{"id":218,"date":"2019-09-26T17:00:23","date_gmt":"2019-09-26T15:00:23","guid":{"rendered":"http:\/\/rotes-nowawes.de\/?page_id=218"},"modified":"2020-04-22T20:30:41","modified_gmt":"2020-04-22T18:30:41","slug":"die-befreiung-von-babelsberg-im-april-1945","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/?page_id=218","title":{"rendered":"Die Befreiung von Babelsberg im April 1945"},"content":{"rendered":"\n<p>Zum 75. Jahrestag der Befreiung haben wir unter <a href=\"https:\/\/1945.rotes-nowawes.de\">https:\/\/1945.rotes-nowawes.de<\/a> eine Sonderseite zum Thema eingerichtet.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/1945.rotes-nowawes.de\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"479\" src=\"https:\/\/rotes-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/sonderseite-befreiung-1945-1024x479.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-940\" srcset=\"https:\/\/rotes-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/sonderseite-befreiung-1945-1024x479.jpg 1024w, https:\/\/rotes-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/sonderseite-befreiung-1945-300x140.jpg 300w, https:\/\/rotes-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/sonderseite-befreiung-1945-768x359.jpg 768w, https:\/\/rotes-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/sonderseite-befreiung-1945.jpg 1327w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Mit dem Jahr 1944 r\u00fcckte die Front immer n\u00e4her an das Kerngebiet des Deutschen Reiches und somit auch an Potsdam-Babelsberg heran. Im Herbst 1944 wurden die Reichsgrenzen im Osten wie im Westen \u00fcberschritten und im Januar 1945 begann die Weichsel-Oder-Offensive der Roten Armee. Die von Marschall G. K. Shukow befehligte 1. Belorussische Front und die von Marschall I. S. Konew kommandierte 1. Ukrainische Front r\u00fcckten weit in Richtung Berlin vor und Ende Januar erreichten Einheiten der 1. Belorussischen Front die Oder. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Schlacht um Berlin wurde am 16. April er\u00f6ffnet.\nW\u00e4hrend die 1. Belorussische Front \u00fcber die Oder in Richtung Seelower H\u00f6hen\nvorsetzte, begann die 1. Ukrainische Front weiter s\u00fcdlich ihre Offensive mit\ndem Ziel, sich westlich von Berlin mit der 1. Belorussischen Front zu\nvereinigen und die Hauptstadt einzukesseln. Durch die 1. Ukrainische Front\ngelang bei Cottbus rasche Gel\u00e4ndegewinne, so dass ein Einschwenken von S\u00fcden her\nauf Potsdam und Berlin angeordnet wurde. So hei\u00dft es in der Direktive 00215 an\ndie Truppen der 1. Ukrainischen Front vom 18. April 1945 unter dem Punkt 2 an\nden Oberbefehlshaber der 4. Panzerarmee, dass \u201ePotsdam und der S\u00fcdwestteil\nBerlins in der Nacht zum 21. IV. 45 zu nehmen sind\u201c. <em>(I. S. Konew, Das Jahr\nf\u00fcnfundvierzig, Berlin 1982, S. 127 f. <\/em>und<em> Klaus Scheel, Die Befreiung Berlins 1945, Berlin 1985, S. 92)<\/em>\nSchon am 22. April stie\u00dfen Kr\u00e4fte der 1. Ukrainischen Front in Richtung\nTeltowkanal bei Lichtenrade vor und andere Einheiten erreichten Saarmund. Damit\nwar Babelsberg fasst erreicht.<\/p>\n\n\n\n<p>In dieser Situation, gepr\u00e4gt von Angst und Sorge, aber\nauch Hoffnung und Tatendrang, ergriff eine Babelsberger NKFD-Widerstandsgruppe\n(NKFD = Nationalkomitee Freies Deutschland), die sich seit dem Herbst 1944\nkonstituiert hatte, die Initiative. So hatte sich um Alfred Lehnert und anderen\nAntifaschisten bereits im Jahr 1942 eine illegale KPD-Organisation gebildet,\nder 1941 nach einer dreieinhalbj\u00e4hrigen Haft aus dem Zuchthaus entlassen wurde.\nDie KPD fasste im Sommer 1944 den Beschluss, dass Mitglieder der KPD in\nKadergruppen und NKFD-Kampfgruppen zusammengefasst werden sollten. Rund 15\nPersonen umfasste die NKFD-Gruppe, zu der KPD-Mitglieder, aber auch\nSozialdemokraten und Parteilose geh\u00f6rten. \u00dcber Albert Richter, einen alten\nsozialdemokratischen Schlosser bei Orenstein &amp; Koppel, stellten sie die\nVerbindung zu den sowjetischen Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen her.<em> (Bezirksleitung\nPotsdam der SED, Helle Sterne in dunkler Nacht, Potsdam 1988, S. 109)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Schon zuvor, kurz nach der Bombardierung Potsdams am\n14.4.1945 durch US-amerikanische und britische Bomberverb\u00e4nde, gab die\nNKFD-Gruppe in Babelsberg ein Flugblatt heraus, in der die Bev\u00f6lkerung,\nbesonders jedoch der Volkssturm aufgefordert wurde, mit dem Krieg Schluss zu\nmachen und eine Front des Friedens zu bilden:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eAuch unsere Stadt ist nun dem wahnsinnigen Krieg der faschistischen Bluthunde zum Opfer gefallen. Viele Tausende tote Frauen und Kinder klagen an, rufen Euch zu: Schluss mit dem imperialistischen Krieg! Schluss mit dem Massenm\u00f6rder Hitler! Erkennt endlich Eure Feinde! Verlasst den Volkssturm! Werft die Waffen weg! Haltet wei\u00dfe Fahnen bereit und folgt den Anweisungen der Besatzungsbeh\u00f6rde!&#8230; K\u00e4mpft mit uns f\u00fcr ein demokratisches Deutschland!\u201c<\/p><cite> <em>(Bezirksleitung Potsdam der SED, Geschichte der Landesparteiorganisation Brandenburg der SED 1945-1952, Potsdam 1985, S. 18\/19)<\/em> <\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Ein weiteres Flugblatt wurde produziert und in der in der\nNacht zum 23. April bzw. am Morgen des 24. April in Babelsberg vom\nJungkommunisten und Stiefsohn von Alfred Lehnert, Charlie Vogel verteilt. Die\nBedingungen der Produktion und Verteilung der Flugbl\u00e4tter waren h\u00f6chst\nschwierig und gef\u00e4hrlich. Auf Matrizen wurden die Flugbl\u00e4tter geschrieben, die\nNina Nina Netschitailo und andere Zwangsarbeiterinnen aus den Best\u00e4nden von\nOrenstein &amp; Koppel besorgten und auch an der Vervielf\u00e4ltigung beteiligt\nwaren. Die notwendige Schreibmaschine stellte Gertrud M\u00fcller, die ihre Laube\nebenfalls in der Laubenkolonie \u201eNaturfreunde\u201c an der Bahnhofstra\u00dfe N\u00e4he zum\nBahnhof Drewitz hatte. <em>(Helle Sterne in dunkler Nacht, S. 115)<\/em> Ihren Weg\nfanden die in ihrer Anzahl begrenzten Flugbl\u00e4tter in der Nacht an Z\u00e4une und\nH\u00e4userw\u00e4nde.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf dem zweiten Flugblatt des \u201eKomitee Freies Deutschland\u201c hei\u00dft es:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Tagesbefehl!<\/p><p>B\u00fcrger von Potsdam! Volkssturmm\u00e4nner!<\/p><p>Der Kampf um Berlin geht seinem Ende entgegen! Schon marschiert die Rote Armee \u00fcber G\u00fcterfelde auf unsere Stadt. Die Naziverbrecher get\u00fcrmt. Unsere \u201eglorreiche\u201c Armee in wilder Flucht.<\/p><p>Volkssturmm\u00e4nner! Wir fordern euch auf, jeden Widerstand sofort einzustellen!<\/p><p>Verlasst sofort den Volkssturm! Rettet das Leben Eurer Frauen und Kinder!<\/p><p>Haltet wei\u00dfe Fahnen bereit! Jeder Widerstand ist ein Verbrechen! Wer diesem Befehl nicht Folge leistet, wird erschossen!<\/p><p>Tod dem Sippenm\u00f6rder und Werwolf Adolf Hitler!<\/p><p>Komitee Freies Deutschland<\/p><cite> (Die Befreiung Berlins 1945, S. 129) <\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Charlie Vogel dazu in einem Erinnerungsbericht: \u201eTeile\nder sowjetischen Truppen n\u00e4herten sich in westlicher Richtung Teltow und\nG\u00fcterfelde. In dieser Zeit kam es zu lebhaften Diskussionen in der Babelsberger\nWiderstandsgruppe, was wir tun k\u00f6nnten, um Babelsberg der Sowjetarmee kampflos\nzu \u00fcbergeben und weitere Zerst\u00f6rungen zu verhindern. An der Einfahrt nach\nBabelsberg hatte der damalige faschistische Volkssturm eine Panzersperre\nerrichtet. (\u2026) Eine halbe Kompanie Babelsberger Volkssturm bewachte diese\nSperre. Die Babelsberger Widerstandsgruppe fasste den Entschluss, diese\nPanzersperre zu beseitigen.\u201c <em>(Von\nK\u00fcgelgen, Die Front war \u00fcberall.\nErlebnisse und Berichte vom Kampf des NKFD, Berlin 1983, S. 478 ff.) <\/em>Zur\nUnterst\u00fctzung hatten sie acht sowjetische Kriegsgefangene, die um den 20. April\n1945 aus einem Lager wegen ihrer Gef\u00e4hrdung der Verlegung in den Westen\ngefl\u00fcchtet waren. Sie kamen in der Laube von Charlie Vogel und Alfred und Wally\nLehnert unter, die sich in der Sparte Naturfreunde am Bahnhof Drewitz in der\nBahnhofstra\u00dfe 53 befand.<\/p>\n\n\n\n<p>In der unmittelbaren N\u00e4he der Laube von Alfred Lehnert\ngab es auch andere Lager, in denen Zwangsarbeiter untergebracht waren. So gab\nes in der Gro\u00dfbeerenstra\u00dfe 215-217 ein Lager von Frieseke &amp; H\u00f6pfner mit 500\nPl\u00e4tzen sowie nur einen Steinwurf entfernt in der Gro\u00dfbeerenstra\u00dfe 237 ein\nweiteres Lager mit 162 Pl\u00e4tzen. <em>(Almuth P\u00fcschel, Zwangsarbeit in Potsdam, Wilhelmshorst\n2002, S. 45)<\/em>. Zur anderen Seite grenzten diese beiden Lager an die\nLaubenkolonie Naturfreunde in der Bahnhofstra\u00dfe, wo einige Antifaschisten wie\ndie Lehnerts ihre Lauben hatten. Gut vorstellbar, dass durch diese\ngeographische N\u00e4he ebenfalls der Kontakt erleichtert wurde. Charlie Vogel\nerw\u00e4hnt dies in einem pers\u00f6nlichen Bericht im Buch \u201eDie Front war \u00fcberall\u201c. <em>(Die\nFront war \u00fcberall, S. 478)<\/em> Die ukrainische Zwangsarbeiterin Nina\nNetschitailo, die die Bekanntschaft mit dem Kommunisten Alfred Lehnert und\nseiner Ehefrau im April 1943 machte, war oft dort zu Hause. Nachrichten,\nbesonders die Lage an der Front vom Radiosender Moskau bekam sie mit und\n\u00fcbermittelte sie schlie\u00dflich im Lager. \u201eOft halfen wir Lehnert beim Anfertigen\nvon Flugbl\u00e4ttern, brachten ihm Papier und anderes Pressematerial aus der Fabrik\nmit. \u00dcber unseren Genossen Anatoli Koplik hielt Alfred Lehnert die Verbindung\nzu sowjetischen Gefangenen aufrecht.\u201c<em> (Helle Sterne in dunkler Nacht, S.\n115)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Doch zur\u00fcck zur Aktion der Beseitigung der Panzersperre.\nCharlie Vogel beschreibt, dass \u00fcber Umwegen die deutschen Genossen und die\nsowjetischen Kriegsgefangenen zur Panzersperre durchkommen versuchten. \u201eDurch\nbesonders gl\u00fcckliche Umst\u00e4nde war die Panzersperre nicht stark besetzt. Es\nbefanden sich nur zwei Volksturmleute als Wache dort, die schnell entwaffnet\nwaren. Gemeinsam mit den sowjetischen Kriegsgefangenen wurde die Sperre\nbeseitigt.\u201c <em>(Die Front war \u00fcberall, S. 479)<\/em> Leutnant Wulkow, er war mit\nanderen Zwangsarbeitern in der Laube von Lehnert versteckt worden und galt als\nWortf\u00fchrer, und der russisch verstehende Hans Eichler gingen schlie\u00dflich den\nbei G\u00fcterfelde stehenden Truppen der Roten Armee entgegen und berichteten \u00fcber\nihre Aktion. Gerda Ziebell berichtet in einem Heft von Helga Bornst\u00e4dt, dass\nWolfgang Schumann mit Lehnert und Eichler den Soldaten entgegen ging. \u201eWolfgang\nSchumann war bei der Aktion sehr wichtig, weil er die russische Sprache\nbeherrschte.\u201c <em>(Helga Bornst\u00e4dt, Mit dem Fr\u00fchling kam der Frieden, Potsdam\n2005, S. 3)<\/em> In einer anderen Quelle wird der Anf\u00fchrer der sowjetischen\nKriegsgefangenen mit vollem Namen, Semjon Wulkow, erw\u00e4hnt und der deutsche\nAntifaschist Heinrich Eichler genannt. <em>(Geschichte der\nLandesparteiorganisation Brandenburg der SED 1945-1952, S. 17)<\/em> Bei der\nbeseitigten Panzersperre verblieben schlie\u00dflich die anderen, bewaffnet mit\neinigen Pistolen und einem italienischem Maschinengewehr, wie es Charlie Vogel\nbeschreibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Gegen Mitternacht erreichten Panzer aus G\u00fcterfelde\nkommend den Ort. \u201eDer kommandierende sowjetische Offizier machte den Vorschlag,\neinen Genossen zum sowjetischen Kriegsgefangenenlage zu schicken.\u201c <em>(Die\nFront war \u00fcberall, S. 479)<\/em> Charlie Vogel berichtet dann weiter, dass er\nauserkoren wurde, das Lager aufzusuchen. Er bekam eine schriftliche Mitteilung\ndes sowjetischen Offiziers und schlich sich durch die deutschen Reihen. Es ist\nallerdings unklar, wie stark die Verb\u00e4nde von Wehrmacht und SS im Raum Drewitz\nwaren. Jedenfalls \u00fcberbrachte der junge Charlie Vogel den Brief an die\nsowjetischen Genossen und verschwand mit Erf\u00fcllung des Auftrages wieder. Er\nbeschreibt, dass vier Stunden sp\u00e4ter im Lager der Aufstand bzw. die\nSelbstbefreiung stattfand. \u201eDie danach im Lager am Drewitzer Bahnhof\ninformierten Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter vertrieben die\nWachmannschaften und die am Bahnhof Drewitz stehenden deutschen Truppen und\nbesetzten die dort aufgebaute zweite Panzersperre, bis die ersten sowjetischen\nPanzer eintrafen\u201c. <em>(Helle Sterne in dunkler Nacht, S. 116)<\/em>. In anderer\nQuelle hei\u00dft es dazu, dass die ca. 150 Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter bei\nOrenstein &amp; Koppel den Volkssturm und ihre Sicherheitsposten entwaffneten\nund ein weiteres Panzerhindernis am Bahnhof beseitigten. <em>(Geschichte der\nLandesparteiorganisation Brandenburg der SED 1945-1952, S. 17)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Mit dieser Aktion konnten schlie\u00dflich die in den\nMittagsstunden des 24. April anrollenden Panzer der Roten Armee Babelsberg\nkampflos einnehmen. Eine weitere Rolle f\u00fcr die kampflose Einnahme Babelsbergs\nwerden die Flugbl\u00e4tter, im Besonderen das zweite der NKFD-Gruppe um Lehnert\ngewesen sein, in der gefordert wurde, wei\u00dfe Fahnen bereit zu halten. Auch Helga\nBornst\u00e4dt berichtete selbst bei Veranstaltungen, dass sie als Kind die\nErinnerungen hatte, dass in der Gro\u00dfbeerenstra\u00dfe viele wei\u00dfe Fahnen aus den\nFenstern hingen. Diese wei\u00dfen Fahnen, die eben dargestellten Aktionen und der\nnicht vorhandene Widerstand sorgten daf\u00fcr, dass au\u00dfer im Park Babelsberg, keine\nKampfhandlungen stattfanden und in Babelsberg die Panzer ohne\nGefechtshandlungen die Gro\u00dfbeerenstra\u00dfe in Richtung Teltower Vorstadt bis an\ndie Havel fuhren.&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p>Augenzeugen berichten, dass die sowjetischen Panzer in\ndas alte Nowawes \u2013 so auch in die Kleine Stra\u00dfe \u2013 vordrangen, um so Gefechtsstellungen\neinzunehmen, die es ihnen erm\u00f6glichten, \u00fcber die Havel nach Potsdam zu\nschie\u00dfen, da sich dort immer noch SS-Verb\u00e4nde verschanzt hatten. Auch soll der\ngeb\u00fcrtige Nowaweser und Maler Werner Nerlich, der als Wehrmachtssoldat am 02.01.1943\nzur Roten Armee \u00fcberlief und dann seit Juli 1944 als Frontbeauftragter des NKFD\nbei der 1. Belorussischen Front, im April 1945 in der Uniform der Roten Armee\nunter den Befreiern in Babelsberg gewesen sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz der weitgehend kampflosen Einnahme Babelsbergs hatte sich Wehrmachtseinheiten am Griebnitzsee und in Teilen des Park Babelsberg verschanzt. Nicht nur wurde in Klein Glienicke die Enver-Pascher-Br\u00fccke (wie auch die Lange Br\u00fccke und die Glienicker Br\u00fccke in Potsdam) von der Wehrmacht gesprengt, sondern auch sinnloser Widerstand 5 nach 12 geleistet. Dabei fand auch der stadtbekannte Nowaweser Kommunist Hermann Deinert den Tod. Nach der Befreiung schildert seine Frau das Geschehen wie folgt: \u201eAm 20.4.1945, dem Tag der Befreiung Babelsbergs durch die Rote Armee geht er in seinen Garten in der Laubenkolonie \u201eFreie Scholle\u201c, um seine Tiere zu f\u00fcttern. Sp\u00e4ter bezeugen Gartennachbarn, dass sie ihn auf einem LKW der Roten Armee die Allee nach Glienicke hinauf fuhren sahen. Es ist zu vermuten, dass er als ortskundiger Kommunist, Rotarmisten den Weg zum Park zeigte, da es dort noch heftigen Widerstand von faschistischen Einheiten gab. Einen Tag sp\u00e4ter wird er tot aufgefunden.\u201c<em> (Landeshauptarchiv Brandenburg, VdN-Akte)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum 75. Jahrestag der Befreiung haben wir unter https:\/\/1945.rotes-nowawes.de eine Sonderseite zum Thema eingerichtet. Mit dem Jahr 1944 r\u00fcckte die Front immer n\u00e4her an das Kerngebiet des Deutschen Reiches und somit auch an Potsdam-Babelsberg heran. 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