Zeitstrahl

Zeitstrahl

1945
Mai 11

Forderung nach Einheit der Arbeiterbewegung

Max Schröder spricht sich gegen eine eigenständige sozialdemokratische Partei aus und fordert die Einheit der Arbeiterbewegung. In: SAPMO, ZPA, II/3/2/2.
Mai 3

antifaschistischer Vollzugsrat

In Potsdam wird ein antifaschistischer Vollzugsrat gebildet, dem die Kommunisten Karl Kauschke, Wilhelm Vahle, Walter Zietlow, Adolf Hausmann und Alfred Lehnert (Babelsberg) und die Sozialdemokraten Georg Spiegel (Babelsberg), Arno Neumann (Babelsberg), Hans Bauer, Alfons Bommel und Fritz Brösicke angehören.
1938
April 1

Eingemeindung von Neubabelsberg

Trotz großer Widersprüche aus Neubabelsberg erfolgt die Eingemeindung von Neubabelsberg nach Nowawes; In: Potsdamer Daten des 20. Jahrhunderts, K. Baller, S. 44  
1933
August 5

Gleichschaltung von Nowawes 03

Im Beisein des NSDAP-Stadtverordneten Richard Pichottka wird beim Fußballverein “Nowawes 03” das Führerprinzip eingeführt und der bisheriger Vereinvorsitzende Bruno Arnold zum “Vereinsführer” gewählt. In: BLHA, Rep. 260.
Juni 16

Ermordung von Walter Klausch

Der Nowaweser Kommunist Walter Klausch wird im KZ Oranienburg nach schweren Misshandlungen ermordet. Auf seiner Beisetzung auf dem Friedhof Großbeerenstr., der von der Polizei überwacht wurde und auf dem alle politischen Demonstrationen verboten waren, versammelten sich dennoch viele Arbeiter und eine Bergmannskapelle spielte das Arbeiterlied „Wer schafft das Gold zutage“, das den an diesem Tage verbotenen kommunistischen Text “Die roten Sturmkolonnen” hatte. In: BLHA.
Mai 16

Horst-Wessel-Gedenkstein eingeweiht

Die SA marschiert durch Nowawes hin nach Neubabelsberg in die Kaiserstr. 34 zum Polzeihaus “Kurmark”, um dort ein Horst-Wessel-Gedenkstein einzuweihen. In: Fehrbelliner Zeitung.
Mai 1

Illegale Maiveranstaltung im Park

Maiveranstaltung im Park Babelsberg, neben der offiziellen nationalsozialistischen Maifeier in Nowawes treffen sich am 1. Mai auch Arbeiter im Babelsberger Park, zu ihnen spricht der Kommunist Walter Klausch; Aus: Potsdams andere Seiten, Kalenderblätter, Ausgabe 5, 14. Jahrgang, Mai 2018, S. 4
März 1

SA-Folterkeller in der Havelstraße

Der berüchtigte Charlottenburger Maikowski SA-Sturm kommt nach Nowawes und richtet in der Havelstr. 4 in Räumen der ehemaligen Kammgarnspinnerei einen Folterkeller ein. In: Werner Bethge, Helle Sterne in dunkler Nacht.
Februar 26

Nowaweser Textilindustrie liegt am Boden

Der sozialdemokratische Vorwärts konstatiert: in Nowawes wurden geschlossen: Pitsch (ehemals 800 Beschäftigte), Spinnerei (700), Jute (500), Michels (200) und Hozak (100). In: Vorwärts.
Februar 24

SPD-Veranstaltung wird vorerst verboten

Der Polizeipräsident von Potsdam Henry von Zitzewitz verbietet aufgrund “der Notverordnung zum Schutze des deutschen Volkes” eine SPD-Wahlveranstaltung mit dem Reichtstagsabgeordneten Franz Künstler in Nowawes. Die Veranstaltung kann dann doch stattfinden, aber ohne Künstler, der Redeverbot hat. Ernst Wache verliest eine Grußandresse. In Nowawes gibt es Straßenunruhen. In: Vorwärts, Lageberichte der Polizei.
Februar 15

SPD: Hitler wird abwirtschaften und scheitern

Auf (ihrer) letzten legalen Mitgliederversammlung im Eisenbahnerhotel glaubt die SPD, dass Hitler scheitern würde und in 4 Jahren abgewirtschaftet hätte. Zum Schluss singt man noch gemeinsam die Internationale. In: SPD-Protokollbuch.
Februar 3

NSDAP Fackelzug durch Nowawes

Fackelzug der NSDAP und des Stahlhelms durch das Rote Nowawes mit Zusammenstößen mit KPD-Mitgliedern. In: Lageberichte der Polizei.
Februar 3

Verbot der Versammlungen der KPD

Wenige Tage nach Hitlers Machtantritt untersagt der Potsdamer Regierungspräsident alle Versammlungen der KPD sowie ihrer Hilfs- und Nebenorganisationen unter freiem Himmel im Regierungsbezirk Potsdam, wozu Nowawes gehört; Aus: Potsdams andere Seiten, Kalenderblätter, Ausgabe 2, 14. Jahrgang, Februar 2018, S. 4
Februar 1

SA überfällt Kommunisten

Die SA überfällt am Obdachlosenheim in der Gartenstr. 55 die der KPD nahe stehenden Gustav Reichardt und Herbert Lucas und verletzt diese schwer. In: Vorwärts, Lageberichte der Polizei.
Januar 30

kommunistische antifaschistische Demonstration in Nowawes

Die Leitung der KPD-Ortsgruppe Nowawes mit Walter Junker, Hans Ulrich und Walter Klausch treffen sich in einem Lokal in der Wallstr. Es wird eine Kampfdemonstration gegen die faschistische Diktatur beschlossen und alle Kuriere der Parteizellen informiert. Auf dem Friedrichkirchplatz – in anderen Quellen wird der Plantagenplatz genannt – versammeln sich ca. 300 Kommunisten und Sympathiesanten und marschieren an der Elekrola vorbei zur Langen Brücke. Hans Ulrich bringt Flugblätter aus der Berliner Druckerei der Roten Fahne mit, die Walter Junker und Willi Zinnemann vor O&K verteilen, während Elli Schneemann sichert. In: Mitgestalter der Geschichte… S. 85
Januar 3

Vorwurf der falschen Einheitsfrontparolen

Auf einer außerordentliche Mitgliederversammlung der SPD Nowawes wird der KPD vorgeworfen, die Einheitsfrontparolen nur gegen die SPD zu gebrauchen. Die AWO berichtet, dass sie 185 Familien betreut und  1.200 Portionen für Kinder und 800 Portionen für Erwerbslose in ihrer Notküche ausgibt. In: SPD-Protokollbuch.
1932
Dezember 25

große Veranstaltung der Arbeiterturner

Die Arbeiterturner der Arbeiter-Turn- und Sportvereinigung Nowawes 1894 treten im überfüllten Saal des Gesellschaftshauses “Turnhalle” in der Auguststr. unter dem Motto “Wir bauen eine neue Welt” auf. In: Vorwärts.
Dezember 1

Arbeitslosenprotest vor dem Rathaus

Vor dem Rathaus versammeln sich 200 Mitglieder des Freiwillgen Arbeitsdienstes und fordern Lohnzulagen und warme Kleidung für den Winter. Die Stadtverwaltung ruft die Polizei herbei. In: Vorwärts.
Oktober 19

SPD: Nazis nur wildgewordene Spießbürger

Auf der SPD-Mitgliederversammlung im Eisenbahnerhotel wird die NSDAP als “zusammengelaufener Haufen wildgewordener Spießbürger benannt” und der Kampf gegen die Papen-Reaktion, Hitler und die Kommunisten beschworen. In: SPD-Protokollbuch.
Oktober 1

Stiftungsfest der FTSV 94

Die Freie Turn- und Sportvereinigung Nowawes 1894 begeht ihr Stiftungsfest. In: SPD-Protokollbuch.
Oktober 1

Alwine Gruhl verstorben

Die Frau von Karl Gruhl – “Mutter Gruhl” genannt – verstibt mit 70 Jahren in Nowawes. In: SPD-Protokollbuch.
August 16

SA und Eiserne Front in Drewitz

In der Gemeinde Drewitz – in der Nähe der Lokfabrik gelegen – erhält die NSDAP 620, die SPD 604 und die KPD 440 Stimmen. 6 Mann gehören dem SA-Sturm 109 an, der Eisernen Front aber 49. In: Vorwärts.
Juli 20

SPD und KPD gemeinsam gegen “Preußenschlag”

Georg Spiegel (SPD) und Walter Junker (KPD) bilden die gemeinsame Einsatzleitung im Konsumhof gegen den reaktionären “Preußenschlag” – der Absetzung der sozialdemokratisch geführten preußischen Regierung durch Reichskanzel Franz von Papen. Alarmgruppen des Reichsbanners und des RFB werden gebildet. In: Werner Bethge, Helle Sterne in dunkler Nacht, S. 83
Juli 15

Mandolinenkonzert im Rundfunk

Im Rundfunk von Berlin wird eine Konzert des Nowaweser Arbeiter-Mandolinenorchesters übertragen. In Vorwärts.
Juli 1

Erste und einzige gemeinsame Versammlung von KPD und SPD in Nowawes

Eine erste aber auch einzige gemeinsame Versammlung von KPD und SPD mit dem gemeinsamen Ziel der Bekämpfung des Faschismus findet im Gesellschaftshaus “Turnhalle” statt. Es sprechen Max Schröder (SPD) und Walter Junker (KPD), In: Potsdamer Daten des 20. Jahrhunderts, K. Baller, S. 47; SPD-Protokollbuch.
Juni 18

Sommerfest des Freien Männerchores

Der Freie Männerchor veranstaltet sein Sommerfest in den Klemmschen Festsälen. In: SPD-Protokollbuch.
Juni 15

Rudolf Breitscheid bei der SPD Nowawes

Vor der SPD-Mitgliederversammlung im Eisenbahnerhotel spricht der Vorsitzende der Reichstagsfraktion Rudolf Breitscheid zu “Wir sind bereit!”. In: SPD-Protokollbuch.
Juni 15

10 Tage Gefängnis für Richard Schulz

Der Vorsitzende der KPD-Fraktion Richard Schulz wird von der Großen Potsdamer Strafkammer unter Leitung des Landgerichtsdirektors Dr. Albert Hellwig  in einem Berufungsverfahren zu 10 Tagen Gefängnis verurteilt, da er den sozialdemokratischen Lehrer Bruno La Grange, der sich am 14.6.1932 das Leben genommen hat, im “Roten Pionier” verleumdet habe. In: Vorwärts.
Juni 14

Verhandlungen zwischen SPD und KPD in Nowawes

Zwischen der SPD und der KPD werden in Nowawes Verhandlungen darüber geführt, gemeinsame Veranstaltungen durchzuführen und auf gegenseitige Angriffe zu verzichten. An dem Gespräch nehmen von der SPD teil: Ernst Wache, Paul Rottstock, Bruno Rehdorf und Max Schröder; von der KPD: Hans Ulrich, Walter Junker, Stachow Böhme und Karl Seebergen. In: SPD-Protokollbuch.
Juni 12

25 Jahre Arbeiter-Schachklub Nowawes

Der Arbeiter-Schachklub Nowawes feiert sein 25jähriges Bestehen im Gesellschaftshaus “Turnhalle” in der Auguststr. Zuvor werden Schachwettkämpfe an 150 Brettern ausgetragen. In: Vorwärts.
Mai 18

Jugend und Sozialismus

Auf der SPD-Mitgliederversammlung im Eisenbahnerhotel spricht Georg Spiegel zu “Jugend und Sozialismus”. In: SPD-Protokollbuch.
April 28

Sozialdemokratie für Kreishaushalt

Der Nowaweser Paul Skrik begründet die Unterstützung zum Haushaltsplan des Kreises Teltow seitens der SPD. Mit 20 zu 6 wird der Haushalt angenommen. Dagegen stimmt ein Abgeordneter der NSDAP und 5 der KPD. In: Vorwärts.
März 20

Jugendweihe in Nowawes

In Nowawes findet eine Jugendweiheveranstaltung statt. In: SPD-Protokollbuch.
März 16

Paul Rottstock führt die “Eiserne Front” in Nowawes

Der Nowaweser Reichsbanner-Führer Paul Rottstock ist auch Vorsitzender der Kampfleitung der “Eisernen Front”. Der Sozialdemokrat und Gewerkschafter Hans Kohl ist Vorsitzender des Elterneirates der weltlichen Schule. In: SPD-Protokollbuch.
März 13

Paul Löbe in Nowawes

Es findet ein Kulturtag mit dem sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten Paul Löbe statt. SPD-Protokollbuch.
Februar 26

Bierboykott der Nowaweser Gastwirte

Als Protest gegen die Weigerung der Reichsregierung, die Biersteuer zu senken, schließen sich die Nowaweser Gastwirte dem Bierboykott ihrer Berliner Kollegen an. In: Vorwärts.
Februar 17

Erich Schulz und Bruno La Grange keine Stadtverordneten mehr

Die SPD-Stadtverordneten Erich Schulz und Bruno La Grange legen wegen Krankheit bzw. eines Disziplinarverfahrens ihre Mandate nieder. Max Schröder, Otto Voigt und Richard Grünberger rücken nach. Auf der SPD-Versammlung im Eisenbahnerhotel fordert Friedrich Gösel ein Flugblatt gegen das Vorhaben der KPD, eine eigene Liste zur Konsumwahl aufzustellen. In: SPD-Protokollbuch.
Februar 12

Veranstaltung der “Eisernen Front”

Die Eiserne Front – ein Zusammenschluss aus Reichsbanner, ADGB, ATSB und SPD – veranstaltet eine Kundgebung. In: SPD-Protokollbuch.
1931
November 27

Kommunisten gegen Sozialdemokraten an der weltlichen Schule

Das Potsdamer Schöffengericht verurteilt den Nowaweser KPD-Fraktionsvorsitzenden Richard Schulz wegen Verleumdung des sozialdemokratischen Lehrers Bruno La Grange zu 2 Wochen Gefängnis. Schulz hätte im “Roten Pionier” Unwahrheiten über das Agieren des Lehrers in der weltlichen Schule behauptet, ohne Beweise vorzubringen. In: Vorwärts.
November 19

Beisetzung von Herbert Ritter

Der ermordete Jungkommunist Herbert Ritter wird auf dem Friedhof in der Großbeerenstr. beigesetzt. Trotz Verbotes kamen hunderte Arbeiter zu seiner Beisetzung. Am Grab sprach unter anderem der  Vorsitzende des KJVD, Artur Becker, über die notwendige Einheit der Arbeiterklasse zur Abwendung der faschistischen Gefahr. Auch Paul Bube von der SAJ und ein Vertreter des Reichsbanners sprachen. In: Rote Fahne.
November 19

Beerdigung von Herbert Ritter und Großdemonstration

Beerdigung von Herbert Ritter und Großdemonstration aller linken Kräfte am Friedhof in der Großbeerenstraße; In: Potsdamer Daten des 20. Jahrhunderts, K. Baller, S. 46
November 18

Friedrich Ebert jun. in der “Turnhalle”

Friedrich Ebert jun. tritt in einer SPD-Vernastaltung in der “Turnhalle” in der Auguststr. auf. In: SPD-Protokollbuch.
November 13

Mieterstreik gegen Ritter-Mörder

Die Mieter des Hauses in der Zietenstr. 10, in dem der Mörder von Herbert Ritter wohnt, treten in einen Mieterstreik ein, um zu erreichen, dass er das Wohnhaus verlässt. In: Rote Fahne.
November 12

Jungkommunist Herbert Ritter erstes faschistisches Todesopfer in Nowawes

Vier Jungkommunisten befanden sich auf dem Rückweg von einer Veranstaltung, als sie ohne einen Wortwechsel auf dem Friedrich-Kirch-Platz vom 19jährigen Günter Güstrau aus der Zietenstr. 10, der dem Nazi-Milieu entstammt, beschossen wurden. Der 17jährige Herbert Ritter aus der Marienstr. 30 erhielt einen Steckschuss, lief aber noch 500 m bis zur Arbeitersamariterwache in der Priesterstr., wo er zusammenbrach. Auf dem Weg ins Krankenhaus erlag er seinen Verletzungen. Sein 22jährige Begleiter Fredi Skobucha aus der Retzowstr. 33 wurde am linken Oberarm verletzt. Noch am gleichen Abend kam es zu einer Protestdemonstration entlang der Priesterstraße. In: Vorwärts; Rote Fahne.
Oktober 21

Paul Wolter gibt Mandat zurück

Auf der SPD-Mitgliederversammlung im Eisenbahnerhotel gibt Paul Wolter bekannt, dass er sein Stadtverordnetenmandat wegen der Arbeitsbelastung als Gewerkschaftssekretär niederlegt. In: SPD-Protokollbuch.
Oktober 13

Arbeiterruderer unterwegs

40 Boote der Freien Turn- und Sportvereinigung Nowawes 94 und der Havel Aktionsgruppe Schwarz-Rot-Gold Potsdam fahren nach Krampnitz und zurück zur Nuthemündung. In: Vorwärts.
August 29

Feier zu 40 Jahre SPD Nowawes

Die SPD Nowawes und Potsdam feiern zusammen mit dem “Potsdamer Volksblatt” ihr 40jähriges Parteijubiläum in der „Turnhalle“ in der Auguststr. Es spricht Kurt Heinig, Reichstagsabgeordnete des Wahlkreises Potsdam II, der auch Nowawes umfasst. In: Vorwärts.
August 9

Verfassungsfeier des Reichsbanners

Zum Verfassungstag veranstaltet das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold aus Nowawes und Potsdam ein kameradschaftliches Zusammensein im Restaurant Lindenpark in der Stahnsdorfer Str. In: Vorwärts.
Juli 31

Kommunistische Gewerkschafter gegen ADGB-Führung

Die kleine, 43 Mitglieder starke, von Kommunisten dominierte Potsdam-Nowaweser Filiale des Deutscher-Bekleidungsarbeiter-Verbandes spricht in einer Resolution der ADGB-Führung ihr Misstrauen aus. In: Vorwärts. Rote Fahne.
Juli 3

antifaschistische Kundgebung

Große antifaschistische Kundgebung der SPD, des ADGB, des ASKK und des Reichsbanners im Restaurant “Turnhalle” in der Auguststr. Es spricht über den Kampf gegen den Faschismus der italienische Sozialist Prof. Dr. Mair. In: SPD-Protokollbuch.