{"id":1397,"date":"2020-09-04T09:10:56","date_gmt":"2020-09-04T07:10:56","guid":{"rendered":"http:\/\/rotes-nowawes.de\/?page_id=1397"},"modified":"2020-11-25T19:22:26","modified_gmt":"2020-11-25T17:22:26","slug":"die-konsumgenossenschaft-preiswertes-einkaufen-fuer-die-einfachen-leute-im-roten-nowawes","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/?page_id=1397","title":{"rendered":"Die Konsumgenossenschaft im Roten Nowawes"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Genossenschaftswesen bzw. die Konsumgenossenschaften sind in den meisten L\u00e4ndern Europas als ein Ergebnis der Industrialisierung und aus der sozialen Situation der Arbeiter*innenbewegung heraus entstanden. Wie auch in Nowawes gab es in den Ballungszentren der Industrie einen enormen Zuzug von Arbeiter*innen und Familien, die in den Fabriken auf Arbeit und damit auch auf ein besseres Leben hofften. Im Osten des Landes zogen viele aus Schlesien, Pommern, Posen und anderen l\u00e4ndlichen gepr\u00e4gten Regionen westw\u00e4rts in die St\u00e4dte. Auch wenn sie der Armut entfliehen wollten, so stellte die Situation in den St\u00e4dten oftmals keineswegs eine Verbesserung dar. Die Arbeitsverh\u00e4ltnisse waren ebenso prek\u00e4r wie auf dem Land, Wohnungen oftmals eine Mangelware oder unter beengten und unhygienischen Bedingungen und die Versorgung mit Lebensmitteln je nach Arbeitslage und Gesch\u00e4ften, bei denen sie auch Anschreiben oder Kredite bekommen konnten, abh\u00e4ngig. <\/p>\n\n\n\n<p>In dieser Situation begann die Selbstorganisierung der Arbeiter*innen, um ihre Versorgungslage zu verbessern. Dazu wurden Konsumgenossenschaften gegr\u00fcndet, in der die Arbeiter*innen Mitglied werden konnten, gleiches Stimmrecht hatten, unabh\u00e4ngig von der H\u00f6he der Einzahlung und vor allem Grundwaren zu einem fairen Preis erwerben konnten, ohne auf den teilweise vorhandenen Betrug durch ungenaues Wiegen und den Verkauf verdorbener oder minderwertiger Ware der Gesch\u00e4ftsinhaber*innen angewiesen zu sein. Nicht die Gewinnmaximierung war das Ziel der Konsumgenossenschaft, sondern die gleichberechtigte f\u00f6rderliche Entwicklung der Genossenschaft, die vor allem im Einkauf von Lebensmitteln und in der Versorgung eben jener bestand. <\/p>\n\n\n\n<p>Dazu hei\u00dft es auch in der Festschrift des Potsdamer Volksblattes in einem Artikel \u201eUnser Streben zur Gemeinwirtschaft\u201c \u00fcber die Konsumgenossenschaft \u201eHoffnung\u201c aus dem Jahr 1931: \u201eDer Zweck der Konsumgenossenschaftsbewegung ist, die Verbraucherfamilien zum gemeinsamen Wareneinkauf zusammenzuschlie\u00dfen und sie teilnehmen zu lassen an den Vorteilen konsumgenossenschaftlicher Bedarfsdeckungswirtschaft. Zwischen den Gewerkschaften und Konsumgenossenschaften besteht ein inniges Verh\u00e4ltnis insoweit, als die Gewerkschaften die Lage der Arbeiterklasse durch bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen zu heben versuchen, w\u00e4hrend auf der anderen Seite die Konsumgenossenschaften durch Abgabe guter und preiswerter Ware zu den billigsten Tagespreisen versuchen, die Kaufkraft des Arbeitslohnes zu heben.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts betrieben linksliberale und sozialreformerische Politiker, wie der in Delitzsch geborene, aber in Potsdam im Jahr 1883 verstorbene Hermann Schulze-Delitzsch oder der auch vom Nachnamen bekannte Friedrich Wilhelm Raiffeisen, die Gr\u00fcndung des Genossenschaftswesens voran. Ihre Aktivit\u00e4ten f\u00fchrten zur Gr\u00fcndung eines im Jahr 1867 erlassenen preu\u00dfischen Genossenschaftsgesetz. Im \u00dcbrigen findet sich das Grab von Hermann Schulze-Delitzsch auf dem Alten Friedhof in Potsdam. Ein deutschlandweites Genossenschaftsgesetz, das seit dem Jahr 1889 bestand hatte, erlebte er nicht mehr. In Dresden trafen sich im Mai 1903 die Abgesandten von 302 Konsumgenossenschaften um hier den \u201eZentralverband deutscher Konsumvereine\u201d zu gr\u00fcnden. Zu diesem Zeitpunkt konnte bereits auch der Ort Nowawes mit einem Konsumverein aufwarten. <\/p>\n\n\n\n<p>Dabei wurden die Gr\u00fcndungen von Konsumgenossenschaften nicht nur von der preu\u00dfischen Obrigkeit mit Misstrauen beobachtet, schlie\u00dflich stand eine Selbstorganisierung der Arbeiter*innen dem zentralistischen Charakter eines Preu\u00dfens fern, sondern auch die SPD be\u00e4ugte die Konsumvereine misstrauisch. So galten die Konsumvereine als reformistisch in der damaligen \u201emarxistischen\u201c Partei. Auf Reichsebene nahm die SPD bei dem Berliner Parteitag im Jahr 1892 eine Resolution an, die sich deutlich von den Konsumvereinen distanzierte. Erst sp\u00e4ter, zur Jahrhundertwende, n\u00e4herte man sich der Basis wieder an. (vgl. Unser sch\u00f6nes rotes Luckenwalde, S. 112) Unterdessen wuchsen die Konsumvereine enorm, in Brandenburg von 10 im Jahr 1863, 37 im Jahr 1874 auf 73 im Jahr 1900. (vgl. Brot und Dividende: Konsumvereine in Deutschland und England vor 1914, S. 239) <\/p>\n\n\n\n<p>In Nowawes entstand der erste Konsumverein am 10. M\u00e4rz 1902, als 76 Werkt\u00e4tige, vorwiegend Arbeiter, auf der Gr\u00fcndungsversammlung die Statuten des \u201eKonsumvereins Nowawes-Neuendorf eGmbH\u201c unterschrieben. Dabei war das Gewerkschaftskartell Nowawes, in dem vor allem die Mehrheit der Textilarbeiter*innen, Tischler, Bauleute und Metallarbeiter der aufstrebenden Industierstadt organisiert waren, ein wesentlicher Initiator dieser sozialen Selbstversorgungseinrichtung des Arbeiter*innenmilieus.<\/p>\n\n\n\n<p>Bemerkenswert ist, dass die Gr\u00fcnder der Konsumgenossenschaft \u2013 so wie der schon existierende sozialdemokratische Wahlverein auch \u2013 beide noch selbstst\u00e4ndigen Gemeindeteile n\u00f6rdlich (Nowawes) und s\u00fcdlich (Neuendorf) der Bahnlinie als Genossen*innen ansprachen. Zwar lebten zu dieser Zeit wesentlich mehr Arbeiter*innen auf der Nowaweser Flur, aber die zunehmende Industrialisierung und die Verf\u00fcgbarkeit von Baugrund lagen ganz entschieden auf der Gemarkung in Neuendorf. Gerade diese lokale Situation wird in den n\u00e4chsten Jahren dem Konsum auch neue Mitglieder*innen aber auch logistische M\u00f6glichkeiten bieten. <\/p>\n\n\n\n<p>In den Gr\u00fcndungsstatuten des Konsums hei\u00dft es: \u201eGegenstand des Unternehmens ist der gemeinschaftliche Einkauf von Lebens- und Wirtschaftsbed\u00fcrfnissen im Gro\u00dfen und Ablass im Kleinen an die Mitglieder.\u201c Unter den Anwesenden befanden sich auch die f\u00fchrenden Mitglieder des sozialdemokratischen Wahlvereins und Gemeindevertreter Karl Gruhl und Ernst Z\u00f6llner, die mit sieben anderen f\u00fcr drei Jahre in den Aufsichtsrat gew\u00e4hlt wurden. Die erste Verkaufsstelle wurde in der Wallstra\u00dfe 62 (heutige Karl-Gruhl-Stra\u00dfe) \u2013 eigentlich ein Arbeiterlokal er\u00f6ffnet. Die dort sehr beschr\u00e4nkten Lager- und Verkaufsm\u00f6glichkeiten f\u00fchrten dann zu deren Verlegung in die Priesterstra\u00dfe 29 (heutige Karl-Liebknecht-Stra\u00dfe 34), mitten in das \u201eHerz\u201c des Einkaufens in Nowawes. 1905 arbeitet in der dortigen Konsumverkaufsstelle auch der damalige Vorsitzende des sozialdemokratischen Wahlvereins und Gemeindevertreter Karl Gomoll als Lagerhalter.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Konsumgenossenschaft (KG) Nowawes entwickelte sich schnell, was der allgemeinen Situation und vor allem der Notlage der Arbeiter*innen geschuldet war. Schon zum Ende des Jahres 1905 durfte man darauf verweisen, dass die Mitgliederzahl von 551 auf 610 innerhalb eines Jahres gestiegen war und sich der j\u00e4hrliche Warenumsatz auf 155.000 Mark belief. Und dies trotz des 15w\u00f6chigen Textilarbeiterstreiks, der dazu f\u00fchrte, dass die Genoss*innen um die 200 Mark weniger einkaufen konnten. Dennoch konnte ein Reingewinn von 11.427 Mark ausgewiesen werden, der es der Genossenschaft erm\u00f6glichte, 6% R\u00fcckerstattungsdividende an die Mitglieder auszusch\u00fctten. Auch eine Mitglieder-Sparkasse mit 3%iger Verzinsung der Anlagen wird gegr\u00fcndet. Die Mitgliederversammlung entscheidet nunmehr auch, dem Zentralverband deutscher Konsumvereine beizutreten. Um noch mehr Mitglieder, v.a. unter den \u00f6rtlichen Gewerkschafter*innen zu gewinnen, erwarb der Vorstand eine gro\u00dfe Anzahl der Brosch\u00fcre \u201eWas bietet der Konsumverein der Arbeiterfrau\u201c von Gertrud David (1872 \u2013 1936) und verteilte diese unter der Arbeiter*innenschaft. <\/p>\n\n\n\n<p>Im September 1910 wurde eine von den KG Nowawes und \u201eHoffnung\u201c Potsdam gemeinsam finanzierte B\u00e4ckerei, die 50.000 Mark kostete (davon brachten alleine die Mitglieder 15.000 Mark selbst auf), als erster konsumgenossenschaftlicher Produktionsbetrieb unseres Gebietes in der heutigen Fultonstra\u00dfe (damals Bl\u00fccherstra\u00dfe 6) in Betrieb genommen. Hier konnten 1200 bis 1500 Brote und Fr\u00fchst\u00fccksware gebacken werden. Die neue B\u00e4ckerei war auch mit einer Bad- und Fr\u00fchst\u00fccksstube f\u00fcr das Personal ausgestattet. Dieses erste gemeinsame Investitionsprojekt der Nowaweser und Potsdamer Konsumgenossenschaften machte deutlich, dass ein gemeinsames Agieren erfolgreicher ist, als ein getrenntes Nebeneinander. <\/p>\n\n\n\n<p>Im April 1912 umfasste die Nowaweser Konsumgenossenschaft bereits 1276 Mitglieder, die ihre Lebensmittel aus sechs Verkaufsstellen <\/p>\n\n\n\n<p>in Nowawes <\/p>\n\n\n\n<p>\u2013 Priesterstr. 29 <\/p>\n\n\n\n<p>\u2013 Wilhelmstr. 60 (Alt Nowawes) <\/p>\n\n\n\n<p>\u2013 Ziethenstr. 16 (Siemensstr.) <\/p>\n\n\n\n<p>in Drewitz <\/p>\n\n\n\n<p>\u2013 Sternstr. 10 <\/p>\n\n\n\n<p>in Michendorf <\/p>\n\n\n\n<p>\u2013 Saarmunder Str. 25 <\/p>\n\n\n\n<p>in Wannsee <\/p>\n\n\n\n<p>\u2013 Chausseestr. 13 <\/p>\n\n\n\n<p>bezogen. <\/p>\n\n\n\n<p>Wegen dieser Ausdehnung \u00e4nderte man 1910 die Firmierung in \u201eKonsumverein f\u00fcr Nowawes und Umgebung\u201c. Zuvor hatten in der Kolonie Daheim bei Potsdam die dort wohnenden Eisenbahner Anfang 1901 den ebenfalls proletarisch gepr\u00e4gten \u201eKonsumverein f\u00fcr Potsdam und Umgebung\u201c gebildet. Bis zu seiner \u00dcbernahme im Jahre 1928 in die \u201eKonsumgenossenschaft &#8218;Hoffnung&#8216; f\u00fcr Potsdam und Umgebung\u201c hatte er nie mehr als eine Verkaufsstelle. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Potsdam Konsumgenossenschaft \u201eHoffnung\u201c wurde am 31. Juli 1904, also 2 Jahre nach der Nowawes-Neuendorfer Gr\u00fcndung, von 22 Mitgliedern gegr\u00fcndet und konnte sich nach anf\u00e4nglichen Schwierigkeiten rasch vergr\u00f6\u00dfern, wenn auch das proletarische Milieu wesentlich kleiner war, als das der Arbeiter*innenstadt auf dem anderen Ufer der Havel. Dennoch kam es 1912 zu einer bemerkenswerten Entwicklung, die so gar nicht dem Gewicht gerade dieser Arbeiter*innenkonzentration entsprach: Management- und Finanzierungsprobleme im Nowaweser Konsum f\u00fchrten letztendlich zu der \u201eFusion\u201c der Nowaweser und Potsdamer Genossenschaften, die jedoch letztlich auf den Beitritt der Nowaweser Genoss*innen zum Potsdamer Konsum hinauslief. Die Nowaweser Konsumgenossenschaft wurde daraufhin liquidiert, die gesamte Lager-, Produktions- und Verkaufsinfrastruktur \u00fcbernahmen die \u201ePotsdamer\u201c. Dieser Vorgang ist insofern einmalig in der Geschichte beider St\u00e4dte bis 1939, da \u2013 wenn sie nicht \u00fcberhaupt eigenst\u00e4ndig blieben \u2013 Nowaweser Arbeiter*innenorganisationen eher die Potsdamer bei sich aufnahmen, denn umgekehrt. <\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahre 1912, bei der Vereinigung mit der Nowaweser KG, hatte der Potsdamer Konsum 1600 Mitglieder in sechs Verkaufsstellen (in Potsdam, Bornstedt, Caputh, Werder und GIindow). Der Umsatz steigerte sich von 41 593,54 M (im Gesch\u00e4ftsjahr 1904\/05) auf 32 7314,35 M (1910\/11). Bis 1914 konnte die Anzahl der Verkaufsstellen auf 15 erh\u00f6ht werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Umsatzsteigerungen erm\u00f6glichten den Ankauf eines Baugel\u00e4ndes in der damaligen Husarenstra\u00dfe und den dortigen Neubau eines Zentrallagers, einer Verkaufsstelle sowie eines Verwaltungs- und Wohngeb\u00e4udes auf einem Grundst\u00fcck von 9200 qm in den Jahren 1913\/14 in der Katzbachstra\u00dfe (heute Konsumhof). Die Konsumgenossenschaft hatte nun hier ihren Sitz in Nowawes. Bei der Errichtung des Konsumhofgeb\u00e4udes kam es zu erheblichen Auseinandersetzungen zwischen dem jungen 22j\u00e4hrigen (!) Architekten Arno Neumann \u2013 Sohn von Paul Neumann \u2013 und dem Architekten Georg Muschner \u00fcber die Urheberrechte der Bauunterlagen. Nunmehr geh\u00f6rten der Genossenschaft 2860 Mitglieder an und der Umsatz belief sich auf 426.700 Mark. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"689\" height=\"627\" src=\"https:\/\/rotes-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/KG-Verwaltungsgebaeude-1913-14.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1400\" srcset=\"https:\/\/rotes-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/KG-Verwaltungsgebaeude-1913-14.jpg 689w, https:\/\/rotes-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/KG-Verwaltungsgebaeude-1913-14-300x273.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 689px) 100vw, 689px\" \/><figcaption>Verwaltungsgeb\u00e4ude, erbaut zwischen 1913\/14 (Ecke Konsumhof\/ Fritz-Zubeil-Str.)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Zwar kam es im Zuge des Ersten Weltkrieges zu Stagnation und R\u00fcckschl\u00e4gen, so konnten keine neuen Verkaufsstellen er\u00f6ffnet werden und das zentrale Lager wurde zur H\u00e4lfte vermietet, doch im Allgemeinen war der Konsumverein eine Erfolgsgeschichte. Bis zum Jahre 1930 wuchs die Mitgliederzahl auf 12.000 und der Umsatz betrug rund 4,5 Millionen Mark. Bald schon erwies sich die B\u00e4ckerei in der Bl\u00fccherstra\u00dfe nach der Inflationszeit als viel zu klein und im Jahr 1927 errichtete die KG ,,Hoffnung\u201c eine moderne B\u00e4ckerei auf dem Gel\u00e4nde der Katzbachstra\u00dfe. Aus der alten B\u00e4ckerei baute man eine Genossenschaftsschlachterei um. Zudem entstanden eine Kaffeer\u00f6sterei und eine Selterwasser- und Limonadenfabrik, die im Zentrallager in der Katzbachstra\u00dfe untergebracht waren. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"738\" height=\"606\" src=\"https:\/\/rotes-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/KG-Zentrallager-1914-15.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1401\" srcset=\"https:\/\/rotes-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/KG-Zentrallager-1914-15.jpg 738w, https:\/\/rotes-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/KG-Zentrallager-1914-15-300x246.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 738px) 100vw, 738px\" \/><figcaption>Zentrallager der Konsumgenossenschaft, erbaut 1914\/15 (heute Konsumhof)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Wie wichtig die Konsumgenossenschaft f\u00fcr sie soziale Lage der Bev\u00f6lkerung war, unterstreicht der oben erw\u00e4hnte Artikel \u201eUnser Streben zur Gemeinwirtschaft\u201c \u00fcber die Konsumgenossenschaft \u201eHoffnung\u201c: \u201eDer Beitritt zur Konsumgenossenschaft ist jedem sehr leicht gemacht. Als Eintrittsgeld werden nur 50 Pfennige erhoben, w\u00e4hrend der Gesch\u00e4ftsanteil, der 50 Mark betr\u00e4gt, nach und nach von der R\u00fcckverg\u00fctung in Abzug gebracht wird. Im letzten Jahr hat die Konsumgenossenschaft `Hoffnung\u00b4 zirka 180.000 Mark R\u00fcckverg\u00fctung an ihre Mitglieder zur Verteilung gebracht. Da die Auszahlung im Dezember jedes Jahres erfolgt, waren viele Mitglieder in der Lage, ihren Winterbedarf an Kohlen, Kartoffeln und dergleichen von der erhaltenen R\u00fcckverg\u00fctung einzudecken.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Bis 1931 erweiterte sich die Anzahl der Verkaufsstellen der KG \u201eHoffnung\u201c auf 51, davon waren 11 Schlachtereien. Laut dem Buch der Stadt Nowawes aus dem Jahr 1930 unterh\u00e4lt die Genossenschaft einen ausgedehnten Fuhrpark und besitzt 24 eigene Grundst\u00fccke, von denen f\u00fcnf in Nowawes liegen. Von diesen Erfolgen berauscht, schreiben Potsdamer Genossenschafter 1931 in der Festausgabe des \u201ePotsdamer Volksblattes\u201c: \u201eWie oft haben St\u00fcrme an dem stolzen Baum (der KG &#8218;Hoffnung&#8216;) ger\u00fcttelt, ihn aber nie zu ersch\u00fcttern vermocht, denn die Grundpfeiler sitzen tief und fest. Die Entwicklungsm\u00f6glichkeiten der Konsumgenossenschaftsbewegung sind unbegrenzt\u2026\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Die Stra\u00dfe Konsumhof im heutigen Babelsberg erinnert mit dem Namen seit 1950 an die Geschichte der Zentrale des Genossenschaftswesens im ehemaligen Roten Nowawes. <\/p>\n\n\n\n<p>Verkaufsstellen in den Jahren 1925 \u2013 1933 in Nowawes <\/p>\n\n\n\n<p>Bl\u00fccherstra\u00dfe 6 (Fultonstr.) <em>Sie befindet sich im Eigentum der Genossenschaft, auch noch nach 1945. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Goethestra\u00dfe 41 <em>Hier wohnt 1927 auch die Witwe und engagierte Sozialdemokratin Alwine Gruhl. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Katzbachstra\u00dfe 1 (Konsumhof) <em>Sie befindet sich im Eigentum der Genossenschaft, auch noch nach 1945.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Lindenstr. 48 (Rudolf-Breitscheid-Str. 36) <em>1927 ist hier der Sozialdemokrat Richard Bathe Lagerhalter. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Priesterstra\u00dfe 4\/5 (Karl-Liebknecht. Str 9\/10) <em>Sie befindet sich im Eigentum der Genossenschaft. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Priesterstra\u00dfe 29 (Karl-Liebknecht-Str. 34) <\/p>\n\n\n\n<p>Sch\u00fctzendamm 20 (Paul-Neumann-Str.) <em>Sie befindet sich im Eigentum der Genossenschaft, auch noch nach 1945. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Wilhelmstra\u00dfe 44\/46 <\/p>\n\n\n\n<p>Wilhelmstr. 60 <\/p>\n\n\n\n<p>Ziethenstra\u00dfe 18 (Siemensstr.) <em>Sie befindet sich im Eigentum der Genossenschaft, auch noch nach 1945. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Quellen: <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Buch der Stadt Nowawes, S. 98-100 <\/p>\n\n\n\n<p>Die Konsumgenossenschaften in Nowawes und Potsdam, S. 11-15 <\/p>\n\n\n\n<p>Unser sch\u00f6nes rotes Luckenwalde, S. 112 <\/p>\n\n\n\n<p>Brot und Dividende: Konsumvereine in Deutschland und England vor 1914, S. 239 <\/p>\n\n\n\n<p>Zeitung Potsdamer Volksblatt, Artikel \u201eUnser Streben zur Gemeinwirtschaft\u201c, 29.\/30.08.1931 <\/p>\n\n\n\n<p>Zeitung Vorw\u00e4rts, laufende Nummern<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"419\" src=\"https:\/\/rotes-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/KG-Schuetzdendamm.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1404\" srcset=\"https:\/\/rotes-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/KG-Schuetzdendamm.jpg 600w, https:\/\/rotes-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/KG-Schuetzdendamm-300x210.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption>Konsum im Sch\u00fctzendamm (heute Paul-Neumann-Str.) Quelle: Gru\u00df aus Potsdam<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"440\" src=\"https:\/\/rotes-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/KG-Konsum-Goethestr.-41-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1409\" srcset=\"https:\/\/rotes-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/KG-Konsum-Goethestr.-41-1.jpg 640w, https:\/\/rotes-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/KG-Konsum-Goethestr.-41-1-300x206.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption>Ehemaliger Konsum in der Goethestr. 41<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Genossenschaftswesen bzw. die Konsumgenossenschaften sind in den meisten L\u00e4ndern Europas als ein Ergebnis der Industrialisierung und aus der sozialen Situation der Arbeiter*innenbewegung heraus entstanden. Wie auch in Nowawes gab es in den Ballungszentren der Industrie einen enormen Zuzug von Arbeiter*innen und Familien, die in den Fabriken auf Arbeit und damit auch auf ein besseres &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/rotes-nowawes.de\/?page_id=1397\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eDie Konsumgenossenschaft im Roten Nowawes\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":1525,"menu_order":1,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-1397","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1397","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1397"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1397\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1414,"href":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1397\/revisions\/1414"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1525"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1397"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}