{"id":2843,"date":"2023-02-23T09:34:34","date_gmt":"2023-02-23T07:34:34","guid":{"rendered":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/?page_id=2843"},"modified":"2023-03-01T12:42:26","modified_gmt":"2023-03-01T10:42:26","slug":"das-ende-der-demokratie-der-februar-1933","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/?page_id=2843","title":{"rendered":"Das Ende der Demokratie \u2013 der Februar 1933"},"content":{"rendered":"\n<p>Der Februar 1933 war ein Monat, in dem der Demokratie der Weimarer Republik durch ein unheilvolles B\u00fcndnis von Nationalsozialisten und Rechtsnationalen der Todessto\u00df versetzt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr alle waren nun Terror und Unterdr\u00fcckung sichtbar und an der Tagesordnung. Wir wollen den Blick auf landesweite Ereignisse von Machtetablierung, Terror und Unterdr\u00fcckung richten, aber auch auf die lokale Ebene schauen.<\/p>\n\n\n\n<p>Inmitten der sozialen und politischen Krise fanden im Jahr 1932 Reichstagswahlen statt, in der die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) die st\u00e4rkste politische Kraft in Deutschland wurde. Noch war die politische Situation im \u201eRoten Nowawes\u201c eine andere als im Deutschen Reich:<\/p>\n\n\n\n<p>Reichstagswahl am 31.07.1932 in Nowawes:<\/p>\n\n\n\n<p>SPD&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 32,1 %<\/p>\n\n\n\n<p>KPD&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 24,5 %<\/p>\n\n\n\n<p>NSDAP &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 29,2 %<\/p>\n\n\n\n<p>Reichstagswahl am 06.11.1932 in Nowawes:<\/p>\n\n\n\n<p>SPD &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 30,3 %<\/p>\n\n\n\n<p>KPD&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 27,0 %<\/p>\n\n\n\n<p>NSDAP &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 24,1 %<\/p>\n\n\n\n<p>In der Stadt Potsdam hingegen erreicht die NSDAP die relative  und zusammen mit den Deutschnationalen eine absolute Mehrheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 30. Januar 1933 wird Hitler im B\u00fcndnis mit der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) vom Reichspr\u00e4sidenten Hindenburg zum Reichskanzler ernannt und die neue rechte Regierung vereidigt. Mit den Reichstagswahlen und der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler kommen Terror und  Unterdr\u00fcckung der politischen Gegner. Zugleich wird ein  eigenes System etabliert, in dem nach und nach die demokratischen Strukturen zerschlagen bzw. \u201egleichgeschaltet\u201c werden. Nach dem 30. Januar wollen  die Nationalsozialisten die errungene Macht nicht mehr abgegeben. Der Terror wird institutionalisiert, aber auch auf der Stra\u00dfe durchgesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>So \u00fcberf\u00e4llt die Sturmabteilung (SA) der NSDAP, bestehend aus vielen \u201eK\u00e4mpfern\u201c des Nowaweser Umlandes, am 1. Februar mit rund 60 M\u00e4nnern von einer Siegesfeier im Sch\u00fctzenhaus kommend, heutige Paul-Neumann-Stra\u00dfe\/Ecke Lotte-Loebinger-Stra\u00dfe, ein Lokal des Gastwirtes Brodehl \u2013 der selbst NSDAP-Mitglied ist \u2013 in der Gartenstra\u00dfe, bei dem unter anderem zwei Kommunisten durch Sch\u00fcsse schwer verletzt werden. In den Augen der Nazis ist die Gartenstra\u00dfe mit der sehr aktiven kommunistischen Zelle 6 geradezu ein Symbol der alten, zu zertr\u00fcmmernden \u201ebolschewistischen Gefahr\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 2. Februar durchsucht die Polizei am Abend zwei Lokale der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) in der Karl-Gruhl-Stra\u00dfe. Im Lokal von Reinhold Gebauer in der Karl-Gruhl-Str. 17 beschlagnahmen sie hergestellte Flugbl\u00e4tter, die den SA-\u00dcberfall in der Gartenstra\u00dfe anprangern. Zudem werden acht Kommunisten verhaftet. Auch das Lokal des stadtbekannten Sozialdemokraten Otto Gebauer in der Nummer 62 schr\u00e4g gegen\u00fcber wird durchsucht. Es ist der Treffpunkt der kommunistisch orientierten Rot-Sportler von Concordia, aber auch Tagungsort des SPD-Ortsvorstandes.<\/p>\n\n\n\n<p>Am selben Tag werden in Preu\u00dfen, Th\u00fcringen und anderen L\u00e4ndern kommunistische Demonstrationen verboten.  Auch der Potsdamer Regierungspr\u00e4sident untersagt alle Versammlungen der KPD sowie ihrer Hilfs- und Nebenorganisationen unter freiem Himmel im Regierungsbezirk Potsdam, zudem auch Nowawes geh\u00f6rt. Auch \u00f6ffentliche Kundgebungen der SPD, zu denen auch Anh\u00e4nger der halblegalen KPD eilen, werden von der neuen Staatsmacht behindert. Beispielhaft ist die Verhinderung des Auftritts des Berliner SPD-Vorsitzenden Franz K\u00fcstler, eines ausgewiesenen Antifaschisten, auf dem Friedrichkirchplatz (Weberplatz). Seine Rede kann nur von einem anderen Genossen verlesen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine gemeinsame antifaschistischen Gegenfront kommt aber auch in Nowawes nicht zustande. Zwar verteilen junge Kommunisten unter der F\u00fchrung von Walter Junker und Walter Klausch vor dem Tor der Lokomotivfabrik von Orenstein &amp; Koppel Flugbl\u00e4tter mit dem Aufruf zum Generalstreik, aber die Resonanz ist niederschmetternd. Weitere Streikaufrufe laufen auch deswegen ins Leere, weil der Gro\u00dfteil der Nowaweser Textilbetriebe aufgrund der Wirtschaftskrise seine Tore schlie\u00dfen musste. Auch die gut organisierte und vielfach vernetzte Sozialdemokratie im Ort glaubt noch an ein \u201evor\u00fcbergehendes \u00dcbel\u201c, dass bald abgewirtschaftet haben werde. Nach ihrem Tenor kann das \u201eRote Nowawes\u201c ja wohl nicht braun werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch genau dieser Sturm auf das Rote Nowawes vor den Toren des national-konservativ gepr\u00e4gten Potsdams wird f\u00fcr die NSDAP und ihre rechtsnationalen Verb\u00fcndeten zur erhofften \u201esymbolischen Befreiungstat\u201c. Noch sind die Nowaweser NSDAP und ihre Sturmabteilung keine relevante Gr\u00f6\u00dfen in der Auseinandersetzung mit den Arbeiterparteien. Der konservative Stahlhelm ist seit Jahren hingegen viel aktiver auf den Stra\u00dfen von Nowawes unterwegs. Der Sturm muss gelingen \u2013 so der Schwur der neuen schwarz-braunen Allianz. Die Potsdamer m\u00fcssen ran. So ziehen am 3. Februar ungef\u00e4hr 2000 Mitglieder des Stahlhelms, der SA und der NSDAP mit Fackeln aus Potsdam kommend, ihre Gesinnungsgenossen aus Nowawes im Schlepptau, durch die Stra\u00dfen der Arbeiterstadt. Dem Jubel vieler sich von der \u201eMarxisten-Herrschaft\u201c befreit f\u00fchlender Nowaweser stellen sich am Rathaus Mitglieder der KPD entgegen. In den Zusammenst\u00f6\u00dfen fallen auch Sch\u00fcsse. Die rote Fahne, die in der Revolution 1918\/1919 einmal vom Rathausbalkon wehte, ist nun durch eine Hakenkreuzfahne ersetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Einen Tag sp\u00e4ter, am 4. Februar, ergeht eine Notverordnung des Reichspr\u00e4sidenten Hindenburg, mit der er die Versammlungs- und Pressefreiheit eingeschr\u00e4nkt. Auch in der Polizei finden Umstrukturierungen statt. Gleich zu Beginn entl\u00e4sst der kommissarische preu\u00dfische Innenminister Hermann G\u00f6ring Beamte und Polizisten und besetzt die Posten mit politisch liebsamen Kandidaten. Und weil weiterhin auf die Preu\u00dfische Polizei nicht g\u00e4nzlich Verlass ist, werden SA-M\u00e4nner und Stahlhelmer auch aus Potsdam und Nowawes schnell zu Hilfspolizisten ernannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Mitte und Ende Februar wird das politische Klima immer rauer. Das wichtigste Informationsmedium der damaligen Zeit f\u00fcr die Nowaweser Arbeiterschaft \u2013 die Arbeiterpresse \u2013 wird tempor\u00e4r immer wieder verboten, bis dann mit dem Reichstagsbrand der sozialdemokratische \u201eVorw\u00e4rts\u201c und das \u201ePotsdamer Volksblatt\u201c der SPD und auch die kommunistische \u201eRote Fahne\u201c ihr Erscheinen einstellen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Abend des 27. Februars kommt es zu dem schon erw\u00e4hnten verheerenden Brand im Reichstagsgeb\u00e4ude. Der Reichstagsbrand wird von den Nationalsozialisten genutzt, um die \u201eVerordnung zum Schutz von Volk und Staat\u201c zu erlassen. Diese sogenannte Reichstagsbrandverordnung setzt fast alle Grundrechte au\u00dfer Kraft und begr\u00e4bt faktisch die Demokratie. Die staatlichen Beh\u00f6rden \u00fcbernehmen die Verfolgung und Verhaftung der politischen Linken im Land, so auch in Nowawes. Die ersten Opfer werden Kommunisten sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Unter diesen Bedingungen sollen am 3. M\u00e4rz Wahlen zum Reichstag und am 12. M\u00e4rz die Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung stattfinden. Noch glauben beide Arbeiterparteien mit der Aufstellung umfangreicher Kandidatenlisten an eine Wende im Reich und eine fortw\u00e4hrende Dominanz in Nowawes. Bereits im Februar werden die Listen erstellt. Man marschiert getrennt, getragen von gro\u00dfer Hoffnung, in den Abgrund.<\/p>\n\n\n\n<p>Reichstagswahl am 05.03.1933 in Nowawes:<\/p>\n\n\n\n<p>SPD&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 27,8 %<\/p>\n\n\n\n<p>KPD&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 22,1 %<\/p>\n\n\n\n<p>NSDAP &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 33,3 %<\/p>\n\n\n\n<p>DNVP\/DVP&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 11,7 %<\/p>\n\n\n\n<p>Wahl zur Stadtverordnetenversammlung am 12.03.1933 in Nowawes:<\/p>\n\n\n\n<p>SPD&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 29,2 %<\/p>\n\n\n\n<p>KPD&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 17,5 %<\/p>\n\n\n\n<p>NSDAP &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 33,8 %<\/p>\n\n\n\n<p>Deutschnational&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 12,0 %<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl die Nationalsozialisten mit der Wahl keine absolute Mehrheit erreichen k\u00f6nnen, beherrschen sie nun die Parlamente, indem sie die der KPD zustehenden Sitze ihr aberkennen. Die gew\u00e4hlten KPD-Abgeordneten werden einfach nicht zur konstituierenden Sitzung der Stadtverordnetenversammlung (SVV) eingeladen. Die f\u00fcnf Sitze bleiben leer. Die Sozialdemokraten nehmen dies stillschweigend zur Kenntnis, in der Hoffnung, dass die Demokratie doch noch siegen wird. Nur sind sie jetzt mit einer neuen erdr\u00fcckenden Mehrheit aus Nazis und ihren rechtsb\u00fcrgerlichen Steigb\u00fcgelhaltern konfrontiert. Und die machen nun gemeinsam reinen Tisch. So bestimmt die erste \u201eenthauptete\u201c SVV im April 1933 nicht nur den Nationalsozialisten Hans Kellnereit zum neuen Vorsteher, der langj\u00e4hrige sozialdemokratische Amtsvorg\u00e4nger Paul Fleischmann hat zu dieser Zeit sein Abgeordnetenmandat schon niedergelegt, \u00a0sondern man beschlie\u00dft die Errichtung eines Kriegerdenkmals und die Verleihung der Ehrenb\u00fcrgerschaft an Hitler und Hindenburg.<\/p>\n\n\n\n<p>So ist auch in Nowawes in wenigen Wochen aus der Weimarer Republik mit ihren demokratischen Instanzen eine nationalsozialistische Diktatur geworden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"659\" src=\"https:\/\/rotes-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/22.02.1933-1024x659.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2844\" srcset=\"https:\/\/rotes-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/22.02.1933-1024x659.jpg 1024w, https:\/\/rotes-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/22.02.1933-300x193.jpg 300w, https:\/\/rotes-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/22.02.1933-768x494.jpg 768w, https:\/\/rotes-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/22.02.1933.jpg 1477w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Listen f\u00fcr die Stadtverordnetenversammlung in Nowawes werden erstellt &#8211; Potsdamer Tageszeitung vom 23.02.1933<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Februar 1933 war ein Monat, in dem der Demokratie der Weimarer Republik durch ein unheilvolles B\u00fcndnis von Nationalsozialisten und Rechtsnationalen der Todessto\u00df versetzt wurde. 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