{"id":2107,"date":"2022-04-20T08:19:14","date_gmt":"2022-04-20T06:19:14","guid":{"rendered":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/?p=2107"},"modified":"2022-04-20T08:21:13","modified_gmt":"2022-04-20T06:21:13","slug":"100-jahre-weltliche-schule-nowawes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/?p=2107","title":{"rendered":"100 Jahre Weltliche Schule Nowawes"},"content":{"rendered":"\n<p>Ob sie wohl gelingen wird, war so manchem P\u00e4dagogen und Politiker am Sonntag, dem 23.4.1922 noch nicht klar. Als die Sch\u00fcler das Geb\u00e4ude der bisherigen 5. Gemeindeschule betraten,wusste sie kaum, dass nun nicht nur ein neues Sch\u00fclerdasein begann, sondern sich dieses auch erheblich unterschied von dem ihrer Altersgenossen. Aber nicht nur f\u00fcr die Nowaweser war dies eine bildungspolitische Zeitenwende. Schlie\u00dflich war man hier in Nowawes (seit 1938 Babelsberg, seit 1939 Potsdam-Babelsberg) die erste, jener amtlich \u201eSammelschulen\u201c genannten Volksschulen mit Lebenskunde- statt Religionsunterricht in der gesamten Provinz Brandenburg, jenseits der Reichshauptstadt Berlin.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber warum gerade hier in dieser 25.000 Seelen Gemeinde, die mit ihren Textilfabriken und ihrer Lokomivfabrik doch so anders war als die konservativ-monarchistisch gepr\u00e4gte Milit\u00e4r- und Beamtenstadt Potsdam auf der anderen Seite der Havel?<\/p>\n\n\n\n<p>Schon in der Kaiserzeit entwickelte sich bei der gewerkschaftlich organisierten Arbeiterschaft im Dunstkreis des Freidenkertums eine starke emanzipatorische Str\u00f6mung der Kirchenaustrittsbewegung. War bis hinein in das Familienleben der zumeist sehr armen Weber und Industriearbeiter die evangelische Friedrichskirchgemeinde (Nowawes) und Bethlehemkirchgemeinde (Neuendorf) pr\u00e4gend f\u00fcr den soziokulturellen Zusammenhalt, so brach sich insbesondere nach Aufhebung der Sozialistengesetze der freiheitlich Anspruch auf weltanschauliche Selbstbestimmung in der Nowaweser Sozialdemokratie und ihren Organisationen Bann. Dabei ging es nicht nur und nicht immer um die Ablehnung jeglicher Religion, sondern v.a. auch die Brechung der Dominanz der preu\u00dfischen Staatskirche bei der Alltagsbew\u00e4ltigung des Arbeiterlebens. So wurden Taufen in der stark politisierten Arbeiterschaft w\u00e4hrend und erst recht nach dem 1. Weltkrieg immer seltener. Bekanntlich gab es bis zur Revolution 1918\/1919 keinerlei Schulangebot jenseits der tradierten Volksschule evangelischer Pr\u00e4gung in Nowawes.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Weimarer Schulkompromiss vom August 1919 sollte sich die bildungspolitische Situation f\u00fcr die Vielzahl von \u201eDissidenten\u201c-Familien auch in Nowawes \u00e4ndern. Auch dort wurde die M\u00f6glichkeit er\u00f6ffnet, Kinder aus diesen Familien in eigenst\u00e4ndigen Schulen zu \u201esammeln\u201c (daher Sammelschule), die radikal die Trennung von Kirche und Staat in der Schullandschaft vollzogen. Dennoch bleibt festzuhalten, dass letztendlich nur ca. 20% der Nowaweser Bildungshungrigen durch die Entscheidung ihrer Eltern, die weitestgehend dem sozialdemokratisch-sozialistisch-kommunistischen Arbeitermilieus entstammten, die Chance bekamen, eine neue Art von P\u00e4dagogik zu erleben. Der gr\u00f6\u00dfere Teil der Kinder aber blieb der Bildungsweg in den \u201enormalen\u201c, weiteren 4 Volksschulen \u2013 getrennt nach M\u00e4dchen und Jungen \u2013 mit obligaten Religionsunterricht vorbehalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber warum begann das radikale Bildungexperiment \u201eWeltliche Schule\u201c gerade in Nowawes und dann noch als erstes in ganz Brandenburg?<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"755\" src=\"https:\/\/rotes-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Schueler-der-Weltlichen-Schule-mit-Lehrer-Richard-Schaffrath-1931-1024x755.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2108\" srcset=\"https:\/\/rotes-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Schueler-der-Weltlichen-Schule-mit-Lehrer-Richard-Schaffrath-1931-1024x755.png 1024w, https:\/\/rotes-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Schueler-der-Weltlichen-Schule-mit-Lehrer-Richard-Schaffrath-1931-300x221.png 300w, https:\/\/rotes-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Schueler-der-Weltlichen-Schule-mit-Lehrer-Richard-Schaffrath-1931-768x566.png 768w, https:\/\/rotes-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Schueler-der-Weltlichen-Schule-mit-Lehrer-Richard-Schaffrath-1931.png 1163w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption>Sch\u00fcler*innen der Weltlichen Schule mit Lehrer Richard Schaffrath 1931; Slg. Klett<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die un\u00fcbersehbare \u201eAffinit\u00e4t\u201c vieler Elternh\u00e4user (zumeist der V\u00e4ter als Familienvorst\u00e4nde) zum Weltlichen alleine w\u00e4re nicht ausreichend gewesen, eine Weltliche Schule auf den Weg zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Katalysator kam sowohl die Berlinn\u00e4he als auch eine besondere politische Konstellation in der nachrevolution\u00e4ren Zeit in der Gemeinde hinzu. Nowawes, bis 1939 zum Landkreis Teltow geh\u00f6rig (und damit politisch-administrativ v\u00f6llig von Potsdam getrennt) hatte immer schon eine starke Berlinausrichtung. Man las in den sozialdemokratisch orientierten Arbeiterkreisen eher den Berliner \u201eVorw\u00e4rts\u201c, als die \u201eBrandenburgische Zeitung\u201cund war parteipolitische bis 1920 direkt mit den\u201cAufm\u00fcpfigen\u201c aus Neuk\u00f6lln und Sch\u00f6neberg in einem Wahlkreis verbunden. Der Einfluss der dortigen Schulreformbewegung wird auch bei einem kleinen Teil der Nowaweser Lehrerschaft Spuren hinterlassen habe. Einige der sp\u00e4teren Lehrer der Weltlichen Schule haben auch in Berlin ihre ersten p\u00e4dagogischen Sporen verdient.<\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus kam es in Nowawes fast im Einklang zur Reichshauptstadt zu einem merklichen Aufbegehren gegen den Krieg und den Hunger auf den Stra\u00dfen und in den Familien der Industriearbeiter. Streikwellen 1917 und 1918, die von Berlin ausgingen, erfassten auch schnell das schon damals \u201eRote Nowawes\u201c. Die Etablierung einer neuen sozialdemokratisch-revolution\u00e4ren Friedenspartei, der Unabh\u00e4ngigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD), ab April 1917 stie\u00df auch bei der organisierten Arbeiterschaft in Nowawes auf fruchtbaren Boden. Jene Sozialdemokraten, die der von Ebert und Scheidemann getragene Burgfriedenspolitik folgten, kamen in Nowawes zunehmend in die Minderheit. Die gro\u00dfen Gewerkschaften der Metaller und Textilarbeiter wurden von der USPD dominiert und auch die ersten freien Kommunalwahlen im Fr\u00fchjahr 1919, an denen erstmalig auch alle Frauen teilnehmen konnten, erbrachten einen grandiosen Sieg der Linkssozialisten, die zusammen mir der kleineren Ebert-SPD in der Gemeindevertretung die absolute Mehrheit hatten.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine neue Zeit schien anzubrechen, auch eine radikale Schulreform war Tagesaufgabe. Der unbestrittene Nowaweser USPD-F\u00fchrer Paul Neumann und seine Genossen ergriffen die historische Chance, schneller und radikaler als dies in anderen Industriest\u00e4dten der Provinz Brandenburg geschah. Der erw\u00e4hnte \u201eSchulkompromiss\u201c schien das Tor zu \u00f6ffnen, wenn auch nur einen Spalt breit. Sicherlich hatte man mehr politische Programme als tats\u00e4chliche Umsetzungskonzepte, schon gar nicht konnte man in Nowawes auf ein eine breite Phalanx p\u00e4dagogischer Reformer zur\u00fcck greifen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber das politische Projekt einer Weltlichen Schule sollte und musste gelingen, \u201eimmer der Zukunft zugewandt&#8230;\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"386\" src=\"https:\/\/rotes-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Priesterstrasse-mit-Schule.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2109\" srcset=\"https:\/\/rotes-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Priesterstrasse-mit-Schule.jpg 600w, https:\/\/rotes-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Priesterstrasse-mit-Schule-300x193.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption>Priesterstra\u00dfe mit Schule; Gru\u00df aus Potsdam, <a href=\"http:\/\/www.grussauspotsdam.de\/mysqlzugriff7verlage.php?verlagnr=41&amp;verlagname=Goldiner, J(ulius), auch I. G. B., Berlin C 25, Er\u00f6ffnung 1884 in der Palisadenstr. 27 (ab 1895: 25)\">Kunstverlag J. Goldiner, Berlin C. 25.<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Mag ein geh\u00f6riger Mut und Aktionismus an den Tag gelegt worden sein, um den \u201eb\u00fcrgerlich-kirchlichen\u201c Widerstand klein zu halten und v.a. ausreichend Eltern zu finden, die f\u00fcr ihrer Kinder das Wagnis eingingen, etwas v\u00f6llig Unbekanntes zu wagen. Doch dem Beispiel der ersten Berliner Sammelschulen folgend, ging die sozialistisch gepr\u00e4gte Gemeindevertretung voran \u2013 ohne Netz und doppelten Boden. Mit den vorhanden, meist kaisertreuen Volksschullehrern war zwar nicht viel Staat f\u00fcr diese neue Bildungseinrichtung zu machen, aber man hatte ja keine anderen! Nach 1933 gaben so einige dieser Lehrer &#8211; unter den neuen ideologischen Vorzeichen &#8211; zu Protokoll, auch nicht wirklich eine weltliche Schule gewollt zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass die Schule in der Priesterstr. 24 (heute Karl-Liebknecht-Str. 29; in der DDR POS 16 \u201eBruno H. B\u00fcrgel\u201c, heute Grundschule \u201eBruno H. B\u00fcrgel\u201c) dennoch 1922 \u2013 1933 ein neue Lebenswirklichkeit p\u00e4dagogisch bot, ist vor allem dem Lehrer der Schule, zugleich politischen Aktivisten (USPD, ab 1922 wieder SPD), Gemeindevertreter und sp\u00e4teren unbesoldeten Stadtrat Bruno La Grange zu verdanken. Nicht etwa die Rektoren Reinhold Kuschel und Hans Richter waren die Antreiber der Weltlichen Schule, sondern der aus Berlin stammende, in Nowawes schon seit 1912 als Lehrer t\u00e4tige La Grange (1882 &#8211; 1932).<\/p>\n\n\n\n<p>Die Tatsache, dass Kinder aus zumeist \u00e4rmeren Familien dem bildungspolitischen Zugriff der preu\u00dfischen Staatskirche entzogen und gar teilweise in gemischten Klassen unterrichtet wurden, stie\u00df immer wieder auf entschiedene Gegenwehr \u201eb\u00fcrgerlicher Kreise\u201c und Unverst\u00e4ndnis und Ablehnung bei einem Teil der Arbeiterschaft. Wenn auch das 1907 errichtet Schulgeb\u00e4ude vergleichsweise modern war, lag es doch eher in jenem Teil der Gemeinde n\u00f6rdliche der Eisenbahnlinie, wo mehrheitlich arme Proleten und Arbeitslose wohnten. Zwar war sie damit eine Milieuschule der kurzen Wege, aber es mangelte ihr, wie La Grange einmal sp\u00e4ter feststellte, an jenen Sch\u00fclerschichten, die eher aus den Mittelklassehaushalten kamen. Auch das bekannte Ph\u00e4nomen, Sch\u00fcler beim Scheitern auf den anderen Volksschulen an der Sammelschule aufzunehmen, wurde kritisch bilanziert.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dennoch war die Weltliche Schule nicht nur eine Bildungseinrichtung, die Zukunft probiert. Es war DAS politische Projekt der linken Arbeiterparteien und ihrer Vorfeldorganisationen in der damaligen Zeit. Ob Gewerkschaften, AWO, ASB, Arbeitersportvereinen, Arbeiterch\u00f6re, Kinderfreunde, aber auch die Rote Hilfe: alle gaben oft ihr letztes Hemd f\u00fcr die Ausstattungen der Schule und die soziale F\u00fcrsorge f\u00fcr die Sch\u00fcler. In den ersten Jahren ihres Bestehens waren die R\u00e4ume der Schule auch Treffpunkt der politischen Arbeiterjugend, bevor diese die R\u00e4ume der neu errichteten Jugendherberge am Sportplatz nutzen konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wurde die Schule der Kristallisationspunkt einer lebendigen proletarischen Jugendweihetradition, deren Tr\u00e4ger das \u00f6rtliche Gewerkschaftskartell und das Arbeiter-Sport- und Kulturkartell in Zusammenarbeit mit dem Freidenkenverband waren. Auch hier war Bruno La Grange nicht nur Inspirator sondern auch Organisator und bot Jugendweihekurse an.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein eher d\u00fcsteres Kapitel auch f\u00fcr dieses bildungspolitisch-revolution\u00e4re Projekt ging einher mit dem versch\u00e4rften Bruderkrieg zwischen SPD und KPD Anfang der 30er auch in Nowawes. F\u00fcr die einen war die Sammelschule der Einsteig in eine Bildungsreform in Preu\u00dfen, f\u00fcr die anderen eine unzumutbare Insell\u00f6sung. Ausgel\u00f6st aus Dissonanzen in der nicht durchg\u00e4ngig \u201eweltlichen\u201c Lehrerschaft der Schule, wurde eine politische Schlacht zwischen den Arbeiterparteien geschlagen, die den Konservativen im Provinziallandtag vom \u201emarxistischen Schulskandal in Nowawes\u201c zu sprechen erm\u00f6glichte. Auch pers\u00f6nliche Verletzungen unter den linken Kontrahenten blieben nicht aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Unstrittig ist, dass der zugespitzte Kampf gegen den aufkommenden Faschismus (der bis 1933 in Nowawes aber kein Bein auf den Boden bekam), oft von \u2013 aus heutiger Sicht unertr\u00e4glichen Anfeindungen von Sozialdemokraten und Kommunisten gegeneinander \u00fcberw\u00f6lbt wurde. Das Familienleben der proletarischen Milieus blieb davon nicht unber\u00fchrt. So verwundert es auch nicht, dass die Kinder aus diesen politisch aufgeladenen Milieus ihre \u201efrischpolitischen\u201c Erfahrungswelten mit in die Schule brachten und somit auch die Lehrerschaft oft \u00fcberforderten. Auch die sehr aktive Elternvertretung und Leitung des Gewerkschafters und Sozialdemokraten Hans Kohl zerfiel zunehmend in ein gegens\u00e4tzliches parteipolitisches Fahrwasser. Letztendlich sah sich die Schulaufsicht gen\u00f6tigt, einige der Protagonisten der innerschulischen Auseinandersetzungen unter der Lehrerschaft zu versetzen. Dennoch bleibt festzuhalten, dass diese Schule unter schwierigsten materiellen und personellen Bedingungen, aber mit einer gro\u00dfen Unterst\u00fctzung der politisch und gewerkschaftlich organisierten Arbeiterschaft f\u00fcr einen Teil der Nowaweser Kinder nicht nur eine andere Art von Schule versuchte, sondern auch im Freizeitbereich eine starke naturbezogene und musische Entwicklung der Sch\u00fcler bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Macht\u00fcbernahme der Nazis und ihrer \u201eb\u00fcrgerlich-nationalkonservativen\u201c Gesinnungsgenossen auch in Nowawes, ging die Geschichte der weltlichen Schule und ihrer Lehrer und Sch\u00fcler abrupt zu Ende. Schon am 25. Februar 1933 wurde per Erlass f\u00fcr Preu\u00dfen die Aufl\u00f6sung der weltlichen Schulen und das Verbot des Lebenskundeunterrichts verf\u00fcgt. Auf diese Chance haben die neuen \u201eBraunen\u201c und bisher in der Minderheit agierenden alten \u201eSchwarzen\u201c im \u201eRoten Nowawes\u201c nur gewartet.Von einem gro\u00dfen Demonstrationszug, angef\u00fchrt von einer SA-Kapelle, berichtet die konservative Potsdamer Tageszeitung im M\u00e4rz 1933:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<em>Die friedliche Erst\u00fcrmung der roten Schulburg in der Priesterstra\u00dfe, von der heute fr\u00fch die frische Jugend \u2026 f\u00fcr alle Zeiten Besitz ergriffen, war mehr als ein Akt tiefer symbolischer Bedeutung. Der Zusammenbruch der weltlichen Schule in Nowawes wird alle die mit hei\u00dfer Genugtuung erf\u00fcllen, die seit Jahren wehen Herzens erlebten, welcher Ungeist hier gepredigt, welche Jugend hier herangezogen wurde&#8230; Der (NSDAP) Stadtrat Pichottka hielt dann eine eindrucksvolle Ansprache, in der er darauf hinwies, dass nunmehr in das Haus, in dem Internationalismus, Marxismus und Religionslosigkeit geherrscht habe, neuer Geist einziehen werde. In dieser Schule werden die Kinder zu deutschen M\u00e4nnern erzogen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der aus diesen Zeilen sprechende Hass ist auch ein Zeugnis f\u00fcr die Gef\u00e4hrlichkeit einer Schulform, die 1922 ein neue lebenskundliche Bildung wagte.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr Inspirator und Mitgestalter, Bruno La Grange, erlebte ihren Untergang nicht mehr. Er starb 1932. Andere Lehrer wurden aus politischen Gr\u00fcnden entlassen oder an andere Schulen strafversetzt. Und andere hatte ja von alledem nichts gewusst&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ob sie wohl gelingen wird, war so manchem P\u00e4dagogen und Politiker am Sonntag, dem 23.4.1922 noch nicht klar. Als die Sch\u00fcler das Geb\u00e4ude der bisherigen 5. Gemeindeschule betraten,wusste sie kaum, dass nun nicht nur ein neues Sch\u00fclerdasein begann, sondern sich dieses auch erheblich unterschied von dem ihrer Altersgenossen. Aber nicht nur f\u00fcr die Nowaweser war &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/rotes-nowawes.de\/?p=2107\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201e100 Jahre Weltliche Schule Nowawes\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-2107","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2107","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2107"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2107\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2112,"href":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2107\/revisions\/2112"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2107"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2107"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2107"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}