz Zubeil verstorben

Der langjährige Reichstagsabgeordnete der SPD/USPD/SPD Fritz Zubeil, der auch Nowawes seit 1893 ununterbrochen im Reichstag vertreten hat, ist in Berlin verstorben.
November 17

AWO-Nähstube und Notspeisung

Auf der SPD-Mitgliederversammlung im Eisenbahnerhotel berichtet die AWO , dass sie zu Weihnachten 150 Arbeitsinvaliden beschenken wird, eine Nähstube für 22 junge Mädchen eingerichtet hat und eine Notspeisung für 120 Personen durchführt. In: SPD-Protokollbuch.
November 15

Mieterprotest gegen zusätzliche Kommunalabgabe

Protestversammlung des Mietervereins zusammen mit dem Ortsausschuss des ADGB Nowawes, dem Reichsbanner und des Sozialdemokratischen Wahlvereins im Gesellschaftshaus “Turnhalle” gegen die Umlegung des am Stadtetat fehlenden betrages von 175 000 Mark auf die Mieter. In: Potsdamer Tageszeitung.
Oktober 17

Reichsbanner-Kundgebung

Das Reichsbanner Potsdam und Nowawes marschieren anlässlich des 3. Jahrestages der Potsdamer Reichsbannergründung gemeinsam auf dem alten Markt auf. Es spricht der östereichische Ex-Kanzler Karl Renner und Philipp Scheidemann. In: Vorwärts.
Oktober 10

4 Jahre Kinderfreunde

Feier zum 4. Gründungstag der Kinderfreunde Nowawes in Klemms Festsälen. In: SPD-Protokollbuch.
September 30

1293 Personen mit Arbeitslosenunterstützung

September 1926: 1293 Personen mit Arbeitslosenunterstützung; Heft: Zur Geschichte der Stadt Potsdam 1918 – 1933, Bezirksheimatmuseum 1970, S. 47
September 26

Jugendweihe in Nowawes

In Nowawes wird eine Jugendweihefeier veranstaltet. In: SPD-Protokollbuch.
September 1

Krise in der Textilindustrie

Sommer 1926: Seidenfabrik von Pignol & Heiland schließt sowie die Textilfabrik Michels; Heft: Zur Geschichte der Stadt Potsdam 1918 – 1933, Bezirksheimatmuseum 1970, S. 47
August 31

NOWA-Auto wird eingestampft

Fabrikant Fritz Nathan beendet Fabrikation des seit 1923 gebauten „NOWA“ in der damaligen Wilhelmstraße 29/30, es ist ein PKW aus Sperrholz, 2000 Stück wurden gebaut; In: Potsdamer Daten des 20. Jahrhunderts, K. Baller, S. 38  
August 18

Gemeinsame Protestveranstaltung mit der Roten Hilfe abgelehnt

Die Mitgliederversammlung der SPD im Eisenbahnerhotel lehnt eine Einladung der “Roten Hilfe” zu einer gemeinsamen Protestveranstaltung ab. In: SPD-Protokollbuch.
August 1

Antikriegsdemonstration in Potsdam mit Nowaweser Kommunisten

Antikriegsdemonstration in Potsdam mit Nowaweser Kommunisten wird zu einer der größten Kundgebungen der KPD in Potsdam während der Weimarer Republik, 7000 Personen nehmen teil, ein leerer Sarg wird mitgeführt („Jedem Krieger sein eigenes Heim!“) und darüber Transparent („Fürstenabfindung? Ja, aber anderthalb Meter unter der Erde!“), Polizei greift ein; Heft: Zur Geschichte der Stadt Potsdam 1918 – 1933, Bezirksheimatmuseum 1970, S. 46
Juni 25

Einweihung des neuen Sportplatzes an der Priesterstr.

In Nowawes wird ein städtischer Sportplatz an der verlängerten Priesterstr. feierlich eröffnet. Im Winter 1925/26 war die Platzanlage zwar fertig, aber der Rasen noch nicht angewachsen. Die Anlage besteht aus zwei Plätzen, einem Turnplatz, leichtathletischen Anlagen und einer Jugendherberge. In: PNN, 27.4.2016.
Juni 20

Großer Erfolg für den Volksentscheid

Großer Erfolg für den Volksentscheid zur Enteignung der Fürsten, in Nowawes stimmen 11288 Wahlberechtigte dafür (weit über dem Reichsdurschnitt); Heft: Zur Geschichte der Stadt Potsdam 1918 – 1933, Bezirksheimatmuseum 1970, S. 45
Juni 16

Großdemonstration für Volksentscheid der Fürstenenteignung

Großdemonstration der SPD in Nowawes für den Volksentscheid zur Fürstenenteignung; Heft: Zur Geschichte der Stadt Potsdam 1918 – 1933, Bezirksheimatmuseum 1970, S. 45
Juni 5

Bannerweihe des Nowaweser Reichsbanners

Die Bannerweihe des Nowawes Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold beginnte mit einem abendlichen Kommers in der “Turnhalle”, auf dem auch der Erste Bürgermeister Rosenthal Grussworte spricht. Am nächsten Tag marschiert man zum Festplatz an der Berliner Straße, wo auch der Zweite Bürgermeister Dr. Franz Litterscheid (SPD), der Vorsitzende der SVV, Paul Fleischmann (SPD), der Landtagsabgeordnete Gustav Hartmann (DDP) und der Provinzialvorsitzende der Windthorstbünde, Dr. Zimmermann (Zentrum) sprechen. Die Weiheworte spricht der Kamerad und Reichstagsabgeordnete  Franz Künstler (SPD). Als Vertreter des Gauvorstandes gedachte Kamerad Wilhelm Nowack (DDP) den Toten. Anschließend wird in 3 Lokalen gefeiert. Das Rathaus wird anläßlich der Feier mit der Fahne der Republik geflaggt. In: Vorwärts.
Mai 27

SPD Nowawes hat 441 Mitglieder

Auf der Mitgliederversammlung bei Otto Gebauer in der Wallstr. wird berichtet, dass in der SPD Nowawes nunmehr 369 Männer und 72 Frauen organisiert sind. In: SPD-Protokollbuch.
Mai 11

Strukturkrise in den Nowaweser Betrieben

Strukturkrise in den Nowaweser Betrieben, allen voran bei Orenstein & Koppel: „Die Belegschaft der Firma O & K, welche vor dem Kriege von ausschlaggebender Bedeutung auf die Gestaltung des Nowaweser Wirtschaftslebens war, ist heute ohne Bedeutung geworden. (…) All die im Wohngebiet der Orensteiner liegenden Geschäfte sind verwaist, ja teilweise eingegangen. Das ist kein Wunder, werden doch bei dieser Firma heute Löhne ausbezahlt, welche teilweise unter dem Niveau der gewiss nicht hohen Löhne der Textilindustrie liegen. Hinzu kommt noch der gewaltige Abbau bei dieser Firma“, schreibt das Potsdamer Volksblatt; Heft: Zur Geschichte der Stadt Potsdam 1918 – 1933, Bezirksheimatmuseum 1970, S. 42
April 21

Für kommunalen Wohnungsbau

Auf ihrer Mitgliederversammlung im Eisenbahnerhotel betont die SPD Nowawes nachdrücklich ihr Bekenntnis zum kommunalen Wohnungsbau und zum Bau in Eigenregie. Max Schröder kritisiert die Absprachen mit den Bürgerlichen in der SVV, die “eine sozialistische Politik unmöglich machen.” In: SPD-Protokollbuch.
April 18

Roter Tag in Nowawes

Der Roter Frontkämpferbund und die Rote Jungfront veranstalten einen „Roten Tag“ in Nowawes. In: Mitgestalter der Geschichte, S. 96.
März 31

Viele Nowaweser für die Enteignung

Ende März 1926: 9466 Nowaweser sprechen sich für die Enteignung aus; Heft: Zur Geschichte der Stadt Potsdam 1918 – 1933, Bezirksheimatmuseum 1970, S. 44
März 7

Großkundgebung zur Unterstützung des Volksbegehrens

Großkundgebung von 3000 Personen auf dem Friedrich-Kirch-Platz der SPD und Reichsbanner zur Unterstützung des Volksbegehrens, dem Demonstrationszug schließen sich Kommunisten und RFB an, obwohl sie nicht eingeladen sind; Heft: Zur Geschichte der Stadt Potsdam 1918 – 1933, Bezirksheimatmuseum 1970, S. 44