{"id":97,"date":"2019-07-16T11:09:12","date_gmt":"2019-07-16T09:09:12","guid":{"rendered":"http:\/\/rotes-nowawes.de\/?page_id=97"},"modified":"2022-11-15T21:00:18","modified_gmt":"2022-11-15T19:00:18","slug":"arbeitersport-und-fussball","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/?page_id=97","title":{"rendered":"Arbeiter*innensport  und -fu\u00dfball"},"content":{"rendered":"\n<p>Auf Initiative der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes, des Fanprojektes Babelsberg und der Fu\u00dfballvereine SV Concordia Nowawes 06 e.V. und SV Babelsberg 03 e.V. sowie mit Unterst\u00fctzung der Rosa-Luxemburg-Stiftung fand vom 28.10.2021 bis zum 15.11.2021 an ausgew\u00e4hlten Tagen die Ausstellung \u201eDer andere Fu\u00dfball: 100 Jahre Arbeiterfu\u00dfball \u2013 125 Jahre Arbeitersport\u201c im AWO Kulturhaus Babelsberg zu sehen sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Sonderseite: <a href=\"https:\/\/arbeiterfussball.rotes-nowawes.de\/ausstellung.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/arbeiterfussball.rotes-nowawes.de\/ausstellung.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Der Arbeiter*innensportsport ab Ende des 19. Jahrhunderts\nbis zum Jahr 1933 war ein Beispiel daf\u00fcr, wie eine Organisierung auch in diesem\nLebensbereich, also im Bereich Kultur und Sport, stattfand. Zuerst kamen die\nArbeiter*innen zur Turnbewegung, die anfangs noch sehr b\u00fcrgerlich und vor allem\nnationalistisch gepr\u00e4gt war. Doch je reaktion\u00e4rer die Turnbewegung und vor\nallem je gr\u00f6\u00dfer die Repression wurde, beispielhaft sei hier das\nSozialistengesetz erw\u00e4hnt und \u00fcbrigens in Potsdam unterzeichnet, desto mehr\npr\u00e4gte sich eine Organisierung und der politische Kampf auch in den\nTurnvereinen heraus. Die Folge war die Gr\u00fcndung des Arbeiter-Turnerbundes. 1892\nrief der Brandenburger M\u00e4nner-Turnverein zu der Gr\u00fcndung des m\u00e4rkischen\nArbeiter-Turnerbundes auf und bereits ein Jahr sp\u00e4ter gab es ein erstes\nnationales Treffen. Dem geh\u00f6rte auch der MTV Vorw\u00e4rts Nowawes mit seinen 47\nMitgliedern an (1). 1893 erschien auch die erste Ausgabe der\n\u201eArbeiter-Turnzeitung\u201c, die zehn Jahr sp\u00e4ter die Auflage der b\u00fcrgerlichen\n\u201eDeutschen Turnzeitung\u201c um das Zehnfache \u00fcberfl\u00fcgelte. (2) Selbst\nDenunziationen und das Vertreiben aus S\u00e4len, Turnhallen und Pl\u00e4tzen konnte das\nAnsteigen der Mitgliedschaften im Arbeiter*innensport nicht aufhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Naturfreundebewegung wuchs, mit dem Aufkommen des\nFahrrads als Transportmittel auch f\u00fcr die einfachen Leute entstanden auch hier\n\u201eArbeiter-Radfahrvereine\u201c, der Wassersport und auch die Athletik bildeten\neigene Verb\u00e4nde aus der Arbeiter*innentradition heraus. Gemein hatten alle\nVereine und Verb\u00e4nde, dass sie die Lebenslagen der arbeitenden Bev\u00f6lkerung\nbesonders im Kontext von Solidarit\u00e4t verbessern wollten. Neben Zeit- und\nGeldmangel, sowie einer allgemein schwierigen sozialen Lage (Wohnen, Arbeit,\nusw.), ging es beim Arbeiter*innensport vor allem um die Gesundheit, also ein\nMindestma\u00df an k\u00f6rperlichen und sportlichen Ausgleichs. Die\ngesellschaftspolitischen Forderungen zielten auf \u201edie Einf\u00fchrung des\nobligatorischen Arbeits-, Spiel- und Turnunterrichts, die Ausbildung von\nSportlehrern, die Schaffung und kostenlose Nutzung \u00f6ffentlicher Spiel-, Sport-\nund Badepl\u00e4tze, den Maximalarbeitstag und das Verbot der Sonntagsarbeit sowie\nauf besondere Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr Lehrlinge.\u201c (3)<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in Nowawes bildete sich eine Vielzahl von\nunterschiedlichen Vereinen heraus, die sich der Kultur und dem Sport der\nArbeiter*innen sowie generell der Geselligkeit widmeten. Diese Wertsch\u00e4tzung\ndes Vereinslebens bezeugte dann auch der Nowaweser Stadtobersekret\u00e4r Georg\nKubitza 1930 im \u201eBuch der Stadt Nowawes\u201c. Er w\u00fcrdigte die Vereine der freien\nWohlfahrtspflege, da diese die Not der Kriegs- und Nachkriegszeit bek\u00e4mpft\nhatten, wie auch die gemeinn\u00fctzigen Bauvereine, die den Mangel an Wohnraum\nlinderten. Die Gesangs- Turn- und Sportvereine seien Teil des kulturellen\nLebens. (4) Eine dieser Gr\u00fcndungen der wohl bekanntesten\nWohnungsbaugenossenschaften, der Gewoba Nowawes, fand im Jahr 1928 dann just im\nLokal Gebauer statt, das auch Anlaufpunkt f\u00fcr den \u201eroten Fu\u00dfball\u201c werden\nsollte. Doch dazu gleich mehr. Bereits im Jahr 1925 wurde in Nowawes das\n\u201eArbeiter Sport- und Kulturkartell\u201c gegr\u00fcndet, um Zusammenarbeit und\nZusammenhalt zu st\u00e4rken.&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p>Unter den modernen Sportarten, die Deutschland bzw. in\nunserem Fall Nowawes erreichten, war auch der Fu\u00dfball, der schnell die Massen\nbegeistern konnte. Die ersten Fu\u00dfballvereine gr\u00fcndeten sich, zuerst der FC\nFortuna 05 und ein Jahr sp\u00e4ter der aus dem Arbeiter*innenmilieu kommende FC\nConcordia 06. Wie \u00fcberall im Land war gerade die Weimarer Republik eine Epoche,\nin der es zu vielen weiteren Gr\u00fcndungen und einer gro\u00dfen Organisierung des\nArbeiter*innensports kam. Doch im Kontext der gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse\nund der \u201eSpaltung\u201c der Linken in den sozialdemokratisch orientierten und den\nkommunistisch orientierten Sport setzten sich auch hier die \u201eFraktionsk\u00e4mpfe\u201c\nab Ende der 1920er Jahre durch. Auf der einen Seite gab es schlie\u00dflich den\n\u201eArbeiter-Turn- und Sportbund\u201c sowie die \u201eSozialistische\nArbeitersport-Internationale\u201c und auf der anderen Seite die \u201eKampfgemeinschaft\nf\u00fcr Rote Sporteinheit\u201c und die \u201eRote Sportinternationale\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einer Fusion im Jahr 1919 von Concordia 06 mit den\nFreien Turnern zur Freien Turn-und Sportvereinigung Nowawes von 1894, erfolgte\nmit den innerlinken Fraktionsk\u00e4mpfen eine erneute Spaltung des Vereins, weil\nsich eine Mehrheit im Verein zur Opposition zugeh\u00f6rig f\u00fchlte. So entstand im\nJahr 1928 der ASV Concordia 06. Auch beide Stammlokale lagen in unmittelbarer\nN\u00e4he in der damaligen Wallstra\u00dfe (heute Karl-Gruhl-Stra\u00dfe). W\u00e4hrend sich die\n94\u2018er bei Hiemke trafen, kehrten die Concordianer in das Lokal Gebauer\n(Karl-Gruhl-Stra\u00dfe 62) ein, wo sich auch der Sitz des Vereins befand. Mehr zum\nArbeitersport bzw. zur Fu\u00dfballgeschichte von Concordia 06 aus Nowawes im\nfolgenden Artikel, der von der Webseite des Fu\u00dfballvereins SV Concordia Nowawes\n06 e.V. entnommen wurde und der Teil der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes ist.<\/p>\n\n\n\n<p>(1) Wolter, Christian: Arbeiterfu\u00dfball in Berlin und Brandenburg 1910-1933, 2015, S. 12<\/p>\n\n\n\n<p>(2) Wagner, Helmut: Sport und Arbeitersport, 1973, S. 53\/54<\/p>\n\n\n\n<p>(3) Groschopp, Horst: Zwischen Bierabend und Bildungsverein, 1985, S. 48 <\/p>\n\n\n\n<p>(4) G\u00f6tzmann, Jutta, Nitz, Wenke: Umk\u00e4mpfte Wege der Moderne, 2019, S. 117 <\/p>\n\n\n\n<p> <\/p>\n\n\n\n<p><em>Der nachfolgende Abschnitt wurde mit freundlicher Genehmigung vom <\/em><a href=\"http:\/\/www.concordia-nowawes.de\/verein\/geschichte\/\"><em>SV Concordia Nowawes 06<\/em><\/a><em> \u00fcbernommen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Arbeiterfu\u00dfball im Roten Nowawes <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4re es nach dem Willen der arbeitenden \nBev\u00f6lkerung gegangen, so geh\u00f6rte Babelsberg heute vielleicht zu Berlin \nund nicht zu Potsdam. Ein Glaspokal mit dem Einschliff <em>\u201eKonkordia Nowawes Berlin\u201c<\/em>\n bezeugt diese Annahme. Das kostbare Gef\u00e4\u00df, das einst wohl auch als \nTrinkpokal diente, stand bis 2010 in der Wohnzimmervitrine der \nBabelsberger Gastwirtsfamilie Rob\u00e9. Erich Rob\u00e9 hatte beim ASV Concordia \n06 Nowawes viele Jahre das Tor geh\u00fctet. Sp\u00e4ter betrieb er gemeinsam mit \nseiner Frau das damalige Sportlokal Gebauer, eine der vielen Gastst\u00e4tten\n in der Arbeiterstadt Nowawes und von 1928 bis 1933 Treffpunkt von \nRot-Sport. Heute ist in diesen R\u00e4umlichkeiten das Fanprojekt des SV \nBabelsberg 03 daheim. Als Frau Rob\u00e9 2006 von der Neugr\u00fcndung des SV \nConcordia erfuhr, \u00fcbergab sie den Pokal dem neuen Verein, der ihn dem \nStadtteilmuseum Weberstube f\u00fcr dessen Dauerausstellung \u00fcberlie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Das einstige Nowawes entstand ab 1751  auf Gehei\u00df von Preu\u00dfenk\u00f6nig Friedrich dem Gro\u00dfen als Kolonie f\u00fcr  b\u00f6hmische Weber und Spinner. Die Lebensbedingungen waren \u00e4rmlich und  blieben es auch, als ab Mitte des 19. Jahrhunderts die  Industrialisierung das Manufakturwesen verdr\u00e4ngte. Die Arbeitsst\u00e4tten  verlagerten sich von den heimischen Webst\u00fchlen hin in die  Textilfabriken, von denen es zur Jahrhundertwende schon elf gab. Dazu  kamen ab 1900 die Lokomotivenfabrik Orenstein &amp; Koppel, eine  Eisengie\u00dferei, die Puma-Schuhfabrik und der Plattenproduzent Electrola.  Nach Ansiedlung der Universum Film AG UFA 1917 entwickelte sich das  einst b\u00f6hmische Dorf zum wichtigsten Standort der deutschen  Filmindustrie.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz Wirtschaftswachstum litt das \nortsans\u00e4ssige Proletariat weiter unter sozialen Missst\u00e4nden und war \ndaher f\u00fcr die Ideen der Sozialdemokratie aufgeschlossen. Die \nArbeiterschaft organisierte sich zusehends und griff h\u00e4ufig auf das \nMittel der Streiks zur\u00fcck. Als mittlerweile bedeutende Industriestadt \nstand Nowawes im deutlichen Kontrast zur preu\u00dfischen Garnisons- und \nResidenzstadt Potsdam auf der anderen Seite der Havel.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.concordia-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Stadtplan-Nowawes-1928.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.concordia-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Stadtplan-Nowawes-1928.jpg\" alt=\"Stadtplan Nowawes 1928\" class=\"wp-image-1527\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Exkurs: Arbeitersport<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Diese extreme gesellschaftliche Kluft in\n der Gesellschaft spiegelte sich auch im Sport wider. F\u00fcr die meisten \nMenschen gilt es heute als selbstverst\u00e4ndlich, dass Fu\u00dfball die Sportart\n Nummer 1 in Deutschland ist und das der 1900 gegr\u00fcndete Deutsche \nFu\u00dfballbund (DFB) der einzige und alleine Fu\u00dfballverband in Deutschland \nist.<\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich war lange Zeit in Deutschland  das Turnen in Turnvereinen die popul\u00e4rste sportliche Besch\u00e4ftigung.  Daneben gab es eine Spaltung in b\u00fcrgerliche Vereine und  Arbeiter-Turnvereine die in separaten Turnverb\u00e4nden organisiert waren.  Der Fu\u00dfball kam im ausgehenden 19.Jahrhundert nach Deutschland. Auf dem  Tempelhofer Feld waren es Engl\u00e4nder, die zuerst diese in England bereits  popul\u00e4re Sportart praktizierten \u2013 zumeist argw\u00f6hnisch be\u00e4ugt von der  deutschen Bev\u00f6lkerung. Es vergingen noch einige Jahre, bis sich der  Fu\u00dfball auch in Deutschland weiter ausbreitete. Kurz vor dem 1.Weltkrieg  und vor allem nach dem Krieg setzte der Boom ein. Im organisierten  Arbeitersport stand man dem Fu\u00dfball skeptisch gegen\u00fcber. Das  Verletzungsrisiko sei zu hoch und der sportliche Wettkampf f\u00f6rdere nicht  gerade den Gedanken einer klassenlosen Gesellschaft. Doch um nicht  g\u00e4nzlich den Kontakt zu der Jugend zu verlieren, die das Fu\u00dfballspiel  nat\u00fcrlich deutlich spannender fand als das dr\u00f6ge Turnen, \u00f6ffnete sich  auch der Arbeitersport dem Fu\u00dfball.<\/p>\n\n\n\n<p>In und um Berlin wurde der \nArbeiter-Fu\u00dfballsport im Verband \u201eM\u00e4rkische Spielvereinigung (MSV)\u201c \norganisiert (vergleichbar mit den heutigen Fu\u00dfballlandesverb\u00e4nden), der \nzum \u201eArbeiter-Turn- und Sportbund (ATSB)\u201c geh\u00f6rte. Parallel dazu gab es \ndie b\u00fcrgerliche Fu\u00dfballwelt, mit dem Landesverband \u201eVerband \nBrandenburgischer Ballspielvereine (VBB)\u201c und dem Dachverband \u201eDeutscher\n Fu\u00dfballbund (DFB)\u201c. Der ATSB trug eigene Meisterschaften aus und hatte \nauch eine Auswahlmannschaft f\u00fcr internationale Vergleiche. In wenigen \nJahren wuchs der ATSB zu einem Sportverband mit Millionen Mitgliedern \nan. Besonders stark war er nat\u00fcrlich in industriellen Zentren wie \nBerlin, Sachsen oder dem Ruhrgebiet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sport in Nowawes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die ersten Sportvereine in Nowawes \nentstanden in den 1890er Jahren. Der MTV Vorw\u00e4rts geh\u00f6rte seit 1893 zum \nArbeiter-Turnerbund. Ein Jahr sp\u00e4ter gr\u00fcndete sich mit der Freien \nTurnerschaft Nowawes-Drewitz ein weiterer ATB-Verein. Um die \nJahrhundertwende fanden auch die ersten Fu\u00dfballspiele in Nowawes statt, \ndie auf dem Spiel- und Sportplatz des Naturheilvereins Nowawes \nausgetragen wurden. Dieser Platz befand sich direkt neben den damals \nebenerdigen Bahngleisen nach Berlin an der heutigen \nKarl-Liebknecht-Stra\u00dfe. Mit dem organsierten Fu\u00dfballsport begann 1903 \nder b\u00fcrgerliche Verein Jugendkraft Nowawes 03. Kurze Zeit sp\u00e4ter folgten\n FC Fortuna 05 und ein Jahr sp\u00e4ter mit dem proletarischeren FC Concordia\n 06.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Saison 1909\/10 nahmen Concordia \n06 und Fortuna 05 erstmals am Spielbetrieb des Verband Brandenburgischer\n Ballspielvereine (VBB) in der Staffel B der untersten Klasse u.a. mit \nMinerva Potsdam, Wacker Potsdam, Hertha Zehlendorf und Concordia \nCharlottenburg teil. Die Austragungsst\u00e4tte der ersten Concordia-Spiele \nwar die Rennbahn Sperlingslust, die sich an der heutigen \nRudolf-Breitscheid-Stra\u00dfe\/ Reuterstra\u00dfe befand.<\/p>\n\n\n\n<p>Die FT Nowawes-Drewitz beteiligte sich \nseit 1913 am Arbeiterfu\u00dfball der M\u00e4rkischen Spielvereinigung, wenn auch \nnoch ohne nennenswerten Erfolg. In der 2.Klasse der MSV, Abteilung B \nwurde Nowawes als Sechster Tabellenletzter mit 4:20 Toren.<\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings wurde der Spielbetrieb \ninfolge des Ersten Weltkrieges bald eingestellt, sodass lediglich \nsporadisch Spiele ausgetragen wurden. Die Stadt Nowawes erhielt zwar \nbereits Ende des 19.Jahrhunderts den Spitznamen \u201eRotes Nowawes\u201c, doch in\n den letzten Jahren des Kaiserreichs steigerte sich die Politisierung \neines Gro\u00dfteils der Bev\u00f6lkerung. 1910 sprach Karl Liebknecht vor 2.000 \nZuh\u00f6rern im Singer\u2018schen Lokal zum Thema \u201ePreu\u00dfisch-Deutschlands \npolitische Lage\u201c. 1918, nach zahlreichen Streiks gegen den Krieg, \nschrieb der Potsdamer Polizeipr\u00e4sident Friedrich von Zitzewitz an seinen\n Regierungspr\u00e4sidenten Rudolf Graf von der Schulenburg: <em>\u201eEs ist \nwirklich nicht zu viel gesagt, wenn Nowawes mit seiner zur Unruhe und \nKriminalit\u00e4t neigenden Industriebev\u00f6lkerung geradezu als der \nkriminalpolizeiliche Wetterwinkel Potsdams bezeichnet wird\u201c<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 9. November 1918 erreichte die \nRevolution Nowawes. Arbeiter besetzten das Rathaus und hissten die rote \nFahne. Die Wahlresultate von 1919 belegten die damalige soziale \nDiskrepanz zu Potsdam: Bei der Wahl zur Deutschen Nationalversammlung am\n 19. Januar 1919 erhielten DVP und DNVP in Potsdam 41 Prozent, MSPD und \nUSPD nur knapp 14. Ganz anders in Nowawes, hier kamen Mehrheits- und \nUnabh\u00e4ngige Sozialisten auf \u00fcber 68 Prozent, DVP und DNVP nur auf 13. \n\u00c4hnlich sah das Bild in den im Februar 1919 gew\u00e4hlten \nGemeindevertretungen aus. In Potsdam erhielt die Einheitsliste aus \nZentrum, DVP und DNVP zwei Drittel, die beiden Arbeiterparteien teilten \nsich den Rest der Stimmen. In Nowawes errangen SPD (10 Mandate) und USPD\n (14) dagegen 75 Prozent der Sitze. W\u00e4hrend der M\u00e4rzk\u00e4mpfe 1919 und zu \nZeiten des Kapp-Putsches streikten die Nowaweser zu Tausenden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Fu\u00dfball nach dem Ersten Weltkrieg<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach Kriegsende 1919 richtete sich die \n\u00f6rtliche Fu\u00dfballvereinslandschaft neu aus. Fortuna und der SC \nJugendkraft von 1903 vereinigten sich am 15. Februar zum SV Nowawes 03, \nden heutigen SV Babelsberg 03, und spielten ab der kommenden Saison in \nder zweith\u00f6chsten Spielklasse des VBB.<\/p>\n\n\n\n<p>Concordia und die Freien Turner bildeten\n ab Mai 1919 die Freie Turn- und Sport-Vereinigung Nowawes von 1894, \ngewannen als solche 1920 Abteilung B der MSV-Fr\u00fchjahrsserie und \nqualifizierten sich f\u00fcr die Kreisendrunde. Die Vorrunde gegen den \nReinickendorfer BC 06 wurde beim Stand von 0:2 in der 86. Minute wegen \nUnwetter abgebrochen. Nowawes verzichtete auf eine Wiederholung, um die \nTerminplanung zur ersten Bundesmeisterschaft nicht zu gef\u00e4hrden. Der \nSportgeist stimmte also, au\u00dferdem lobte die Zeitschrift Arbeiter-Sport \ndie Mannschaft als die technisch beste der Saison. Die folgende \nFr\u00fchjahrsserie beendete N94 mit 20:2 Punkten wiederum als Staffelprimus,\n verlor aber wieder in der Kreisvorrunde, diesmal regul\u00e4r mit 1:4 gegen \nNordiska 13 in Berlin-Pankow.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Saison 1921\/22 der Abteilung D \nkonnte zwar nur der zweite Platz erzielt werden, doch Nowawes hatte mit \n15 Gegentreffern immerhin die beste Abwehr. Im Endspiel um die \nBezirksmeisterschaft 1922\/23 des Spielbezirks S\u00fcdwesten, wozu drei \nStaffeln des Berliner S\u00fcdwesten und des s\u00fcdwestlichen Umlands z\u00e4hlten,&nbsp; \nspielte Nowawes am 4.M\u00e4rz 1923 gegen den Mariendorfer SC 1913. Zur \nHalbzeit stand es noch 1-0 f\u00fcr die Mariendorfer, doch am Ende musste \nsich Nowawes dem \u00fcberm\u00e4chtigen Gegner mit 0-5 geschlagen geben. Abseits \ndes Platzes ging es 1923 ebenfalls ordentlich zur Sache. Aufgrund der \nInflationsmisere zogen die Nowaweser Frauen im Juli in den \n\u201eKartoffelkrieg\u201c und pl\u00fcnderten auf der Jagd nach Essbarem die \nGem\u00fcsest\u00e4nde. Zur Beruhigung der Lage bildete der Vorstand der \nLandgemeinde Nowawes Preispr\u00fcfungskommissionen unter Beteiligung der \nGewerkschaften.<\/p>\n\n\n\n<p>Als am 12. September 1923 eine \nMSV-Auswahl gegen eine sowjetische Auswahl aus Moskau, Petrograd und \nCharkow antrat, befanden sich mit Mittelfeldmann Alfred L\u00fcdemann und \nZilias zwei Nowaweser Spieler im Kader. Vor weit \u00fcber 10.000 Zuschauern \nwurde die Partie am Gesundbrunnen mit 1-9 verloren.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft is-resized\"><a href=\"http:\/\/www.concordia-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Concordia-1924.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.concordia-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Concordia-1924.jpg\" alt=\"Concordia 1924\" class=\"wp-image-1539\" width=\"382\" height=\"265\"\/><\/a><figcaption>Concordia Nowawes (1924)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Im n\u00e4chsten Jahr begannen umfangreiche \nBauarbeiten am Park Babelsberg. Zwar befanden sich im Park schon seit \nl\u00e4ngerem zwei Fu\u00dfballpl\u00e4tze, doch nun wurde der Grundstein f\u00fcr den \nSportplatz an der Priesterstra\u00dfe gelegt, da die Platzsituation in \nNowawes unbefriedigend war. Hierf\u00fcr nutzten die Nowaweser Arbeiter, u.a.\n Artur Schumann (nach dem Krieg Zeugwart und Betreuer der Oberliga-Elf \nvon Rotation Babelsberg), Alfred Kroop (siehe unten) und Max Graupmann \n(sp\u00e4ter Vorsitzender der 1894er Fu\u00dfball-Abteilung), das Gel\u00e4nde einer \nalten Baumschule, die sich am Rande des Parks befand. Heute befindet \nsich an derselben Stelle das Babelsberger Karl-Liebknecht-Stadion. Die \nb\u00fcrgerlichen Nulldreier spielten damals noch am Horstweg.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Popularit\u00e4t des Arbeiterfu\u00dfballs \nspiegelte sich auch in den Zuschauerzahlen wieder. Der Arbeiter-Sport \nnennt in seiner Juli-Ausgabe von 1924 Nowawes als Beispiel, wo \nArbeiterfu\u00dfballer mehr Zuschauer anziehen, als die b\u00fcrgerlichen Vereine.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Spielzeit 1923\/24 wurde die \nFTSVgg Nowawes 94 erneut Zweiter hinter der FT Neuk\u00f6lln-Britz. In der \nVorrunde um die Bezirksmeisterschaft im Februar 1924 konnte sich Nowawes\n im Lokalderby gegen SC Teltow 1913 durch ein 1-1 und eine 2-0 \ndurchsetzen. In der Zwischenrunde konnte zun\u00e4chst der Tempelhofer FC \nViktoria 1911 bezwungen werden, doch infolge eines stattgegebenen \nProtestes stand nicht Nowawes, sondern Viktoria in Sch\u00f6neberg im \nEndspiel.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 13. Dezember 1924 erhielt Nowawes mit\n 27.000 Einwohnern das Stadtrecht. In der folgenden Saison wurde Nowawes\n lediglich Dritter der S\u00fcdweststaffel \u2013 die bis dato schlechteste \nPlatzierung. Doch schon in der Saison 1925\/26 fand die Mannschaft zu \nalter St\u00e4rke zur\u00fcck und wurde hinter Luckenwalde Zweiter, obwohl sich \nmittlerweile zw\u00f6lf Mannschaften am Spielbetrieb beteiligten.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft is-resized\"><a href=\"http:\/\/www.concordia-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Concordia-1927.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.concordia-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Concordia-1927.jpg\" alt=\"Concordia 1927\" class=\"wp-image-1525\" width=\"385\" height=\"242\"\/><\/a><figcaption>Concordia Nowawes (1927)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Die Spaltung des Arbeitersports<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Freie Turn- und Sport-Vereinigung \nvon 1894 hatte sich mit mehreren Hundert Mitgliedern zu einem der \ngr\u00f6\u00dferen Vereine im 1. ATSB-Kreis entwickelt. Die Spaltung im \nArbeitersport 1928 entzweite aber auch diese Gemeinschaft. Die FTSVgg \nNowawes 94 blieb bundestreu, aber ein erheblicher Teil der Mitglieder \nund der gr\u00f6\u00dfere Teil der Fu\u00dfballsparte f\u00fchlten sich zur Opposition \nhingezogen und gr\u00fcndeten 1928 den ASV Concordia 06. Die 94er spielten in\n der neuen Spielvereinigung des 1. ATSB-Kreises, Concordia blieb der MSV\n treu. Analog dazu lief die Entwicklung in Potsdam ab. Auch hier blieb \nder Hauptverein im ATSB, die Opposition spaltete sich als ASV Vorw\u00e4rts \n20 ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Die aus dem ATSB ausgeschlossen Vereine  organisierten sich nun unter dem Dachverband der Kampfgemeinschaft f\u00fcr  rote Sporteinheit, dem so genannten Rotsport. Die Gastst\u00e4tten beider  Nowaweser Arbeitervereine lagen in der Karl-Gruhl Stra\u00dfe nur einen  Steinwurf voneinander entfernt. Concordia traf sich bei Rob\u00e9 im ehemaligen Fanprojekt Babelsberg (2001 bis 2018) und Nowawes 94 im heutigen Sportrestaurant  Hiemke, wo sich einst die Ortsgruppen der KPD (5. Februar 1919) und des  Roten Frontk\u00e4mpferbundes (1924) gegr\u00fcndet hatten.<\/p>\n\n\n\n<p>Beide Vereine teilten sich die Pl\u00e4tze an\n der Priesterstra\u00dfe und blieben den Farben Rot und Wei\u00df treu. Von \nConcordias I. Herren ist \u00fcberliefert, dass die Hosen rot und die Trikots\n wei\u00df waren. Das Vereinsemblem zeigte ein gro\u00dfes C mit einer kleinen 06.<\/p>\n\n\n\n<p>Fu\u00dfballerisch \u00fcberstand Concordia die  Teilung besser. 1929 gelang der 2. Abteilungsplatz. Zur gleichen Zeit  trainierte \u00fcbrigens kein geringerer als der sp\u00e4teren Weltmeister Sepp  Herberger den Lokalrivalen Nowawes 03. In der Saison 1929\/30 gewann  Concordia 06 mit schlanken 27:1 Punkten die S\u00fcdwest-Abteilung A. Im  zweiten Bezirksendspiel wurde die Freie Sportvereinigung Rudow vor 1.500  Zuschauern an der Priesterstra\u00dfe mit 4:1 geschlagen. In der  Kreisendrunde kassierte Concordia gegen den sp\u00e4teren MSV-Meister Minerva  Borsigwalde mit 2:5 die einzige Saisonniederlage. Im zweiten  Endrundenspiel gelang im Stadion Neuk\u00f6lln immerhin ein 2:2 gegen  Titelverteidiger Sparta Lichtenberg, obgleich damit die letzte Chance  auf die Kreismeisterschaft vertan war.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Rote Fahne vom 18. Mai 1930 schrieb  zum Zuschaueraufkommen: \u201eIn gro\u00dfen Scharen ums\u00e4umte die werkt\u00e4tige  Bev\u00f6lkerung das Neuk\u00f6llner Stadion\u201c. Zum entscheidenden Spiel im Stadion  Lichtenberg kamen im Rahmen des Roten Sporttages 20.000 Zuschauer  zusammen, um dem 3-1 Erfolg Spartas \u00fcber Minerva beizuwohnen. In der  darauffolgenden Spielzeit konnte Concordia Nowawes nicht mehr an den  Erfolg ankn\u00fcpfen und musste sich mit einem f\u00fcnften Platz in der  Abteilung A des S\u00fcdwest-Bezirks zufrieden geben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kampfgemeinschaft f\u00fcr Rote \nSporteinheit schickte 1930 eine L\u00e4nderauswahl f\u00fcr eine Spiele-Tournee in\n die Sowjetunion. Im Aufgebot befanden sich mit dem Verteidiger Ranko \nund St\u00fcrmer Erwin Grasse zwei Spieler aus dem Kader von Concordia \nNowawes.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Spielzeit 1931\/32 wurde der ASV \nConcordia Nowawes Staffelsieger der Abteilung B. In der Meisterschaft \ndes S\u00fcdwestbezirks setzte sich Concordia gegen den Neuk\u00f6llner BC 22 \ndurch. Beim 1-0 Sieg in Nowawes wurde wieder eine viertstellige \nZuschauerzahl verzeichnet. Allerdings musste Concordia im Finale um die \nKreismeisterschaft wieder eine herbe Niederlage einstecken. Gegen den \nASV Wei\u00dfensee, der bereits im ersten Spiel den Pankower SC 08 mit 5-3 \nbezwingen konnte, gab es am 12.06.1932 eine bittere 1-8 (0-2) Niederlage\n vor 5.000 Zuschauern auf dem Tasmania-Neuk\u00f6lln-Platz an der \nSonnenallee. Die Partie gegen Pankow musste nun nicht mehr ausgetragen \nwerden, da der ASV Wei\u00dfensee bereits als letzter MSV-Kreismeister \nfeststand.<\/p>\n\n\n\n<p>Die FTSVgg Nowawes 94 konnte in den \nJahren nach der Spaltung keine gro\u00dfen Erfolge mehr verzeichnen und \nspielte mitunter sogar nur noch zweitklassig in der 1.Bezirksklasse \n(3.Bezirk\/Westen) des ATSB.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Ende des Arbeitersports durch die Machtergreifung der Nazis<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die politische Situation hatte sich \nmittlerweile dramatisch zugespitzt. Auch in Nowawes kam es in den fr\u00fchen\n 1930er Jahren zu gewaltt\u00e4tigen Auseinandersetzungen zwischen \nRotfrontk\u00e4mpfern und SA. Die NSDAP gelangte hier erst 1933 ins \nStadtparlament. Am 30. Januar 1933 zog eine Demonstration gegen die \nErnennung Hitlers zum Reichskanzler nach Potsdam. Am 3. Februar \nmarschierten SA, SS und Stahlhelm mit einem Fackelzug von Potsdam aus \nins Rote Nowawes ein. Am hiesigen Rathaus stellten sich ihnen gro\u00dfe \nTeile der Bev\u00f6lkerung in den Weg, worauf die Nazis mit Waffengewalt \ndiesen letzten antifaschistischen Massenprotest von Nowawes \nniederschlugen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ende Februar 1933 wird auch die \nLandesklasse der M\u00e4rkischen Spielvereinigung abgebrochen. Zum Zeitpunkt \ndes Abbruches belegte Concordia Nowawes den vierten Platz. Im M\u00e4rz 1933 \nerfolgte das Verbot der Kampfgemeinschaft f\u00fcr rote Sporteinheit, sodass \nalle ihr angeschlossen Verein aufgel\u00f6st wurden. S\u00e4mtliche Spielger\u00e4te \nund das Vereinsverm\u00f6gen wurden beschlagnahmt \u2013 der ASV Concordia 06 \nNowawes h\u00f6rte offiziell auf zu existieren. Die Vereine im ATSB und damit\n auch die FTSVgg Nowawes 94 existierten noch einige Monate l\u00e4nger, \nwurden jedoch sp\u00e4testens im Juni 1933 von den Nazis im Sinne ihrer \nGleichschaltungspolitik verboten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Mannschaft von Concordia blieb \njedoch zun\u00e4chst weiter bestehen und hatte nach Aussagen des ehemaligen \nSt\u00fcrmers Heinz \u201eSchupo\u201c Tietz (1919-2014) einige Spiele, die illegal im \nPark oder in Berlin ausgetragen wurden. Die Nowaweser Fu\u00dfball-Legende \nHeinz \u201eSchupo\u201c Tietz erhielt seinen Spitznamen, weil er am \nFriedrich-Kirch-Platz (heute Weber-Platz), wo das Ballspielen verboten \nwar, als J\u00fcngster die \u00e4lteren Jugendlichen vor anr\u00fcckender Schutzpolizei\n (Schupo) zu warnen hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den 24. Mai 1933 wurde sogar ein \nFreundschaftsspiel zwischen der&nbsp; Concordia-Mannschaft und dem \nb\u00fcrgerlichen Verein Nowawes 03 angesetzt, das 0-7 verloren ging. Bei \nConcordia fiel die allzu \u201eweiche\u201c Spielweise auf, sodass die Vermutung \nnahe liegt, dass der Sieger bereits vor dem Spiel feststand. Einige \nMonate nach dem offiziellen Verbot versuchten die ehemaligen \nConcordia-Aktiven neue Vereinsstrukturen aufzubauen. M\u00f6glich wurde dies \ndurch die Unterst\u00fctzung des von den Nazis akzeptierten Vorsitzenden \nWilli Fischer. Unter dem Namen VfL Eintracht 06 konnte der Spielbetrieb \nin der untersten Liga wieder aufgenommen werden. Die Namensgebung \n\u201eEintracht\u201c steht im direkten Bezug zur Tradition von <em>Concordia<\/em>, da Concordia die Bezeichnung der altr\u00f6mischen G\u00f6ttin der Eintracht ist.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft is-resized\"><a href=\"http:\/\/www.concordia-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Eintracht-06-1934-35.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.concordia-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Eintracht-06-1934-35.jpg\" alt=\"Eintracht 06 1934-35\" class=\"wp-image-1526\" width=\"389\" height=\"282\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges\n konnte sich Eintracht 06 wieder einen klanghaften Namen erspielen und \nes kam zu einigen spannungsgeladenen Lokalderbys gegen Nowawes 03. Die \nNazis verordneten 1938 die Zusammenlegung der Gemeinden Nowawes, \nNeuendorf (Dorf rund um den Neuendorfer Anger)&nbsp; und Neu-Babelsberg \n(Villenkolonie am Griebnitzsee) unter dem Namen Babelsberg, da der Name \n\u201eNowawes\u201c zu slawisch klang und die Geschichte des aufm\u00fcpfigen und \nproletarischen \u201eRoten Nowawes\u201c ausgel\u00f6scht werden sollte. Ein Jahr \nsp\u00e4ter wurde Babelsberg infolge einer Gemeindegebietsreform ein \nStadtteil von Gro\u00df-Potsdam. Am 3. April 1938 kam es zum Derby um den \nPreis der Stadt Babelsberg. Eintracht hatte k\u00fcrzlich den Aufstieg in die\n Bezirksklasse geschafft und bezwang die gerade aus der Gauliga \nabgestiegenen Nulldreier mit 3:2 nach Verl\u00e4ngerung. \u201e<em>Die Sympathien der Stadt wenden sich in starkem Ma\u00dfe dieser Mannschaft zu\u201c<\/em>, schrieb anerkennend die Fussball-Woche am 20. Juni 1938.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Folgesaison k\u00e4mpften Nulldrei und\n Eintracht in einer Staffel der zweith\u00f6chsten Spielklasse. Das Hinspiel \nam Horstweg hatte Babelsberg 03 mit 1:0 gewonnen. Concordia sann auf \nRevanche. Zum R\u00fcckspiel am 22. Januar 1939 kamen 4.000 Zuschauer. \nNulldrei ging nach vier Minuten durch Unger in F\u00fchrung. Doch Eintracht \nlegt nach kurzer Zeit jeden Respekt ab, und durch Zuppan gelang nach \nVorarbeit des gerade erst 19j\u00e4hrigen Heinz \u201eSchupo\u201c Tietz der Ausgleich.\n Den Treffer zum 2:1 Sieg f\u00fcr Eintracht besorgte der ehemalige \nNulldreier \u201eFritze\u201c Hoppe.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Gr\u00fcndung von Concordia Nowawes 2006<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>100 Jahre nach der Gr\u00fcndung von \nConcordia 06 fand in der Babelsberger Kneipe \u201eNowawes\u201c die \nGr\u00fcndungsversammlung des Kinder- und Jugendfu\u00dfballvereins SV Concordia \nNowawes 06 statt. Schon wegen der Bev\u00f6lkerungsentwicklung im Stadtteil \nBabelsberg kann Concordia nach der Neugr\u00fcndung nat\u00fcrlich kein \nArbeitersportverein sein. Und erst recht beanspruchen wir nicht die \nRechtsnachfolge unseres Vorg\u00e4ngervereins. Allerdings setzt sich \nConcordia Nowawes auch heute f\u00fcr benachteiligte Kinder und Jugendliche \nein und steht jedem offen, der unsere Philosophie vom Fu\u00dfball ohne \nLeistungsdruck und als Plattform f\u00fcr vielseitige soziale Interaktion \nteilt. In den letzten Jahren w\u00e4chst der Verein stetig und z\u00e4hlt bereits \n\u00fcber 200 Mitglieder. Das Hauptproblem sind die mangelnden \nSportplatzkapazit\u00e4ten in Potsdam. Seit nunmehr mehreren Jahren setzt \nsich Concordia Nowawes f\u00fcr den Bau eines Sportplatzes am Park Babelsberg\n ein und st\u00f6\u00dft dabei auf heftigen Widerstand bei der Stiftung Preu\u00dfische\n Schl\u00f6sser und G\u00e4rten. Ein Konflikt mit einer langen Traditionslinie, \nwie ein Zeitungsbericht von 1957 belegt. Alfred Kopp. damals Mitarbeiter\n im Fachausschuss Fu\u00dfball des Bezirks Potsdam, schrieb 1957 in der \nM\u00e4rkischen Volksstimme: <em>\u201eWir spielten schon vor 27 Jahren im Park Babelsberg <\/em>\u2026<em> 30 Mannschaften \u2013 aber wo spielen? Ich denke hier ebenfalls an den schon oft in der <\/em>[M\u00e4rkischen Volksstimme]<em>\n diskutierten Vorschlag `Park Babelsberg` und m\u00f6chte daran erinnern, \ndass schon fr\u00fcher einmal in diesem Park 2 Spielfelder zur Verf\u00fcgung \nstanden. Ich geh\u00f6rte damals als Jugendlicher der Fu\u00dfballabteilung der \nFreien Turn- und Sportvereinigung 1894 Nowawes<\/em> <em>an. F\u00fcr diesen \nnach dem ersten Weltkrieg stark gewordenen Arbeitersportverein stand \ndamals auch kein Platz zur Verf\u00fcgung. Da wurde nicht erst lange \ndiskutiert, ob im Park, der seinerzeit noch der sogenannten Krone \ngeh\u00f6rte, gespielt werden durfte. Da wurden eben 2 Spielpl\u00e4tze \nzurechtgemacht, und ich muss sagen, mit einem Untergrund, wie man ihn \nselten findet. Denn 4 M\u00e4nner-, 2 Alt-Jugend- und 2 Jugendmannschaften \nund sp\u00e4ter auch noch Knabenmannschaften tummelten sich Sonntag f\u00fcr \nSonntag auf diesen Pl\u00e4tzen. Manch alter Babelsberger Sportanh\u00e4nger wird \nsich noch erinnern, dass gerade in diesem Park gro\u00dfe Spiele des \nArbeitersport, so gegen M\u00fcnchen, Bremerhaven, Adler 08 usw., ausgetragen\n wurden. Gibt es denn \u00fcberhaupt etwas Sch\u00f6neres, als mitten in einem \nPark Spiel und Sport aus\u00fcben zu k\u00f6nnen? Man sollte sich dieses an den \nberufenen Stellen im Interesse unserer Jugend \u00fcberlegen, denn was von \n1920 bis 1925 m\u00f6glich war, m\u00fcsste heute erst recht m\u00f6glich sein.\u201c<\/em><a href=\"https:\/\/3c.gmx.net\/mail\/client\/mailbody\/tmai13c36b5851082a1d\/true;jsessionid=DFB0E7E8202FA93FFCE6E19A97523ABC-n1.bs56b#sdfootnote1sym\"><sup>1<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/3c.gmx.net\/mail\/client\/mailbody\/tmai13c36b5851082a1d\/true;jsessionid=DFB0E7E8202FA93FFCE6E19A97523ABC-n1.bs56b#sdfootnote1anc\">1<\/a> M\u00e4rkische Volksstimme vom 5. Februar 1957<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Spielerliste des Arbeiterfu\u00dfballs in Nowawes (unvollst\u00e4ndig; Erg\u00e4nzungen erw\u00fcnscht)<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.concordia-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Spielerliste-C06.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.concordia-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Spielerliste-C06.png\" alt=\"Spielerliste C06\" class=\"wp-image-1523\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><em>Zur weiteren Erforschung sucht der \nSV Concordia Nowawes 06 Zeitzeugen und Zeitdokumente. Die Geschichte \nunserer Vorg\u00e4ngervereine und des Arbeiterfu\u00dfballs in Nowawes sollen \nperspektivisch in einem eigenen Vereinsheim gew\u00fcrdigt werden.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Kontakt: <a href=\"mailto:vereinsgeschichte@concordia-nowawes.de\">vereinsgeschichte@concordia-nowawes.de<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf Initiative der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes, des Fanprojektes Babelsberg und der Fu\u00dfballvereine SV Concordia Nowawes 06 e.V. und SV Babelsberg 03 e.V. sowie mit Unterst\u00fctzung der Rosa-Luxemburg-Stiftung fand vom 28.10.2021 bis zum 15.11.2021 an ausgew\u00e4hlten Tagen die Ausstellung \u201eDer andere Fu\u00dfball: 100 Jahre Arbeiterfu\u00dfball \u2013 125 Jahre Arbeitersport\u201c im AWO Kulturhaus Babelsberg zu sehen sein. &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/rotes-nowawes.de\/?page_id=97\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eArbeiter*innensport  und -fu\u00dfball\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":240,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-97","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/97","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=97"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/97\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2558,"href":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/97\/revisions\/2558"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/240"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=97"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}