{"id":268,"date":"2019-12-04T16:39:41","date_gmt":"2019-12-04T14:39:41","guid":{"rendered":"http:\/\/rotes-nowawes.de\/?page_id=268"},"modified":"2020-09-10T11:09:07","modified_gmt":"2020-09-10T09:09:07","slug":"die-nowaweser-industriebetriebe","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/?page_id=268","title":{"rendered":"Die Nowaweser Industriebetriebe"},"content":{"rendered":"\n<p>Wer heute durch Babelsberg l\u00e4uft, der wird nur noch mit M\u00fche sehen und erahnen k\u00f6nnen, dass er in einem ehemaligen industriell gepr\u00e4gten Arbeiter*innenort unterwegs ist. Dort, wo heute sanierte Weber- und Mehrfamilienh\u00e4user, Lofts und schicke Innenh\u00f6fe das Bild pr\u00e4gen, waren vor wenigen Jahrzehnten noch rauschende Schornsteine, Werkst\u00e4tten und gro\u00dfe Fabrikgeb\u00e4ude zu sehen. Somit wird klar, dass die Geschichte des Roten Nowawes eng mit der industriellen Geschichte des Ortes und seiner Bewohner*innen verbunden ist. Wir versuchen einen kleinen \u00dcberblick, \u00fcber die gro\u00dfen Industriestandorte zu geben.  Es folgt eine chronologische Anordnung nach den Stra\u00dfennamen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ahornstr. 28 \u2013 32 <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lokfabrik Orenstein &amp; Koppel, MBA, Karl-Marx-Werk <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der aus Posen stammende Jude Benno Orenstein und der aus Dresden stammende Jude Arthur Koppel gr\u00fcnden am 1.4.1876 in Berlin eine offene Handelsgesellschaft zum Vertrieb von Eisenwaren und Eisenbahnmaterial. Nach dem Ausstieg von Koppel, der eine eigene Handelsgesellschaft gr\u00fcndete, holt Benno Orenstein u.a. auch seinen Bruder Max in die Berliner Firma. Da Max, der Ingenieur ist, in die Lokomotivproduktion einsteigen will, Benno sich als Kaufmann jedoch eher dem Handel verschrieben hat, trennen sich die Wege der Br\u00fcder und Max gr\u00fcndet in Schlachtensee weit vor den Toren Berlins \u201eim m\u00e4rkischen Sand\u201c eine kleine Lokfabrik, die \u201eM\u00e4rkische Lokomotivfabrik\u201c, die ausschlie\u00dflich f\u00fcr Schmalspurbahnen produziert. Zwischenzeitlich wandelt Benno Orenstein seine Handelsgesellschaft 1897 mit erheblicher finanzieller Unterst\u00fctzung der Dresdener Bank, die auch Hauptaktion\u00e4r wird, in eine Aktiengesellschaft um. Die neue kapitalkr\u00e4ftige Gesellschaft errichtet noch vor der Jahrtausendwende Waggonfabriken in Spandau bei Berlin und Dorstfeld bei Dortmund. Die von Max Orenstein erw\u00fcnschten fl\u00e4chenm\u00e4\u00dfigen Erweiterungsabsichten in Schlachtensee scheitern an der zunehmenden Parzellierung des Berliner Vorortes f\u00fcr den Villenneubau. Auf der Suche nach einem neuen Standort f\u00fcr seine Lokfabrik erwirbt er 1898 von Neuendorfer und Drewitzer Bauern Felder und Wiesen am damaligen Bahnhof Drewitz und errichtet dort seine neue Fabrik. Nur wenige Monate sp\u00e4ter verkauft er die schon errichteten Geb\u00e4ude an die \u201eAG f\u00fcr Klein- und Feldbahnbedarf, vormals Orenstein &amp; Koppel\u201c, deren Generaldirektor weiterhin sein Bruder Benno ist. Mit dem \u201eDrewitzer\u201c Werk, dass eigentlich auf der Gemarkung von Neuendorf, sp\u00e4ter Nowawes bzw. Babelsberg liegt, verschiebt sich die Industriestruktur in Nowawes weg von der Textilindustrie hin zur Metallverarbeitung. In der Fabrik wurden in 70 Jahren u.a. 35.000 Lokomotiven gebaut. Hinzu kamen dann in der DDR noch der Bau von ca. 11.524 Autodrehkr\u00e4ne. In wirtschaftlich erfolgreichen Phasen arbeiteten bis zu 4.000 Erwerbst\u00e4tige im Werk. In der Zeit des Faschismus wurden im Werk zeitweilig \u00fcber 2600 Zwangsarbeiter ausgebeutet. Das Werk wurde \u00fcber mehrere Stationen \u201earisiert\u201c. Der damalige Vorstandsvorsitzende Alfred Orenstein, Sohn des Firmengr\u00fcnders wurde noch 1933 in \u201eSchutzhaft\u201c genommen, kam wieder frei und emigrierte dann nach S\u00fcdafrika. Der j\u00fcdisch klingende Name der Firma wurde \u00fcber die Schritte \u201eMaschinenbau und Bahnbedarf Aktiengesellschaft, ehemals Orenstein und Koppel\u201c und ab 1940 nur noch \u201eMaschinenbau und Bahnbedarf\u201c getilgt. W\u00e4hrend des 2. Weltkrieg war die Fabrik einer der Hauptlieferanten von Kriegsloks der Baureihe 52 zur logistischen Unterst\u00fctzung des Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion. Im Werk wurden nach der Befreiung von der Roten Armee alle Maschinen demontiert. Es wurden Kleinkonsumg\u00fcter in leeren Hallen hergestellt. Nach der Wiederorganisation aller notwendigen Maschinen wurde die Lokomotivproduktion wieder aufgenommen. 1948 wurde das Werk in einen VEB umgewandelt, 1976 wurde auf Beschluss des RGWs die Lokomotivproduktion eingestellt. Danach wurden Klimaanlagen und Autodrehkr\u00e4ne produziert. Das Werk wurde durch die Treuhand 1990 in eine GmbH umgewandelt und 1993 abgewickelt. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Alt Nowawes (vormals Wilhelmstra\u00dfe) 2, 4, 6, 8<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Deutsche Jutespinnerei und Weberei <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1862 gr\u00fcndeten die Br\u00fcder Julius und Lucas Robert Arntz (beide Berlin) zusammen mit Carl Mathias (Neuendorf) und Carl Otto Busch (Berlin) auf der Gemarkung Neuendorf die erste industrielle Spinnerei auf dem Gebiet des heutigen Babelsbergs. Ab 1863 erfolgte der gro\u00dfe Ausbau der Spinnerei. Es entstanden unter anderem das burgenartige Klinkergeb\u00e4ude der Fabrikhalle, eine Anlegestelle mit Kaianlagen an der Nuthe und die Fabrikantenvilla in dem heute noch existieren Geb\u00e4ude in der Friedrich-List-Stra\u00dfe 8. Als die Arntz-Br\u00fcder ab 1865 den Betrieb allein weiterf\u00fchrten, wandelten sie das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft um. Die Firma wurde weiter ausgebaut. Die Ballen mit Roh-Jute wurden aus Amerika, Indien und Russland importiert und kamen in Lastk\u00e4hne die Elbe, die Oder und die Havel entlang, wo sie an der hauseigenen Anlegestelle gel\u00f6scht wurden. Und auf demselben Weg wurden die meisten Produkte der Fabrik, S\u00e4cke, Garne und Textilgewebe, wieder exportiert. Nach einem Gro\u00dfbrand \u00fcbernahm im Jahr 1881 die Deutsche Jutespinnerei und Weberei AG Mei\u00dfen die Firma. Es begann ein weiterer Ausbau des Betriebes. Neben Fabrikanlagen und Sozialgeb\u00e4uden wurden auch acht Angestellten- und Arbeiterwohnh\u00e4user erbaut sowie ein Wohnheim f\u00fcr weibliche Mitarbeiter. Das Werksgel\u00e4nde umfasste nun 45.289 Quadratmeter. 1887 wurde der Betrieb zur zweitgr\u00f6\u00dften Jutespinnerei des Deutschen Reiches. Die Wirtschaftskrise Ende der 1920er Jahre verschonte auch die Jutespinnerei nicht. 1932 wurde das Unternehmen an die Braunschweigische Aktiengesellschaft f\u00fcr Jute- und Flachs-Industrie verkauft. W\u00e4hrend der Bombardierung Potsdam durch die Royal Air Force am 14. April 1945 wurde auch den gr\u00f6\u00dften Teil des Werksgel\u00e4ndes zerst\u00f6rt. Die alte Fabrikhalle und die Fabrikantenvilla sowie einige Nebengeb\u00e4ude blieben aber erhalten. W\u00e4hrend der DDR-Zeit diente die einstige Fabrik als Lager f\u00fcr &#8222;Waren des t\u00e4glichen Bedarfs&#8220;. Der langj\u00e4hrige Direktor des Unternehmens, Richard D\u00f6ring, war viele Jahre Mitglied der Gemeindevertretung von Nowawes und Vorsitzender des Arbeiter-Bau-Vereins. 2018 wurde ein Teil des Gel\u00e4ndes und die Spinnerei zu \u201eJute \u2013 Lofts\u201c im Jute Kiez umgebaut. 1905: Neuendorf, Potsdamer Str. 3-4 <\/p>\n\n\n\n<p><em>Q: www.potsdam-wiki.de\/index.php\/Deutsche_Jutespinnerei_und_Weberei_AG_Mei\u00dfen <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Alt Nowawes (vormals Wilhelmstra\u00dfe) 3, 5, 7, 9<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Berlin-Neuendorfer Smyrna Teppichfabrik (Inh.: Karl Hozak)<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>Die Firma Karl Hoz\u00e1k wurde im Jahr 1884 als Heuveldop &amp; Hozak OHG gegr\u00fcndet. Sie produzierte haupts\u00e4chlich Teppiche. Die Firma trug den Titel eines k\u00f6niglichen und kaiserlichen Hoflieferanten und versorgte unter anderem die Potsdamer Schl\u00f6sser, das Berliner Stadtschloss, das Reichstaggeb\u00e4ude und den preu\u00dfischen Landtag mit seinen handgekn\u00fcpften Smyrna-Teppichen. 1905: Neuendorf, Potsdamer Str. 8 <\/p>\n\n\n\n<p><em>Q: www.potsdam-wiki.de\/index.php?title=Teppichfabrik_Karl_Hoz\u00e1k <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Alt Nowawes (vormals Wilhelmstra\u00dfe) 10, 14, 16, 18  <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Norddeutsche Wollk\u00e4mmerei &amp; Kammgarnspinnerei <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr 1865 wurde die \u201eBerlin-Neuendorfer Aktienspinnerei\u201c gegr\u00fcndet. In dem sich schnell wachsenden Unternehmen arbeiteten Spinnerei-, Zwirnerei-, K\u00e4mmerei- und Webmaschinen. 1907 wurde die Spinnerei von der Norddeutsche Wollk\u00e4mmerei &amp; Kammgarnspinnerei \u00fcbernommen, die bereits seit 1899 eine Aktienmehrheit des Unternehmens besa\u00df. F\u00fcr den Betrieb wurde der Kurzname Nordwolle von der Bev\u00f6lkerung vom Mutterkonzern mit \u00fcbernommen. Es folgten weitere Aus- und Neubauten, sodass die Betriebsfl\u00e4che auf \u00fcber 43.000 Quadratmeter anwuchs. Unter anderem wurden F\u00e4rbereien errichtet, wodurch Garne mit vielf\u00e4ltigen Farben hergestellt werden konnten. Die NWK entwickelte sich zum Marktf\u00fchrer seiner Branche und war in den 1920er Jahren eines der gr\u00f6\u00dften Textilunternehmen der Welt. Es hatte in Nowawes bis zu 500 Erwerbst\u00e4tige. 32040 Feinspindeln, 3500 Zwirnspindeln, 214 Spinnerei- Zwirnerei-, K\u00e4mmerei und Webmaschinen produzierten und verarbeiteten Garn. 1927 firmierten Franz Meyer und Ernst Schulz als Direktoren der Fabrik. Ende der 1920er Jahre stellte der Betrieb seine Produktion ein. Das Gel\u00e4nde und seine Geb\u00e4ude wurden fortan von Kleinbetrieben als Produktionshallen und Lager genutzt. Durch die Bombardierung der Stadt am 14. April 1945, wurde ein Gro\u00dfteil der Geb\u00e4ude zerst\u00f6rt. Nach dem Krieg wurden lediglich die Tr\u00fcmmer und Reste der Geb\u00e4ude beseitigt. Das Gel\u00e4nde blieb eine Brache. Das Gel\u00e4nde wird heute im Wesentlichen durch die Nuthe \u2013 Schnellstra\u00dfe durchquert. 1905: Neuendorf, Potsdamer Str. 1-2 <\/p>\n\n\n\n<p><em>Q: www.potsdam-wiki.de\/index.php\/Norddeutsche_Wollk\u00e4mmerei_%26_Kammgarnspinnerei <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Alt Nowawes (vormals Wilhelmstra\u00dfe) 28 <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>B\u00fcrgerliches Brauhaus GmbH <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Brauereigeb\u00e4ude besteht aus mehreren Geb\u00e4udeteilen, die in kurz aufeinander folgenden Zeitabst\u00e4nden entstanden sein m\u00fcssen. Mit dem Bau des \u00e4ltesten Geb\u00e4udes, dem K\u00fchlturm, wurde vermutlich schon zwischen 1860 und 1875 begonnen. Angrenzend an den K\u00fchlturm wurden die Lager- und G\u00e4rkeller errichtet. 1885 erfolgte der Bau des Hauptgeb\u00e4udes der Brauerei. Dieser viergeschossige Klinkerbau bildet mit seiner zur Stra\u00dfe Alt Nowawes gerichteten attraktiven Fassade den repr\u00e4sentativen Teil der Brauerei. Neben dem Sudhaus und einem Raum f\u00fcr An- und Ablieferung enthielt das Hauptgeb\u00e4ude auch Lager- und B\u00fcror\u00e4ume. Einige Nebengeb\u00e4ude, wie z.B. die an der nord\u00f6stlichen Grundst\u00fccksgrenze gelegenen Pferdest\u00e4lle, sind ebenfalls in der Zeit um 1885 entstanden. Bereits im Jahr 1882 werden als Grundst\u00fcckseigent\u00fcmer Louis Hildebrandt und als Bauherr die B\u00fcrgerliche BrauhausGmbH Nowawes benannt. Die Hauptniederlassung befand sich seit 1871 in der Berliner Hauptstra\u00dfe, der sp\u00e4teren Kindl-Brauerei, und braute das Bier der Marke \u201eSchlossbr\u00e4u\u201c. Die Nutzung f\u00fcr die Produktion und Lagerung von Getr\u00e4nken ist bis 1939 nachgewiesen. W\u00e4hrend des 2. Weltkrieges dienten die Gew\u00f6lbekeller der Brauerei als Luftschutzkeller f\u00fcr die Babelsberger. Die unzerst\u00f6rten Geb\u00e4ude wurden nach 1945 mehrfach umgenutzt. Die Tischlerei Staberock verblieb bis 1955 in den ehemaligen Pferdest\u00e4llen. Die seit 1920 auf dem Gel\u00e4nde ans\u00e4ssige Werkstatt f\u00fcr Werkzeug- und Maschinenbau \u201eHolubars &amp; Kosch\u201d zog in das Brauereigeb\u00e4ude. Dar\u00fcber hinaus dienten die gutisolierten R\u00e4ume der Brauerei einem Nahrungsmittelgro\u00dfhandels Lager. Im Jahre 1959 wurden beide Betriebe verstaatlicht und die Geb\u00e4ude bis 1990 gemeinschaftlich von der PGH Metallhandwerk Babelsberg und der HO f\u00fcr Waren des t\u00e4glichen Bedarfs genutzt. <\/p>\n\n\n\n<p><em>Q:  www.stadtkontor.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/bab_buergerinfo_12.pdf <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Alt Nowawes (vormals Wilhelmstra\u00dfe) 29 \u2013 33 <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mechanische Jute- und Hanfweberei (Inh. Louis Nathan)<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>Die Weberei wurde von Louis Nathan im Jahr 1866 gegr\u00fcndet. Hier wurden haupts\u00e4chlich so genannte Rupfen produziert. Dieser Stoff besteht aus Hanf und Jute und wurde vor allem als Wandbespannung genutzt. Diese wurden unter anderem an die k\u00f6niglichen Schl\u00f6sser und G\u00e4rten von Potsdam geliefert. Au\u00dferdem wurden Gurte hergestellt und es existierte eine eigene F\u00e4rberei f\u00fcr Jute- und Hanfwaren. Der Besitzer Louis Nathan (1856 \u2013 1925) geh\u00f6rte seit 1896 dem Vorstand der Synagogengemeinde Potsdam an und war viele Jahre Gemeindevertreter in Nowawes. Als Kreistagsabgeordneter in Teltow unterst\u00fctze er den Bau des Teltowkanals. <\/p>\n\n\n\n<p>1905: Adresse Wilhelmstr. 1 <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Alt Nowawes (vormals Wilhelmstra\u00dfe) 29 \u2013 33<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p><strong>NOWA-Werk (Inh. Fritz Nathan)<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>Fritz Nathan, der zuvor bei Lindcar t\u00e4tig war, gr\u00fcndete das Unternehmen am 24. Mai 1923. Im gleichen Jahr begann die Produktion von Automobilen. Der Markenname lautete Nawa. 1924 wurde zusammen mit einem neuen Partner die Nowa-Werke AG gegr\u00fcndet. Auf der Berliner Automobilausstellung 1925 wurden f\u00fcnf Fahrzeuge ausgestellt. Insgesamt entstanden in den beiden Unternehmen zusammen etwa 200 Fahrzeuge. Hier wurden 2 offene Autotypen, die zwei oder viersitzig waren gebaut und jeweils \u00fcber 12 oder 18 PS Motoren verf\u00fcgten. Die geschlossene Limousine mit 25 PS, 1926, wurde nicht mehr realisiert. Die Motoren kamen von den Steudel Werken. Es gab zwischen 20 und 50 Besch\u00e4ftigte. 10 Autos wurden im Monat gebaut mit der Absicht auf 30 gefertigte (und dann auch verkaufte) Autos zu erh\u00f6hen. 1925 kostete ein Nowa-Wagen ca. 5.500 Reichsmark. Die Autoproduktion war nur durch den parallelen Reparaturbetrieb \u201erentabel\u201c. Am 31. August 1926 schloss das Werk wegen Unwirtschaftlichkeit. Fritz Nathans Spur verliert sich im Hafen von Genua (letztes Lebenszeichen) auf der Flucht vor den Nationalsozialisten. <\/p>\n\n\n\n<p><em>Q: wikipedia.org\/wiki\/Nathan-Wagen <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Alt Nowawes (vormals Wilhelmstra\u00dfe) 30 \u2013 32 <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Delepper &amp; Kosch, Werkzeug- und Maschinenbau <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1927, zog dann in die Kaiser-Wilhelm-Str. 34 <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Alt Nowawes (vormals Wilhelmstra\u00dfe) 89 <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mechanische Schuhfabrik Jakob Filip (Ballschuhe)<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>1914 <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Alt Nowawes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Feinwerkbau Klaus Zimmermann<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Alt Nowawes <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Stollenwerk &#8211; Fabrik f\u00fcr den Bau mobiler Lazarette und Krankentransportger\u00e4te<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Alt Nowawes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>M\u00fcllox, Fabrik zur Produktion von Suppenw\u00fcrfel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Benzstr. (vormals Retzowstr.) 8 \u2013 9 <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schuhfabrik Haase &amp; Ru\u00df <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1905: Adresse Lindenstr. 5 <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Benzstr. (vormals Retzowstr.) 12 \u2013 14a  <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Teppichfabrik Michaelis &amp; Behrend <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>ab 1905, vorher: Wilhelmstr.\/Friedrichstr. Michaelis &amp; Behrend 1900 gegr\u00fcndet, begann in der Friedrichstra\u00dfe, heute Garnstra\u00dfe, mit der Herstellung von einfachen Juteteppichen. Nach dem Umzug 1905 in die Retzowstra\u00dfe, heute Benzstra\u00dfe 11 wurde die Produktion auf Woll \u2013 Perser \u2013 Teppiche umgestellt. In der DDR konnte man dort Zelte zur Reparatur abgeben. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Benzstr. (vormals Retzowstr.) 22 <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sack-, Plan- und Zeltefabrik D.R.Halemeyer AG <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1927 gegr. 1820 in Potsdam, 1914 in Nowawes <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Friedrich-Engels-Str. 21a (vormals Kaiser-Wilhelm-Str. 1\/3)  <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Seidenwarenfabrik Michels &amp; Co. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1914 <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Elektrola Gesellschaft mbH Schallplatten und Musikinstrumente <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1925 &#8211; 1934 Friedrich-Engels-Str. 21a (vormals Kaiser-Wilhelm-Str. 1\/3) <\/p>\n\n\n\n<p><strong>ARADO Flugzeugwerke GmbH <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1938 <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Friedrich-Engels-Str. 38 (vormals Kaiser-Wilhelm-Str. 17)<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Karl Middendorf Malzbierbrauerei <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1938 &#8211; 1949 <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Friedrich-Engels-Str. 43 (vormals Kaiser-Wilhelm-Str. 22)<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mineralwasser-Fabrik und Bierverlag \u201eZum Eisb\u00e4ren\u201c (Inh. Richard Schneiderchen) <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1914 &#8211; 1949 <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Friedrich-Engels-Str. 55 (vormals Kaiser-Wilhelm-Str. 34) <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dekepper &amp; Kosch, Werkzeug- und Maschinenbau <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1934 &#8211; 1938 <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Friedrich-Engels-Str. 56 (vormals Kaiser-Wilhelm-Str. 29\/30)<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schulthei\u00df-Brauerei <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1905 Brauerei 1927 DRG <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Friesenstr. 1 &#8211; 3<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eApag\u201c Pr\u00e4zisionsgu\u00df AG <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1927 1949: Kfm. Georg Peter verstorben (bisher Vorstand); neuer Vorstand: Richard Seel und Hans Bruno Greiff <\/p>\n\n\n\n<p>DDR: APAG Aluminium-Pr\u00e4zisionsarmaturen-Gu\u00df Potsdam-Babelsberg <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fritz-Zubeil-Str. (vormals Husarenstr.) 17<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wollmersh\u00e4user &amp; Gurth Mechanische Werkst\u00e4tten (Inh. Hermann Gurth und Hugo  Wollmersh\u00e4user)<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>1914 &#8211; 1927 <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wollmersh\u00e4user &amp; Gurth Maschinen und Apparatebau<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>1934 &#8211; 1938 Jacob Walcher: 1916 Spitzendreher in einer Pulverfabrik (Inhaber Wollmersh\u00e4user &amp; Gurth) in Nowawes bei Potsdam<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fritz-Zubeil-Str. (Husarenstr.)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Verbundglas-G.m.b.H.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Garnstr. (vormals Friedrichstr.) 29 <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mineralwasserfabrik Marie Ki\u00dfler \/ Selterwasserfabrik Bernhard Kalbhen <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1914 &#8211; 1919 <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gartenstr. 2, 4, 6, 8, 10 <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Caprano GmbH Fabrik farbiger Leder und Bakteriochemisches Institut \u201eCiba\u201c der Gesellschaft f\u00fcr Chemische Industrie (Basel)<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>1914 &#8211; 1919 <\/p>\n\n\n\n<p>Gartenstr. 2, 4, 6, 8, 10 <strong>Reifengesellschaft der Firma Gollert <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Glissa Garn GmbH Fabrikation kunstseidener Handarbeitsgarne <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1927 \u2013 1938 <\/p>\n\n\n\n<p>1936: Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer: Kaufmann Wilhelm Wuppermann u. Dr.-Ing. Hans Fikentscher<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gartenstr. 26 <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lackfabrik (Inh. Ferdinand Hagen)<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>1914 &#8211; 1919  <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Glasmeisterstr. (vormals Charlottenstr.) 2-3<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Continental Gasanstalt Dessau <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Unternehmen wurde 1855 in Dessau gegr\u00fcndet und errichtete 1866 eine Filiale in Neuendorf. Ab 1929 sind die Teltower Kreiswerke GmbH Besitzer. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Glasmeisterstr. (vormals Charlottenstr.) 5<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fabrik seidener und wollender Schals und T\u00fccher H. Ch. Lattermann (Inh. Oskar  Reinhold)<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>1914 <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Grenzstr. 14 \u2013 15 <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mitteldeutsche Gamaschenfabrik MIGAM (Inh. Edmund Brasch und N. Abraham)<\/strong> 1927 &#8211; 1938 <\/p>\n\n\n\n<p>1919 in Nowawes, davor in Driesen (Drezdenko), 1927 Edmund Brasch (\u2026 &#8211; 1932), 1934 -1938 Herta Brasch N. Abraham (\u2026 &#8211; 1940) <\/p>\n\n\n\n<p>1898 Franz M\u00fcller, Metall-Gewebe-Fabrik <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gro\u00dfbeerenstr. 105 \u2013 119 <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Romeylowerk Gesellschaft f\u00fcr drahtlose Telegraphie vorm. Backhaus &amp; Gebr. Rothe mbH<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Friesecke &amp; H\u00f6pfner, Spezialwerk f\u00fcr Flugfunktechnik <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In den Jahren von 1910 bis 1913 entstand f\u00fcr die Firma Wollmersh\u00e4usser und Gurth in der Gro\u00dfbeerenstra\u00dfe 105 bis 119 ein Industriekomplex. Anfang der 1930er Jahre wurde von den Unternehmern Karl Roth und Heinrich Meyer-Lomax die Firma \u201eRomeylowerk\u201c, gegr\u00fcndet, die in diesen Geb\u00e4uden einzog. Wenige Jahre sp\u00e4ter, im Jahr 1939, wurden Roth und Meyer-Lomax enteignet und die Firma in \u201eFrieseke &amp; H\u00f6pfner\u201c umbenannt. Produziert wurden feinmechanische Ger\u00e4te der drahtlosen Nachrichtentechnik. Hauptauftraggeber war in erster Linie die Reichspost. Das florierende Unternehmen wurde schon in den Anfangsjahren extrem erweitert. In den Jahren von 1934 bis 1936 musste die Belegschaft \u2013 auf 370 Mitarbeiter \u2013 mehr als verf\u00fcnffacht werden. Auch die Entwicklungsabteilung des Werkes leistete seinen Beitrag zum Erfolg des Betriebes. Durch viele neuartige Patente wurde das Luftfahrtministerium auf das Nowaweser Unternehmen aufmerksam. Es dauerte nicht lange, und das Reichsluftfahrtministerium wurde neuer Hauptauftraggeber. Das Jahr 1936 brachte einschneidende \u00c4nderungen f\u00fcr den Betrieb. Unter dem Vorwurf die Produkte zu teuer zu verkaufen und somit das Deutsche Reich zu sch\u00e4digen wurden die Gesellschafter Roth und Meyer-Lomax verhaftet und zu mehrj\u00e4hrigen Haftstrafen verurteilt. Das Unternehmen wurde mittels Konkursverfahren enteignet und ging in der Auffanggesellschaft, \u201eGer\u00e4tebau GmbH Babelsberg\u201c, auf. Hans Frieseke und Friedrich H\u00f6pfner \u2013 beide aus der F\u00fchrungselite der Dessauer Junkerwerke \u2013 erhielten im Jahr 1939 den Auftrag die Ger\u00e4tebau GmbH Babelsberg zu erwerben und zu f\u00fchren. Die Produktion umfasste Notsender, Antennenanlagen, Peilanlagen und weitere Technik f\u00fcr den Funkverkehr in der Luft. Um die Auftr\u00e4ge des Reichsluftfahrtministeriums erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen, wurde ein zweites Werk in Breslau (sp\u00e4ter Wroclaw\/Polen) errichtet. Die Zahl der Mitarbeiter stieg bis zum Jahr 1943 auf 2.350 in Babelsberg und 1.775 in Breslau an. Die meisten Besch\u00e4ftigten waren aber Zwangsarbeiter aus Osteuropa. Diese wurden in werkseigene Zwangsarbeiterlager untergebracht, welche sich unter anderem in der Gro\u00dfbeerenstra\u00dfe 237, in der 215 bis 219 und in der Stra\u00dfe Konsumhof befanden. Im Fr\u00fchjahr 1945 setzten sich Frieseke und H\u00f6pfner nach Erlangen, in den Westen Deutschlands, ab und gr\u00fcndeten \u2013 ungeschoren wegen der Ausnutzung der Sklavenarbeit \u2013 eine neue Firma. Das Betriebsgel\u00e4nde in Babelsberg wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Karl-Marx-Werk II weitergenutzt. <\/p>\n\n\n\n<p><em>Q: www.potsdam-wiki.de\/index.php\/Frieseke_&amp;_H%F6pfner <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Johannsenstr. (vormals Bismarckstr.) 5&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mechanische Stickerei und Weberei Max Iden sen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1934&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Johannsenstr. (vormals Bismarckstr.) 13 \u2013 17<\/strong>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wollwarenfabrik Adolf Pitsch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der j\u00fcdische Unternehmer Adolf Pitsch (7.12.1851 Berlin \u2013\n29.10.1904 Berlin) betrieb schon 1880 in der Berliner Br\u00fcderstra\u00dfe 22 \u2013 23,\nsp\u00e4ter in der Kurstr. 38 eine Fabrik f\u00fcr Trikot- und Konfektionsstoffen,\nFederbes\u00e4tze, Pl\u00fcsch und Krimmer. Pitsch errichtete im Jahr 1890 eine\nTextilfabrik in Neuendorf, wobei die Vermarktung seiner Stoffe weiterhin in der\nBerliner Kurstr. erfolgte und er in der Berliner Linkstr, 3 wohnte. 1900 befand\nsich das Gesch\u00e4ftsb\u00fcro in der Mohrenstr. 38 und zu Adolf Pitsch traten Ernst\nJulius Lehrs (25.4.1863 \u2013 8.10.1918 Berlin) und sein Schwager Hugo Levy als\nweitere Eigent\u00fcmer. 1905 befindet sich das Verkaufsb\u00fcro in der Oberwallstra\u00dfe\n9. Nach dem Tod von Adolf Pitsch werden Hugo Levy, die Tochter des\nFirmengr\u00fcnders Charlotte Mayer und seine Witwe Anna Pitsch aus der Berliner\nLinkstr. 3 als Firmeninhaber gef\u00fchrt. Das Firmenb\u00fcro befindet sich am\nHausvogteiplatz 6\/7. Es wurde vom einfachen Urstoff bis zum n\u00e4hfertigen Tuch\nalles produziert. Das Werk besa\u00df eine eigene Gro\u00dfkesselanlage und verf\u00fcgte \u00fcber\nein eigenes Kraftwerk zur Herstellung der notwendigen Elektroenergie. 1910\nDirektor in Berlin: Paul Eisner<\/p>\n\n\n\n<p>1914 Th. May Spinnereileiter<\/p>\n\n\n\n<p>1920 werden bei Adolf Pitsch in Nowawes auch M\u00f6bel\nhergestellt. Ab 1921 wird als Inhaber der Firma nur noch der pers\u00f6nlich\nhaftenden Gesellschafter Hugo Levy aus der Nowaweser Domstr. 7 erw\u00e4hnt.<\/p>\n\n\n\n<p>1930&nbsp;&nbsp;&nbsp; Adolf Pitsch AG\nNowawes, Kronenstr. 33<\/p>\n\n\n\n<p>1934&nbsp;&nbsp;&nbsp; Adolf Pitsch AG\nNowawes, Dir. J. Lazarowicz; kein Verkauf mehr in Berlin<\/p>\n\n\n\n<p>Am Ende der 1920er Jahre musste wegen der Wirtschaftskrise\ndie Produktion eingestellt werden. Die Geb\u00e4ude blieben jahrelang ungenutzt. Der\nWirtschaftsaufschwung w\u00e4hrend der Zeit der Nationalsozialisten brachte nur\nminimale Ausnutzung der Geb\u00e4ude. Verschiedene kleine Firmen mieteten einzelne\nGeb\u00e4ude, die immer noch der Adolf Pietsch AG geh\u00f6rten. Die antisemitischen\nGesetze zwangen die j\u00fcdischen Gesellschafter der Aktiengesellschaft das gesamte\nGel\u00e4nde zu ver\u00e4u\u00dfern. In den leerstehenden Fabrikhallen wurden nun\nhaupts\u00e4chlich Kundgebungen abgehalten oder milit\u00e4rische Verb\u00e4nde untergebracht,\ndie in Potsdam bei Aufm\u00e4rschen dabei waren. W\u00e4hrend des Zweiten Weltkrieges\nwurde hier die Reichsreserve an Getreide gelagert. <\/p>\n\n\n\n<p>Geb\u00e4ude wurden an Milit\u00e4rzulieferer verpachtet. Auch die\nFirma Stollenwerk siedelte sich hier 1935 an und produzierte u.a. mobile\nOperationseinrichtungen f\u00fcr Frontlazarette und Krankentransportger\u00e4te. 1936\nbrach in der Fabrik ein Gro\u00dfbrand aus der fast die gesamten Einrichtungen\nvernichteten. Nach den Aufr\u00e4umungsarbeiten siedelten sich erneut kleinere\nUnternehmungen wie, Schirmbeck &amp; Seven, Helm &amp; Co, Malinowski &amp;\nCound Heinis Kn\u00e4ckebrotfabrik an.<\/p>\n\n\n\n<p>1965 wurde auf dem ger\u00e4umten \u201eGel\u00e4nde der ehemaligen\nB\u00e4ckerei\u201c der Betriebshof des \u201eVEB Personenkraftverkehr Potsdam \u2013 Babelsberg\u201c\ngegr\u00fcndet und als solches bis zum heutigen Tag (VIP)genutzt.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Q: www.potsdam-wiki.de\/index.php\/Adolf_Pitsch_Aktiengesellschaft<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Johannsenstr. (Bismarckstr.)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Getriebefabrik Schirmbeck &amp; Seven<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Karl-Liebknecht-Str. 36 (vormals Priesterstr. 31) <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Metallwarenfabrik Nowawes GmbH<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1927<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Pl\u00fcsch- und Kr\u00fcmmerfabrik (Inh. Hugo Ivers)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1927<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eNowa\u201c Metallwaren Thurmann &amp; Co.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1934 &#8211; 1938<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Karl-Liebknecht-Str. 125 (vormals Priesterstr. 72)<\/strong>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Steppdeckenfabrik Oskar Allner &amp; Co. (Inh. Gustav Goldstein)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1914<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lessingstr. 20 (vormals Feldstr. 16)&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Spezialfabrik f\u00fcr Geldschr\u00e4nke (Inh. Karl Schleiff)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>gegr. 1866<\/p>\n\n\n\n<p>1927: Geldschrankfabrik und Sicherheitsschl\u00f6sser<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Otto-Erich-Str. (vormals Schillerstr.) 9\/15 <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Buchdruckerei Imberg &amp; Lefson<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1878 gegr.<\/p>\n\n\n\n<p>So findet sich in dem Archiv die seltene Originalausgabe des\n\u201eBerichts \u00fcber die Lage des armenischen Volkes in der T\u00fcrkei\u201c, in dem Lepsius\nzum ersten Mal Details \u00fcber den Genozid in Deutschland \u00f6ffentlich bekannt\nmachte, bei dem zwischen 1915 und 1917 \u00fcber eine Million Menschen umgebracht\nwurden. 20000 Exemplare des Buchs konnte Lepsius versenden, bevor seine Schrift\nvon der deutschen Milit\u00e4rzensur verboten wurde. \u201eDa Deutschland und das\nOsmanische Reich im 1. Weltkrieg zusammen k\u00e4mpften, sollte der V\u00f6lkermord nicht\nthematisiert werden\u201c, erkl\u00e4rt Goltz. Ebenso ist im Lepsius-Archiv das 1919\nerschienene Buch \u201eDer Todesgang des armenischen Volkes\u201c enthalten, das wegen\npolitischer Bedenken erst nicht gedruckt werden konnte. Schlie\u00dflich trauten\nsich die Druckereien der j\u00fcdischen Firma Imberg &amp; Lefson in Babelsberg und\nder christlichen Zeitung \u201eDer Reichsbote\u201c in Berlin das Buch herzustellen. \u201eDen\ngro\u00dfen Verlagen der Zeit war das Thema zu hei\u00df, niemand wollte Lepsius\ndrucken\u201c, sagt Goltz.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Q:\nwww.pnn.de\/potsdam\/im-archiv-papiere-zum-massenmord\/22405166.html<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Buchdruckerei Imberg &amp; Lefson GmbH<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1914 &#8211; 1919<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Imberg &amp; Lefson GmbH i.L.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>BUTAG Buntpapierfabrikation<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1927<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Imberg &amp; Lefson GmbH i.L.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Buntpapierfabrik Herbert Sulzbach &amp; Co.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1934<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Leydechrom GmbH Farbfilmgesellschaft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1938<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Pasteurstr. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bautischlerei und Werkstatt f\u00fcr Innenausstattung Paul K\u00fcmmel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Plantagenstr. 10&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Brauerei (Inh. Paul Herrmann)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1914: Gambrinus-Brauerei (Inh. Georg Bislich)<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Rudolf-Breitscheid-Str. 19 (vormals Lindenstr. 84)&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fortuna Apparatebau<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1927<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Rudolf-Breitscheid-Str. 33 (vormals Lindenstr. 90)<\/strong>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Seidenweberei Kunze &amp; Kraberg<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1885 gegr. Nd 1905 L 79<\/p>\n\n\n\n<p>Die Fabrikanten Kunze und Kraberg waren in Potsdam ans\u00e4ssig.<\/p>\n\n\n\n<p>seit 1914: L 90<\/p>\n\n\n\n<p>1927 ist Inhaber der Mechanischen Jacquardweberei Kunze &amp; Kraberg Albert Basch aus der Charlottenburger Droysenstr. 6. 1934 lebt Basch am Kurf\u00fcrstendamm 74. 1949 befindet sich in Nr. 90 die Krawattenweberei Wollram.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Rudolf-Breitscheid-Str. 57\/58 (vormals Lindenstr. 27\/28)&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fabrik f\u00fcr elektrische Apparate (Inh. Dr. Richard Heilbrun)&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1919<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Milliwatt GmbH, Fabrik elektrische Apparate (Inh.\nRichard Heilbrun)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1927 &#8211; 1934&nbsp;&nbsp;&nbsp; Dr. Richard Heilbrunn, Nbbg, Friedrich-Wilhelm-Str. 2<\/p>\n\n\n\n<p>Witwe Jenny Heilbrun<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Richard Heilbrun hatte seine Firma, die Milliwatt GmbH,\nim Jahre 1902 gegr\u00fcndet. Er war ein au\u00dferordentlich verdienstvoller\nElektrotechniker. Noch heute ist sein Buch &#8222;Elementare Vorlesungen \u00fcber\nTelegraphie und Telephonie&#8220; als Nachdruck erh\u00e4ltlich. Bereits vor dem 1.\nWeltkrieg besch\u00e4ftigte Richard Heilbrun sich mit medizinischen Anwendungen\nelektrischer Ger\u00e4te. Im ersten Weltkrieg stellte er elektrisch beheizte\nHandschuhe f\u00fcr Milit\u00e4rflieger her. Seine elektrischen Heizkissen wurden nach\ndem ersten Weltkrieg nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen L\u00e4ndern\nEuropas, z.B. in Spanien, verkauft. Richard Heilbrun f\u00fchrte Anfang der 1930er\nJahre einen Prozess gegen den Verein Deutscher Elektrotechniker (VDE), in dem\ner die Rechtsgrundlage der VDE-Kennzeichnung in Frage stellte. Seit der\nMachtergreifung der Nationalsozialisten im Jahre 1933 wurde seine Situation\nwahrscheinlich schwierig, da er Jude war. 1936 musste die Milliwatt GmbH\naufgeben, das Verm\u00f6gen ging danach an die \u201eFabrik elektrischer Apparate Typ H\nMollenhauer und Kemper\u201c \u00fcber, bei der Friedrich Mollenhauer gesch\u00e4ftsf\u00fchrender\nGesellschafter und Christian Kemper gleichberechtigter Teilhaber waren. Die\ngenauen Umst\u00e4nde des Inhaberwechsels sind heute nicht mehr nachzuvollziehen,\nsie k\u00f6nnen heute nur in Analogie zu den vielen anderen F\u00e4llen von &#8222;Arisierung&#8220;\nbetrachtet werden. Richard Heilbrun musste emigrieren (wahrscheinlich nach\nGro\u00dfbritannien). Sein Mobiliar und Hausrat konnte er zun\u00e4chst noch bei\nFriedrich Mollenhauer lagern, es wurde ihm sp\u00e4ter nachgeschickt. Seine weiteren\nSpuren verlieren sich im Dunkel.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Q: lager-muehlberg.de\/content\/FriedrichMollenhauer.pdf<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mollenhauer &amp; Kemper<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1938&nbsp;<strong>&nbsp;&nbsp; <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Rudolf-Breitscheid-Str. 74 &#8211; 75 (vormals Lindenstr. 10 &#8211; 11)&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>M\u00f6belfabrik Paul Vetter<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1927 \u2013 1934, erweitert 1912; 1938 nur noch M\u00f6belkaufhaus<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Rudolf-Breitscheid-Str. 150 (vormals Berliner Str. 48\/50)<\/strong>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Chemische Fabrik Dr. Graf &amp; Co.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1914 \u2013 1938<\/p>\n\n\n\n<p>1914 \u2013 1919 Fabrikbesitzer Rudolf Lender, Kapit\u00e4n a.D.  (8.3.1860 \u2013 4.12.1923)<\/p>\n\n\n\n<p>1927 Inhaberin Witwe Gertrud Lender<\/p>\n\n\n\n<p>1934 Fabrikbesitzerin Gertrud von Baehr<\/p>\n\n\n\n<p>1938 Ulrich von Baehr Major a.D., Potsdam<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Rudolf-Breitscheid-Str. 162 &#8211; 164 (vormals Berliner Str. 78\/80) <\/strong>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mechanische Netzfabrik (Inh. Franz Klinder)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1914<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Berliner Mechanische Netzfabrik und Baumwollzwirnerei (Inh. Franz &nbsp;&nbsp;&nbsp; Klinder)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1927 &#8211; 1938<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Rudolf-Breitscheid-Str. 19 (vormals Lindenstr.84)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Seidenweberei Curt Wollram Fabrik handgewerbliche Krawatten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1938<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Stahnsdorfer Str. 111&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fabrik f\u00fcr Innenanstrich- und Rostschutzfarben (Inh. Fritz R\u00f6hren)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1914<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Tuchmacherstr. 45 (vormals Auguststr.)&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mechanische Weberei Lange &amp; Jacoby<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1914 &#8211; 1919<\/p>\n\n\n\n<p><strong>KG Schlottmann &amp; Co. (Berlin, Klosterstr.\n69\/70)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1914 &#8211; 1919<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hannova Gummiwarenfabrik A.C.Pl\u00f6tze<\/strong>, Fabrikant\n(Charlottenburg, Kaiserdamm 115)<\/p>\n\n\n\n<p>1914<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schirmstockfabrik Bernhard Noa<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1934<\/p>\n\n\n\n<p>Berhard Noa, Berlin, Michaelkirchstr. 20<\/p>\n\n\n\n<p>08.06.1859 Dyhernfurth (Brzeg Dolny) <\/p>\n\n\n\n<p>Stefanie Noa, geb. Zilzer (22.10.1880 Wien \u2013 08.1972 London)<\/p>\n\n\n\n<p>Die Tempofabrik stand zwischen der heutigen Tuchmacherstra\u00dfe\nund Alt Nowawes \u2013 dort, wo sich jetzt der Weberpark befindet. Laut Deinerts\nForschungen war die einstige Schirmstockfabrik 1936 nach der Flucht des\nj\u00fcdischen Eigent\u00fcmers Bernhard Noa verwaist. So kam der Unternehmer Otto\nStahmann, der seit 1931 eine Schallplattenfirma in Berlin-Wilmersdorf betrieb,\nzum Zuge. Ab 1938 fand die Produktion komplett in Babelsberg statt, auch die\nMusikaufnahmen wurden dort gemacht. Dabei ging Stahmann laut Deinert trickreich\nvor, um seinen K\u00e4ufern Tanzmusik mit Jazz-, Swing- oder Blues-Elementen\nanbieten zu k\u00f6nnen \u2013 gleichzeitig aber die Reichskulturkammer auszubremsen, f\u00fcr\ndie dergleichen als \u201eartfremd\u201c und \u201eundeutsch\u201c galt. Der Gesch\u00e4ftsmann verfiel\nauf eine Art Etikettenschwindel: Auf den Platten wurden etwa bewusst falsche\nRhythmusangaben gemacht \u2013 da wurde eine \u201ehei\u00dfe\u201c Rumba zum \u201eFoxtrott\u201c um\ndeklariert. Auch besonders langweilige Liedtitel wie \u201eMelodie in Moll\u201c oder\n\u201eStudie in F\u201c geh\u00f6rten zu dieser Strategie. Mitunter sei auch die Intro-Nummer\nbewusst \u201elahm\u201c gehalten, so Deinert. Bis zum April 1945 sollen bei Tempo noch\nPlatten gepresst worden sein. Die Tradition wurde nach Kriegsende weitergef\u00fchrt\n\u2013 das Tempo-Werk wurde zum Presswerk der einzigen Schallplattenfirma der DDR.\nErst nach dem Mauerfall wurde die Produktion eingestellt.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Q: pnn.de\/potsdam\/serie-zur-sonderausstellung-im-potsdam-museum-musik-fuer-die-massen\/24346746.html<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Tempo Schallplatten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Marke Tempo ging aus der Tontr\u00e4gerfirma &#8222;Brillant AG&#8220; hervor, die 1931 vom Unternehmer Otto Stahmann in Berlin-Wilmersdorf gegr\u00fcndet worden war, um Schallplatten im Niedrigpreisbereich zu produzieren. Die Tempo-Schellack galt schon bald als die Schallplatte f\u00fcr das Volk. Sie kostete nur 1 Reichsmark (RM), w\u00e4hrend Telefunken ab 2 RM, Odeon und Electrola ab 2,50 RM f\u00fcr ihre Neuerscheinungen verlangten. Au\u00dferdem wurden die Tempo-Platten nicht \u00fcber den herk\u00f6mmlichen Musikhandel, stattdessen \u00fcber die Kauf- und Warenh\u00e4user angeboten, waren somit reichsweit in jeder gr\u00f6\u00dferen Stadt zu bekommen. Um die Marke m\u00f6glichst preiswert zu halten, griff die Firma nicht auf weithin bekannte K\u00fcnstler, sondern auf unbekanntere zur\u00fcck und zahlte ihnen mit &#8222;5 Mark f\u00fcrs Arrangieren, 5 Mark f\u00fcrs Dirigieren, 5 Mark f\u00fcrs Spielen&#8220; auch keine hohen Gagen. Dieses Vertriebsmodell wurde im Laufe der 1930er Jahre so erfolgreich, dass der Firmenchef seine Fabrikation schon bald vergr\u00f6\u00dfern wollte. 1936 kaufte Otto Stahmann deshalb die Nowaweser Grundst\u00fccke Auguststra\u00dfe (sp\u00e4ter Tuchmacherstra\u00dfe) 45 und Wilhelmstra\u00dfe (sp\u00e4ter Alt Nowawes) 67 und verlegte zwei Jahre sp\u00e4ter seine gesamte Schallplattenproduktion hierher. Auf den zwei aneinandergrenzenden Grundst\u00fccken nutzte er alle Geb\u00e4ude des Vorbesitzers weiter; denn das Gel\u00e4nde der seit 1927 hier ans\u00e4ssig gewesenen Schirmstockfabrik des emigrierten j\u00fcdischen Eigent\u00fcmers Bernhard Noa stand verwaist. (Auch dieser hatte lediglich die Fabrikgeb\u00e4ude von seinem Vorg\u00e4nger, der &#8222;Nowag M\u00e4rkische Celluloidfabrik GmbH&#8220; \u00fcbernommen.) Also bekam Stahmann keine Probleme mit der Kontingentierung von Baumaterialien: Er hatte schlicht kaum Neues zu bauen. Man w\u00fcrde vermuten, die in Babelsberg ans\u00e4ssigen Plattenfirmen (neben der Tempo war das bis 1932 noch die Electrola) h\u00e4tten vor Ort gar keine Aufnahmestudios gehabt, sondern ihre Aufnahmen in Berlin durchf\u00fchren lassen. F\u00fcr die Electrola stimmt dies auch. Otto Stahmann dagegen strebte mit dem Umzug nach Potsdam einen Repertoirewechsel an. Er wollte sein Musikangebot aufbessern, verj\u00fcngen. Und so gab es ab Juli 1938 hier auf Stahmanns Firmengel\u00e4nde eigene Aufnahmer\u00e4ume unter Leitung eines Tontechnikers namens [&#8230;]<br> <br> <em>Q: http:\/\/mathias-deinert.de\/text_2014_stahmann_tempo.htm<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Turnstr. 18<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mechanoptik, Fabrik f\u00fcr Pr\u00e4zisionsger\u00e4te<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Weberplatz 21 (vormals Friedrichkirchplatz)&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eOxysana\u201c Chemisch-pharmazeutische Fabrik GmbH<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1927<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wiesenstr. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Neuendorfer Eiswerk Paul Fix<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer heute durch Babelsberg l\u00e4uft, der wird nur noch mit M\u00fche sehen und erahnen k\u00f6nnen, dass er in einem ehemaligen industriell gepr\u00e4gten Arbeiter*innenort unterwegs ist. Dort, wo heute sanierte Weber- und Mehrfamilienh\u00e4user, Lofts und schicke Innenh\u00f6fe das Bild pr\u00e4gen, waren vor wenigen Jahrzehnten noch rauschende Schornsteine, Werkst\u00e4tten und gro\u00dfe Fabrikgeb\u00e4ude zu sehen. Somit wird klar, &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/rotes-nowawes.de\/?page_id=268\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eDie Nowaweser Industriebetriebe\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":92,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-268","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/268","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=268"}],"version-history":[{"count":24,"href":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/268\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1438,"href":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/268\/revisions\/1438"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/92"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=268"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}