{"id":2528,"date":"2022-11-02T09:54:13","date_gmt":"2022-11-02T07:54:13","guid":{"rendered":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/?p=2528"},"modified":"2022-11-02T09:54:13","modified_gmt":"2022-11-02T07:54:13","slug":"naechtlicher-besuch-auf-blockstelle-28-in-der-nowaweser-lindenstrasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rotes-nowawes.de\/?p=2528","title":{"rendered":"N\u00e4chtlicher Besuch auf Blockstelle 28 in der Nowaweser Lindenstra\u00dfe"},"content":{"rendered":"\n<p>Vor geraumer Zeit schrieben wir von der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes einen <a href=\"https:\/\/rotes-nowawes.de\/?p=2416\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/rotes-nowawes.de\/?p=2416\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Artikel<\/a> \u00fcber die Blockstelle an der Br\u00fccke der Anhaltstra\u00dfe zur Ecke Rudolf-Breitscheid-Stra\u00dfe mit der Idee zur Errichtung eines kleines Museums bez\u00fcglich der Nutzung des seit Jahrzehnten leerstehenden Turmes.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun haben wir bei Recherchen einen Artikel in der Potsdamer Tageszeitung vom 24. Oktober 1931 aufgetan, der eindr\u00fccklich das Leben als Eisenbahner in genau jener Blockstelle in der damaligen Lindenstra\u00dfe (heute Rudolf-Breitscheid-Stra\u00dfe) beschreibt. Auszugsweise wollen wir den Artikel hier der \u00d6ffentlichkeit kundtun.<\/p>\n\n\n\n<p>Unter der \u00dcberschrift <em>\u201eAuf dem Olymp des Eisenbahners. N\u00e4chtlicher Besuch auf Blockstelle 28 in der Lindenstra\u00dfe\u201c<\/em> besucht der Reporter R.B. in der Nacht die Blockstelle und verfasst diese Reportage \u00fcber die dortige Arbeit:<\/p>\n\n\n\n<p><em>Mitternacht, Geisterstunde, in stockfinstere Nacht. Kalte Brise weht die Lindenstra\u00dfe entlang. Heulend, pfeifend umspielt der kalte Ost den Turm der Blockstelle 28. Vereinsamt liegt er, nur oben, ganz oben, ein Lichtschimmer \u2013 da stieg ich hinauf.<\/em><br>(\u2026)<br><em>Aus einer reizenden Perspektive hat man einen \u00dcberblick auf die bunte Bahnk\u00f6rperszenerie, in stets gleicher H\u00f6he stehen neben den vier Gleispaaren, wie an Marterpf\u00e4hlen befestigt, rote und gr\u00fcne Sterne, nein, sie bewegen sich auch, eilen \u2013 zu oder fort \u2013 durch die gespenstige Nacht, verschwinden, tauchen als kleine P\u00fcnktchen urpl\u00f6tzlich auf. Da, der Nacht-D-Zug gen Westen dampft heran, zischt, stampft, huscht vor\u00fcber, man wirft einen fast indiskreten Blick in die Abteile \u2013 wie ein Spuk mutet alles an, jetzt naht sein Kollege, der Gegenzug von Potsdam her, viel langsamer: scharfe Steigung vor Nowawes\u2026 ein etwas neidischer Blick fliegt in das fahrende Restaurant. Der Elektrische rattert vor\u00fcber, als ob sie beide zusammen eine Wettfahrt machen wollten. Und dann ist es f\u00fcr Minuten wieder still, der Bahnk\u00f6rper harrt des n\u00e4chsten Ansturmes: Ein imposantes Bild zur mittern\u00e4chtlichen Stunde.<\/em><br>(\u2026)<br><em>Zur Erl\u00e4uterung erz\u00e4hlt der Eisenbahner: \u201eSie befinden sich hier auf einer Blockstelle, das besagt, dass der Schienenweg in mehrere Blockabschnitte eingeteilt ist. Nie darf sich in einem Blockabschnitt mehr als ein Zug befinden, stets nur einer, und erst dann, wenn der Zug den Blockabschnitt verlassen hat, darf der n\u00e4chste nachfolgen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Und zum System der Sicherheitsvorkehrung f\u00fcr die Bahnstrecke kl\u00e4rt der Artikel auf, dass in einer Blockstelle ein Morseapparat ist, welcher der Kommunikation dient. Und weiter:<\/p>\n\n\n\n<p><em>Der Eisenbahner dr\u00fcckt eine Taste, dreht an einer Kurbel, wie man das fr\u00fcher beim Telefonieren tat, dadurch wird ein elektrischer Strom erzeugt, nach der n\u00e4chsten Blockstelle wird der Zug vorgemeldet.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der Artikel gibt Preis, dass eine Schicht 12 Stunden dauerte, ob am Tag oder in der Nacht. Bei Einschlafen oder Nichtaufpassen, also wenn ein Signal nicht umgestellt wird, muss ein Eisenbahner 1 Mark Strafe bezahlen. Die Lokf\u00fchrer geben in ihren Berichten, die sie auf ihrer Fahrtstrecke verfassen m\u00fcssen, dar\u00fcber Auskunft, ob die Fahrt reibungslos verlief.<\/p>\n\n\n\n<p>Jedenfalls ist der Artikel ein interessantes Zeitzeugnis \u00fcber die damalige Arbeit bei der Eisenbahn und f\u00fcr uns ein St\u00fcck mehr, um \u00fcber die Nutzung dieses kleinen Turmes als Ausstellungsraum oder kleines Museum zur ersten Eisenbahn in Preu\u00dfen zu philosophieren.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"650\" height=\"822\" src=\"https:\/\/rotes-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/blockstelle-28-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2529\" srcset=\"https:\/\/rotes-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/blockstelle-28-1.jpg 650w, https:\/\/rotes-nowawes.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/blockstelle-28-1-237x300.jpg 237w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor geraumer Zeit schrieben wir von der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes einen Artikel \u00fcber die Blockstelle an der Br\u00fccke der Anhaltstra\u00dfe zur Ecke Rudolf-Breitscheid-Stra\u00dfe mit der Idee zur Errichtung eines kleines Museums bez\u00fcglich der Nutzung des seit Jahrzehnten leerstehenden Turmes. 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