Zeitstrahl

Zeitstrahl

1950
Januar 24

Bildungsabende der SED Gruppen

Die einzelnen Ortsgruppen der SED führen Bildungsabende durch: die Gruppe 30 im Eisenbahnhotel, Karl-Liebknecht-Str. 5, die Gruppe 31 bei Robe, Karl-Gruhl-Str. 62, die Gruppe 32 bei Hiemke, Karl-Gruhl-Str. 55, die Gruppe 33 bei John, Weberplatz 27, die Gruppe 34 bei Herzbach, Goethestr. 32, die Gruppe 35 im Birkenwäldchen, Stahnsdorfer Str. 4, Gruppe 36 im Bahnhof Drewitz, Gruppe 37 bei Spieß, Ernst-Thälmann-Str. 171, Gruppe 38 bei Cremer, Ernst-Thälmann-Str. 101, Gruppe 39 bei Wesener, Fultonstr. 13, Gruppe 40a bei Pelz, Paul-Neumann-Str. 19, Gruppe 40b in der Althoffschule und die Gruppe 41 bei Kufner, Wattstr. 24. In: Märkische Volksstimme.
1945
August 16

KPD und SPD gemeinsam in Babelsberg

KPD und SPD veranstalte eine gemeinsame öffentliche Kundgebung im Althoff-Filmatelier in der Wilhelmstr. 116. Flugblatt.
Juli 10

antifaschister Jugendausschuss gebildet

Auf Initiative von Gustav Mauritz (KPD) und Arno Neumann (SPD) wird im Rathaus Babelsberg ein antifaschistischer Jugendausschuss gebildet. In: Klaus Gallinat, Aufbau Sport SBZ, S. 111
Mai 14

Antifaschistische Volksfront Babelsberg stellt Forderungen auf

Eine Antifaschistische Volksfront, Ortsgruppe Babelsberg bestehend aus Kommunisten und Sozialdemokraten fordert u.a.: 1. Kontrolle des kommunalen Verwaltungsapparates. 2. Strenge Beaufsichtigung der Faschisten… 3. Sicherung der Ernährung und Verteilung der Güter nach sozialen Gesichtspunkten. 4. Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung. 5. Glaubens- und Gewissensfreiheit.
Mai 11

Forderung nach Einheit der Arbeiterbewegung

Max Schröder spricht sich gegen eine eigenständige sozialdemokratische Partei aus und fordert die Einheit der Arbeiterbewegung. In: SAPMO, ZPA, II/3/2/2.
Mai 3

antifaschistischer Vollzugsrat

In Potsdam wird ein antifaschistischer Vollzugsrat gebildet, dem die Kommunisten Karl Kauschke, Wilhelm Vahle, Walter Zietlow, Adolf Hausmann und Alfred Lehnert (Babelsberg) und die Sozialdemokraten Georg Spiegel (Babelsberg), Arno Neumann (Babelsberg), Hans Bauer, Alfons Bommel und Fritz Brösicke angehören.
April 24

Antifaschisten im Rathaus Babelsberg

Im Rathaus Babelsberg versammeln sich nur wenige Stunden nach der Befreiung die Sozialdemokraten und Kommunisten Josef Chmelik, Reinhold Klau, Ernst Lüdicke, Gustav Mauritz, Arno Neumann, Bruno Rehdorf, Max Schröder, Georg Spiegel und Gregor Westphal zum gemeinsamen antifaschisten Handeln. Q: BLHA, Bruno Rehdorf.
1938
April 1

Eingemeindung von Neubabelsberg

Trotz großer Widersprüche aus Neubabelsberg erfolgt die Eingemeindung von Neubabelsberg nach Nowawes; In: Potsdamer Daten des 20. Jahrhunderts, K. Baller, S. 44  
1937
September 23

Neubabelsberg eingemeindet, aus Nowawes wird Babelsberg

Der Oberpräsident, Gauleiter der Kurmark, Emil Stürz (NSDAP) verfügt die Eingemeindung von Neubabelsberg nach Nowawes und den neuen Namen “Babelsberg” zum 1.4.1938. In: Teltower Kreisblatt.
April 24

Kreistag der NSDAP in Nowawes und Neubabelsberg

Der erste Kreistag der NSDAP des Landkreises Teltow beginnt mit dem Aufmarsch von NSDAP-Gliederungen, der SA und der SS des Kreises vor dem “arisierten” Sitz der NSDAP-Kreisleitung in der Neubabelsberger Wilhelm-Filchner-Str. (ehem. Augustastr. , heute Rosa-Luxemburg-Str.) 24 und führt weiter zum Horst-Wessel-Ehrenhain in der Str. der SA (heute Karl-Marx-Str.) 33/34. Am nächsten Tag folgen Sondertagungen der einzenen Gliederungen in Lokalen der Stadt und ein Sternmarsch als “große NSDAP-Heerschau” mit “tönenden SA-Trommeln” zum Sportplatz in der Priesterstr. In: Teltower Kreiskalender 1938.
April 15

Ortsgruppe des Reichskolonialbundes gegründet

Im Schützenhaus wird die Nowaweser Ortsgruppe des (nationalsozialistischen) Reichskolonialbundes gegründte. Zu den Aufgaben des Bundes spricht der Gauverbandsleiter für die Kurmark, SS-Obersturmbannführer Walter von Wiese und Kaiserswaldau. In: Teltower Kreisblatt.
1936
August 29

Reichsschule des Bundes der Kinderreeichen eingeweiht

In der Griebnitzstr. 5 (Klein Glienicke) weiht der Reichsbundleiter Wilhelm Stüwe (NSDAP) eine neue Reichsschule des gleichgeschalteten “Reichsbundes der Kinderreichen” ein. Er betont, dass “aus dieser Schule Männer hervorgehen mögen, die nach Gesinnung und Wissen den gigantischen Kampf gegen den Volkstod aufnehmen, der unser Volk bedrohe.” In: Teltower Kreisblatt.
1935
September 1

Marxistische Propaganda in Nowaweser Lokal

Die Gestapo regisitriert marxistisches Gerede im Lokal des ehemaligen Sozialdemokraten Bombe in der Priesterstr. Q: Lagebericht Polizei.
Juni 1

Nazi beklagen “ungünstiges Ergebnis” bei Vertrauensleutewahlen

Bei den “Vertrauensleutewahlen” bei O & K nehmen von 1351 Arbeitern nur 1165 teil. 838 stimmen für die gleichgeschaltete Nazi-Liste, 222 dagegen und 105 enthalten sich. Q: Lagebericht Polizei.
1934
Juni 14

Kommunist verhaftet

Die Polizei verhaftet einen Schlosser aus Nowawes wegen “kommunistischer Propaganda”. Q: Lagebericht Polizei
Mai 10

Kirche im Dritten Reich

Im Gemeindesaal der Evangelischen Gemeinde in der Schulstraße spricht vor der Gruppe der “Deutschen Christen” der Potsdamer Superintendent Dr. Martin Thom (NSDAP) in einem “warmherzigen Vortrag” zu den Aufgaben der Kirche im Dritten Reich. In: Teltower Kreisblatt.
1933
November 30

Kommunist Kurt Vogel verhaftet und verurteilt

Der 23jährige Kommunist Kurt Vogel, der bei seiner Mutter in der Großbeerenstr. 46 wohnt, wird wegen illigalen Waffenbesitz festgenommen und zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. In: Teltower Kreisblatt.
November 17

Kommunisten verhaftet

In Nowawes und Potsdam werden 6 Kommunisten verhaftet, die illigale Druckschriften herstellten und anläßlich der Reichstagswahl hundertfach verteilten. In: Teltower Kreisblatt.
Oktober 22

Feier zu 2 Jahre NSBO bei Orenstein & Koppel

Das 2jährigen Bestehen der NSBO-Zelle in der Lokfabrik wird in der Kantine mit 1000 Arbeitern festlich begangen. Betriebszellenobmann Herbert Alpermann begrüßt die Anwesenden und Pg. Lamprecht spricht über “Idealismus und Kultur des Volkskanzlers”. In: Teltower Kreisblatt.
Oktober 19

Bürgermeister Rosenthal geht in den Ruhestand

Der letzte demokratisch gewählte Bürgermeister Walter Rosenthal geht “auf eigenem Wunsch” in den Ruhestand. Q: BLHA
September 27

Beseitigung kommunistischer Losungen

Unter Aufsicht der SA werden “kommunistische” und “marxistische” Losungen im Stadtbild beseitigt. In: Teltower Kreisblatt.
September 13

Dr. Siegfried Krampe entlassen

Der Oberstudiendirektor des Althoff-Realgymnasiums und ehemalige Sozialdemokrat wird aufgrund des “Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums” entlassen. In: Teltower Kreisblatt.
August 30

Waffenlager der KPD entdeckt

Die Polizei hebt ein illegales Waffenlager der KPD aus. 10 Personen werden verhaftet. Q: Lagebericht Polizei.
August 22

12 Kommunisten verhaftet

Bei einer Razzia in den Laubekolonien Moosgarten und Naturfreunde werden 12 Mitglieder der illegalen KPD verhaftet. In: Teltower Kreisblatt.
August 12

“marxistische” Beamte entlassen

Die ehemaligen Sozialdemokraten Dr. Franz Litterscheid als 2. Bürgermeister und Paul Skirk als Leiter des Wohlfahrtsamtes sind nach dem “Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums” entlassen worden. In: Teltower Kreisblatt.
August 5

Gleichschaltung von Nowawes 03

Im Beisein des NSDAP-Stadtverordneten Richard Pichottka wird beim Fußballverein “Nowawes 03” das Führerprinzip eingeführt und der bisheriger Vereinvorsitzende Bruno Arnold zum “Vereinsführer” gewählt. In: BLHA, Rep. 260.
Juli 23

Wahlsieg der Deutschen Christen

Bei der Kirchenwahl zu den Gemeindekirchenräten der Evangelischen Gemeinden von Nowawes erringen die “Deutschen Christen” 41 Sitze und “Evangelium und Kirche” 29 Sitze. In: Teltower Kreisblatt.
Juli 8

Vorstände von Kleingartenvereinen abgesetzt

Die Vorstände der Kleingartenvereine “Moosgarten”, “Naturfreunde” und “Glienicker Winkel” werden wegen kommunistischer Unterwanderungen abgesetzt. In: Teltower Kreisblatt.
Juli 3

erste Stadtverordnetenversammlung ohne SPD

Die nunmehr völlig gleichgeschaltete Stadtverordnetenversammlung tagt erstmalig ohne gewählte Vertreter der SPD. In: Teltower Kreisblatt.
Juli 1

Auflösung des Kindertagesheims in der Havelstr.

Die NSDAP-Stadtverwaltung löst das Kindertagesheim in der Havelstr. auf. Die betreffenden Kinder sollen andere Einrichtungen besuchen, wo sie “nach neuzeitlichen Gesichtspunkten” eine Erziehung erhalten sollen. Das Heim selbst wird in ein Schulungsheim der SA-Standarte 235 umgewandelt. In: Teltower Kreisblatt.
Juni 28

Christliche Revolution

Unter Leitung des NSDAP-Stadtrates Friedrich Hinrichs findet eine Großkundgebung der Deutschen Christen im Evangelischen Gemeindesaal in der Schulstr. statt. Es spricht Pfarrer Walter Hoff aus Berlin. In: Teltower Kreisblatt.
Juni 25

Einweihung eines SS-Heims

Der SS-Trupp Nowawes weiht in der Wilhelmstr. 24 ein SS-Heim ein. In: Teltower Kreisblatt.
Juni 24

NSDAP Sonnenwendefest mit Bücherverbrennung

Auf dem Sonnenwendefest der NSDAP als “Fest der deutschen Jugend” an der Wetzlaer Bahn werden aus der Stadtbibliothek und den Schulbüchereien “ausgemerzte marxistische Schriften” verbrannt. Die “Feuerede” hält der NSDAP-Stadtrat Richard Pichottka. In: Teltower Kreisblatt.
Juni 22

Warnung vor kommunistischer Betriebspropaganda

Auf der Kreis-Amtswaltertagung der NSBO im Konferenzsaal des Baugewerkbundes in der Berliner Großbeerenstr. 96 warnt der Kreisbetriebszellenleiter Becker vor 115 Amtswaltern vor der illegalen KPD und RGO, die Flugblätter unter den Bauarbeitern verteilen. In: Teltower Kreisblatt.
Juni 16

Ermordung von Walter Klausch

Der Nowaweser Kommunist Walter Klausch wird im KZ Oranienburg nach schweren Misshandlungen ermordet. Auf seiner Beisetzung auf dem Friedhof Großbeerenstr., der von der Polizei überwacht wurde und auf dem alle politischen Demonstrationen verboten waren, versammelten sich dennoch viele Arbeiter und eine Bergmannskapelle spielte das Arbeiterlied „Wer schafft das Gold zutage“, das den an diesem Tage verbotenen kommunistischen Text “Die roten Sturmkolonnen” hatte. In: BLHA.
Mai 16

Horst-Wessel-Gedenkstein eingeweiht

Die SA marschiert durch Nowawes hin nach Neubabelsberg in die Kaiserstr. 34 zum Polzeihaus “Kurmark”, um dort ein Horst-Wessel-Gedenkstein einzuweihen. In: Fehrbelliner Zeitung.
Mai 16

“friedliche Erstürmung der roten Schulburg”

Geschmückt mit den Fahnen des “neuen Deutschlands” an der Gemeindeschule in der Priesterstraße wird das Ende der weltlichen Schule von Nowawes – der “roten Schulburg” – besieglt. Ein Festumzug trifft sich mit allen brauen und schwarzen Honorationen auf dem Schulhof der 3. Gemeindeschule in der Schulstr. mit Gesang und Gebet. Nun endlich sei eine “Schularbeit in deutschem Geiste” möglich. Hinter der SA-Kapelle Potsdam marschieren dann die Stadtvertreter, die Lehrerschaft und die Schüler durch Nowawes hin zum Schulgebäude in der Priesterstr. NSDAP-Stadtrat Richard Pichottka  preist in einer Ansprache, dass nunmehr “in dieser Schule Kinder zu deutschen Männern erzogen werden”. In: Nowaweser Anzeiger.
Mai 15

Sozialdemokrat Skirk will am “nationalen Aufbau” mitarbeiten

Der Nowaweser Sozialdemokrat Paul Skirk erklärt im Namen der SPD-Kreistagsfraktion Teltow, “dass man sich nicht mehr parteipolitisch gebunden fühle und am nationalen Aufbau des Staates gerne bereit sei, mitzuarbeiten”. In: Anzeiger von Nowawes.
Mai 1

Keine Hakenreuzfahne auf dem Rathaus

Bürgermeister Rosenthal weigert sich trotz Drängens der örtlichen NSDAP zum “Tag der Arbeit” die Hakenkreuzfahne am Rathaus zu hissen.  
Mai 1

Ortgruppensgründer der NSDAP erhält Ehrenbürgerurkunde

Aus den Händen des Bürgermeisters Walter Rosenthal erhält Dr. Ernst Schlange, Gründer der NSDAP in Nowawes, die Urkunde der Ehrernbürgerschaft im Rahmen einer Fahnenweihe der NSDP-Ortsgruppe Altstadt in Klemms Festsälen. In: Teltower Kreisblatt.
Mai 1

Illegale Maiveranstaltung im Park

Maiveranstaltung im Park Babelsberg, neben der offiziellen nationalsozialistischen Maifeier in Nowawes treffen sich am 1. Mai auch Arbeiter im Babelsberger Park, zu ihnen spricht der Kommunist Walter Klausch; Aus: Potsdams andere Seiten, Kalenderblätter, Ausgabe 5, 14. Jahrgang, Mai 2018, S. 4
April 12

Hitler und Hindenburg Ehrenbürger von Nowawes

Die NSDAP-Fraktion stellt einen Dringlichkeitsantrag, Hitler und Hindenburg die Ehrenbürgerschaft der Stadt Nowawes zu verleihen. Bei Stimmenthaltung der SPD-Fraktion (“man solle die Sache doch nicht übertreiben”) wird der Antrag angenommen. Zu unbesoldeten Stadträten werden von der “Nationalen Einheitsliste” (NSDAP und Schwarz-Weiß-Rot) Richard Pichottka, Alfred Gebauer,  Friedrich Hinrichs und Karl Reichardt und von der SPD Max Schröder, Max Singer und Paul Rottstock gewählt. Die NSDAP und ihre Verbündeten drängen auf eine schnelle Straßenumbenennung: so sei der “Jude Rathenau eine Schmach für das Land”. Gegen die Stimmen der SPD werden die Namen von Walter Rathenau, Louis Nathan, Paul Neumann und Karl Gruhl aus dem Stadtbild getilgt. In: Teltower Kreisblatt.    
April 11

Adolf-Hitler-Platz

Der bisher noch namenlose Platz vor der Ortskrankenkasse (heute Peter-Weiss-Platz) erhält den Namen Adolf-Hitler Platz. Der Platz, der den Namen des ersten republikanischen Reichspräsidenten, Friedrich Ebert, trägt, wird in Plantagenplatz rückbenannt. In: Teltower Kreisblatt.
April 2

Mit Gottes Segen ins “Dritte Reich”

Anlässlich der Konstituierung der neuen Stadtverordnetenversammlung – bei Ausschluss der fünf gewählten kommunistischen Stadtverordneten – versammeln sich die Rechtsfraktionen (NSDAP und Schwarz-Weiß-Rot) im evangelischen Gemeindesaal in der Schulstr. 8. Angeführt von den 4 Pfarrern von Nowawes marschiert man dann zur Friedrichskirche, wo man vom Stahlhelm, SA und SS empfangen wird. Während des 50minütiger Gottesdienstes wird gefordert, “dass Kreuz in den Sitzungssaal des Rathauses wieder aufzuhängen und sich zur Christusgemeinde zu bekennen”. In: Teltower Kreisblatt und Nowaweser Anzeiger.
April 2

Nazis und Deutschnationale übernehmen das Rathaus im Handstreich

Die Konstituierung der neuen Stadtverordnetenversammlung erfolgt ohne die 5 gewählten kommunistischen Stadtverordneten Paul Schultze, Paul Paulick, Ernst Lüdicke, Stanislaus Lindner und Wilhelm Killmey. Beim Betreten des Saales rufen Besucher ein dreifaches “Hitler Heil!”. Die NSDAP mit ihrem rechtsnationalen Verbündeten haben nunmehr 17 Stimmen gegen 9 Stimmen der SPD. Angesichts dieser neuen “Stärkeverhältnisse” wird der Nazi Hans Kellnereit zum neuen Vorsteher gewählt. Die Mitglieder der SPD-Fraktion geben einen leeren Stimmzettel ab. Ein dreifaches “Sieg Heil!” dröhnt durch den Sitzungssaal. Der zweitstärksten Fraktion, der SPD, und ihrem Kandidaten Otto Machate, wird der Posten des Stellvertreters verwehrt. Stattdessen werden Karl Gartz (Kampffront Schwarz-Weiß-Rot) und Otto Melzer (NSDAP) durchgedrückt. Nach der Konstituierung spricht der Stadtverordnete und NSDAP-Ortsgruppenleiter Hermann Baatz vom Balkon des Rathauses, flankiert von je 2 SA- und SS-Männern, zu den Versammelten und verspricht, dass man sich “mit Leib und Leben für die Veränderung der Verhältnisse einsetzen werde”. Die Masse stimmt das Horst-Wessel-Lied..Weiterlesen
April 1

“Judenboykott” auch in Nowawes

Punkt 10 Uhr beginnt der Kampfbund der NSDAP, der Propagandawart und der SA-Sturmführer mit dem Boykott von 16 jüdischen Geschäften. Vor diesen haben sich SA-Männer aufgebaut. In: Nowaweser Anzeiger.
März 31

Bürgermeister Rosenthal bleibt, SPD- und KPD-Stadträte werden beurlaubt

Die örtliche NSDAP hat entschieden, dass der bisherige Erste Bürgermeister Walter Rosenthal im Amt verbleiben kann. Hingegen wird sein Stellvertreter Dr. Franz Litterscheid (SPD) und die Stadträte Paul Skirk (SPD), Max Schröder (SPD), Max Singer (SPD) und Ewald Messerschmidt (KPD) umgehend beurlaubt. In: Teltower Kreisblatt.
März 31

Braun und Schwarz beschließen Kriegerdenkmal

Der Denkmalausschuss der Stadt – nunmehr nur noch besetzt von NSDAP und Deutschnationalen – beschließt unter der Leitung des Ehrenvorsitzenden, des Alt-Nazis Hermann Baatz die Errichtung eines Kriegerdenkmals auf dem Neuendorfer Bethlehemkirchplatz (heute Neuendorfer Anger). In: Nowaweser Anzeiger.
März 26

letzte Jugendweihe trotz Verbot

Die Freidenkerbewegung organsiert unter halblegalen Bedingungen eine Jugendweihe. Vor dem Veranstaltungsort – dem Thalia-Kino – angekommen, wird den Eltern und Schülern das Betreten durch die Polizei verboten. Auf verschiedenen Wegen gehen dann die Teilnehmer in den Park Babelsberg und feiern dort unter freiem Himmel die Jugendweihe. Es spricht zu ihnen Hermann Maaß (SPD,) der bisherige Geschäftsführer des Reichsausschuss der deutschen Jugendverbände.
März 24

Lager der Technischen Nothilfe aufgelöst

Das Lager der Technichen Nothilfe wird aufgelöst, da dessen Leiter und viele Mitabeiter dem Reichsbanner “Schwarz-Rot-Gold” angehören. In: Teltower Kreisblatt.