Mehr als eine Provinz! Widerstand aus der Arbeiterbewegung 1933-1945 in der preußischen Provinz Brandenburg

Buchvorstellung mit anschließendem Gespräch: Mehr als eine Provinz! Widerstand aus der Arbeiterbewegung 1933-1945 in der preußischen Provinz Brandenburg

Dienstag, 10. Dezember 2019 um 18 Uhr in der Lounge, Kulturhaus Babelsberg 

Der Widerstand gegen das NS-Regime sei, so ist mitunter zu hören, ausgeforscht. Eine Gesamtdarstellung des facettenreichen Widerstandes aus der Arbeiterbewegung in der preußischen Provinz Brandenburg hat indes lange gefehlt. Erst jetzt, ein Dreivierteljahrhundert nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, wird diese Lücke durch Hans-Rainer Sandvoß eindrucksvoll geschlossen.

Sein Buch beginnt mit einer Beschreibung des vorausgegangenen Kampfes der Republikschutztruppe Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold um den Erhalt der ersten deutschen Demokratie. Hunderte von Arbeitern riskierten dabei Gesundheit und Leben. Vor allem die Industriestädte der Lausitz erwiesen sich als Hochburgen dieser Bemühungen. Aber auch nach 1933 war die südliche Region Brandenburgs das Zentrum des Arbeiterwiderstandes verschiedener Parteien und gewerkschaftlicher Richtungen.

Der Autor zitiert zahlreiche Prozessunterlagen, Flugblätter sowie Erinnerungsberichte von NS-Gegnern und ermöglicht so eine lebendige und ausgewogene Schilderung der damaligen Ereignisse.

Hans-Rainer Sandvoß, geb. 1949 in Berlin-Wedding, 1969 Abitur am Ranke-Gymnasium, Studium an der FU Berlin, 1976 Abschluss als Diplom-Politologe, 2006 Promotion. Von 1977 bis 2014 Mitarbeiter sowie Stellvertretender Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Herausgeber der »Schriftenreihe über den Widerstand in Berlin von 1933 bis 1945«.

Eine Veranstaltung der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes und der Ortsverein der SPD Babelsberg-Zentrum Ost. > Eintritt: frei

Jungkommunist Herbert Ritter unvergessen

Herbert Ritter (27.04.1914 – 12.11.1931) – Erstes Todesopfer des Faschismus im Roten Nowawes

Am 12. November jährt sich der Todestag von Herbert Ritter zum 88. Mal. Diesen Gedenktag möchten wir zum Anlass nehmen, um an den Jungkommunisten als Teil der widerständigen Geschichte unseres Stadtteils zu erinnern. Am Dienstag (12.11.) findet dazu um 17 Uhr eine Gedenkveranstaltung auf dem Weberplatz statt.

Gedenken an die Reichspogromnacht in Babelsberg

Das alternative Gedenken von antifaschistischen Gruppen und Initiativen an die Reichspogromnacht vom 09.11.1938 findet in diesem Jahr erstmals auch in Babelsberg statt. Unter Mitwirkung verschiedener Akteure wie der VVN-BdA, dem SV Babelsberg 03 und der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes wird es eine Gedenkveranstaltung am Standort des ehemaligen sogenannten „Jüdischen Alten- und Siechenheims“ in der Spitzweggasse 2a geben. Bei dem ehemaligen Jüdischen Altenheim, welches in den 1970er Jahren abgerissen wurde und an dem sich heute eine Gedenktafel befindet, handelt es sich um einen authentischen Ort der Shoa. Hier befand sich die Sammelstelle der Potsdamer Juden zur Deportation in die Vernichtungslager und von hier aus gab es auch den letzten Transport am 16. Januar 1943. Die Gedenkveranstaltung beginnt um 11 Uhr.