Zum Geburtstag von Karl Liebknecht durch das Rote Nowawes

Gemeinsam mit dem SV Babelsberg 03 bietet die Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes eine Führung im Vorfeld des Regionalliga-Punktspiels gegen Chemie Leipzig als Hommage an den 150. Geburtstag von Karl Liebknecht an.

Hier der gemeinsame Veranstaltungstext:
Am 13. August 1871 ist der antimilitaristische und marxistische Politiker sowie Namensgeber unseres Stadions, Karl Liebknecht, geboren. Zum 150. Geburtstag von Karl Liebknecht bietet der SV Babelsberg 03 in Kooperation mit der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes vor dem Heimspiel gegen die BSG Chemie Leipzig einen Spaziergang entlang der Karl-Liebknecht-Straße zum Stadion an.

Die Karl-Liebknecht-Straße steht exemplarisch für die politische und soziale Entwicklung des ehemaligen industriellen Ortes Nowawes, der aufgrund seiner starken Arbeiterbewegung den Namen „Rotes Nowawes“ erhielt. In einem der zahlreichen Versammlungslokale der Arbeiterbewegung entlang der Straße sprach auch Karl Liebknecht zur Bevölkerung.

In dem rund einstündigen Spaziergang von Christian Raschke, Mitglied beim SV Babelsberg 03 und der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes, geht es vom Rathaus Babelsberg zum Karl-Liebknecht-Stadion. Der Spaziergang ist kostenfrei, um eine Anmeldung wird gebeten. Aufgrund der weiterhin bestehenden Pandemielage gelten die hygienischen Mindeststandards.

Wann: Freitag, 13. August 2021, 17.00 Uhr
Wo: Rathaus Babelsberg

Anmeldung und Kontakt über: thoralf.hoentze@babelsberg03.de

Veranstaltungstext auf der Webseite von Babelsberg 03

Fehlende Gedenktafel an den Arbeitersport am Stadioneingang des Karli gesucht

Auf Initiative der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes veröffentlichte der SV Babelsberg 03 einen Aufruf zu Informationen einer fehlenden Informations- bzw. Gedenktafel. Die Tafel, eine von insgesamt vier Stück, informierte am Kassenhaus u.a. über die Errichtung des ersten Sportplatzes auf dem Gelände des heutigen Karl-Liebknecht-Stadions (Karli) und über die Arbeitersportbewegung.

Aufruf: https://babelsberg03.de/?p=41019

Treffen der Geschichtswerkstatt

Nach dem aufgrund von Covid19 lange Zeit keine Treffen möglich waren, treffen wir uns nun kurz vor der Sommerpause am Freitag, den 18.06.2021, im Heidehaus. Interessierte Personen können sich gerne bei uns melden, wenn sie an einem Treffen der Geschichtswerkstatt teilnehmen wollen oder etwas über uns erfahren wollen.

Gedenken an Befreiung von Babelsberg

Einige Mitglieder der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes haben am Wochenende der Befreiung von Babelsberg vom Nationalsozialismus durch die Rote Armee gedacht. An zwei zentralen Plätzen wurden Blumengebinde mit Schleifen niedergelegt. Der neugestaltete Willi-Frohwein-Platz am Findling, benannt nach dem in Babelsberg lebenden Auschwitzüberlebenden, liegt zentral an der Großbeerenstraße, auf der von Güterfelde kommend die Einheiten der Roten Armee am 24. April 1945 kampflos nach Babelsberg vorrückten. Auch die Stele für die Zwangsarbeiter*innen bei der Firma Frieseke & Höpfner am heutigen Torhaus des Apolloniahauses in der Großbeerenstraße wurde mit Blumen bedacht. Die Zwangsarbeiter*innen stehen exemplarisch für die Ausbeutung im durch Rüstungsproduktion geprägten Babelsberg, aber auch für den Widerstand und die Selbstbefreiung vor Ort. 

Ausstellung zum Arbeiterfußball kommt nach Babelsberg

Die Wanderausstellung „Der andere Fußball. 100 Jahre Arbeiterfußball – 125 Jahre Arbeitersport“, konzipiert vom Verein „Paderborner Kreis – Arbeiterfußball“, wird vom 28.10. bis zum 15.11.2021 im Babelsberger AWO Kulturhaus Babelsberg zu sehen sein. Unter maßgeblicher Initiierung der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes wird diese Ausstellung in Kooperation mit dem SV Concordia Nowawes 06, dem Fanprojektes Babelsberg und dem SV Babelsberg 03 durch eigene lokale Beiträge ergänzt und betreut werden. Geplant sind neben der Erstellung eigener Aufsteller auch Sonderveranstaltungen rund um das Thema der Arbeiterbewegung und des Arbeitersports.

Der Arbeitersport, bzw. der Arbeiterfußball, erfreute sich größter Beliebtheit, nicht nur in Nowawes. Die Verbände Arbeiter-Turn- und Sportbund sowie Rotsport trugen eigene Meisterschaften aus und hatten sogar eigene Nationalmannschaften. Hunderte Arbeitersportvereine gab es im Großraum Berlin-Brandenburg. Der Beginn der Organisierung des kulturellen Lebens der Arbeiterschaft und mit ihm der Sport begann 1893 mit der Gründung des Arbeiter-Turnerbundes (ATB). Es war eine Reaktion auf den Ausschluss von Arbeitern, die in den erzkonservativen Sportvereinen keine Rolle spielten.

Während der Deutsche Fußball-Bund (DFB) im Jahr 1900 entstand, konnte der Fußball erst um 1919, im mittlerweile umbenannten Arbeiter-Turn- und Sportbund (ATSB), eine eigene Verbandssparte durchsetzen. Besonders die Kriegsrückkehrer brachten den Fußball als Sport in ihre Heimat mit und wollten diesen nun in ihren alten Turn- und Sportvereinen weiter praktizieren. Im industriell geprägten Roten Nowawes spielte die Organisierung des kulturellen und sportlichen Lebens eine große Rolle und drückte sich in den zahlreichen Vereinen, aber auch im Zusammenschluss des Arbeiter-Sport- und Kultur-Kartells Nowawes aus.

Blumen am Grab von Eva und Kurt Laube

Am gestrigen Freitagnachmittag trafen sich einige Personen auf dem Friedhof in der Babelsberger Großbeerenstraße, um das Grab von Eva und Kurt Laube mit Blumen zu bepflanzen. Aufgerufen wurde zu einem Frühjahrsputz. Das Grab von Eva und Kurt Laube ist eine Urnengrabstelle und befindet sich in der Abteilung V Feld 2, nördlich des Windmühlenberges gelegen. Der Grabstein ist flachgelegt. Bepflanzt wurde es mit diversen Blumenzwiebeln und mit Blumen in den Farben der Spanischen Republik, da Kurt Laube Spanienkämpfer war. Wir bedanken uns zudem bei der Friedhofsverwaltung, die im Schaukasten weitergehende Informationen zu den beiden Personen aushängte.

Kiezspaziergang durch das Rote Nowawes abgesagt

Liebe Interessierte am Spaziergang!

Vielen Dank für euer Interesse am Kiezspaziergang durch das Rote Nowawes. Leider müssen wir den für diesen Sonntag geplanten Spaziergang absagen. Die steigenden Infektionen in Potsdam und auch die unveränderte Eindämmungsverordnung des Landes Brandenburg mit den Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum lassen es nicht zu, sich selbst in kleinen Gruppen zu treffen. Wir hatten die Hoffnung, dass es zum Frühlingsanfang etwas besser aussehen könnte, aber die Pandemie macht uns weiterhin einen Strich durch die Rechnung.

Wir planen den Spaziergang zu einem späteren Zeitpunkt (vielleicht Ende Mai) nachzuholen. Falls ihr über einen neuen Termin informiert werden wollt, dann meldet euch bitte per Mail bei uns.

Beste Grüße und bleibt gesund,

Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes

Feministischer Kiezspaziergang durch das Rote Nowawes

Fußballfans aus dem Umfeld der Babelsberger Nordkurve haben zum 8. März, dem Internationalen Frauenkampftag, einen digitalen und zusätzlich mit Plakaten an den Lebensorten von Frauen aus der Arbeiter*innenbewegung erinnernden Spaziergang in Babelsberg mit Hilfe unserer biografischen Arbeit organisiert. Unter anderem die lokale Tageszeitung MAZ berichtet in ihrer Ausgabe darüber. Weitere Informationen zu dem Kiezspaziergang finden sich hier: https://nowa.noblogs.org/

Frühjahrsputz am Grab von Eva und Kurt Laube

Auf dem Friedhof in der Großbeerenstraße befindet sich das Grab der beiden Antifaschisten Eva und Kurt Laube. Mit dem Frühjahrsputz wollen wir an die beiden Antifaschisten und Internationalisten erinnern sowie ihr Grab, stellvertretend für viele andere, wieder in den Fokus der Öffentlichkeit bringen. Blumen und Arbeitsmaterialien werden gestellt.

Kurt Laube wurde am 25. Mai 1905 in Rathenow geboren und starb am 18. Oktober 1987 in Potsdam-Babelsberg. Nach seiner Berufsausbildung zog er in das Rote Nowawes, wo er in den Kommunistischen Jugendverband Deutschlands (KJVD) eintrat und 1930 Mitglied in der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) wurde. Kurt Laube war zudem im Rotfrontkämpferbund (RFB). Nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten kämpfte er illegal im Widerstand, emigrierte dann aber in die Tschechoslowakei. 1936 schloss er sich den Internationalen Brigaden im Kampf gegen die Faschisten in Spanien an. Er wurde dort als Kommissar in der 2. Kompanie des Bataillons „Edgar André“ der XI. Internationalen Brigade eingesetzt. Hier traf Laube auch ehemalige Nowaweser Kampfgefährten wie Walter Junker, der in der Schlacht am Ebro 1938 fiel.

Nach dem Spanischen Krieg floh Kurt Laube im Jahr 1939 nach Frankreich, wurde dort verhaftet, in einem Lager interniert und 1941 an die Nationalsozialisten ausgeliefert. Inhaftiert im Potsdamer Gefängnis Lindenstraße 54 wurde er schließlich vor dem Volksgerichtshof angeklagt und zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt, die er im Zuchthaus Brandenburg absitzen sollte. 1944 wurde er jedoch in das Strafbataillon 999 der Wehrmacht eingezogen. Zusammen mit anderen konnte er dort seine Bewacher entwaffnen und desertierte zur US-amerikanischen Armee.

Eva Laube wurde am 24.05.1910 in einer Berliner Arbeiterfamilie geboren. Politisiert wurde sie im Arbeitersportverein „Fichte“. Wie Kurt Laube, trat sie zuerst dem KJVD, später der KPD bei. Sie beteiligte sich illegal im Widerstand gegen die Nationalsozialisten, wurde inhaftiert und ging auf Weisung der Partei im Jahr 1936 nach Prag, um dort Emigranten zu betreuen. Mit dem Angriff auf die Tschechoslowakei geriet sie in die Hände der Gestapo. Zuerst wurde sie in das Konzentrationslager Ravensbrück eingeliefert, später nach Auschwitz verschleppt. Hier konnte sie vielen Häftlingen helfen, weil man sie im Krankenbau als Lagerälteste einsetzte. Mit der Befreiung durch die Rote Armee kam sie nach Potsdam und beteiligte sich wie Kurt Laube am Aufbau eines neuen Landes. An den Folgen der unmenschlichen Behandlung in den Konzentrationslagern starb Eva Laube nach langer Krankheit am 30.12.1968.

Friedhof Großbeerenstraße (Treffpunkt an der Feierhalle)

Freitag, 19.03.2021, 16 Uhr

Organisiert durch:

Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes, VVN-BdA Potsdam, Kämpfer und Freunde der Spanischen Republik 1936-1939 e.V. (KFSR)

Abgesagt: Ein Spaziergang durch das Rote Nowawes

Mit einem Spaziergang entlang der ehemaligen Priesterstraße – der heutigen Karl-Liebknecht-Straße – wollen wir Ihnen am Sonntag, den 21.03.2021, ab 15 Uhr das Rote Nowawes anhand dieser Flaniermeile zeigen. Der Straßenzug steht exemplarisch für Politik, Macht und Verwaltung durch Polizei und Rathaus, für viele bedeutsame Versammlungslokale der Arbeiterbewegung und Wohnadressen, in der wichtige politische Entscheidungen getroffen wurden und Entscheidungsträger wohnten, für das soziale Leben, wie der ersten weltlichen Sammelschule in der damaligen Provinz Brandenburg sowie dem Sportlatz und der Jugendherberge nahe des heutigen Stadions. Die Straße steht aber auch für Armut und Protest, so gab es hier neben sozialen Einrichtungen für Bedürftige auch den Markt und das Rathaus, die Ausgangspunkte von Demonstrationen und Protesten der notleidenden Bevölkerung im sogenannten Roten Nowawes waren.

In dem einstündigen Spaziergang laufen wir vom Rathaus Babelsberg zum Karl-Liebknecht-Stadion und wieder zurück. Der Spaziergang ist kostenfrei, um eine Anmeldung wird gebeten. Aufgrund der Pandemielage gelten die aktuellen hygienischen Sicherheitsbestimmungen.

Wann: Sonntag, 21.03.2021, 15 Uhr
Wo: Rathaus Babelsberg

Anmeldung und Kontakt über kontakt ät rotes-nowawes.de