Kiezspaziergang durch das Rote Nowawes

Mit einem Spaziergang entlang der ehemaligen Priesterstraße – der heutigen Karl-Liebknecht-Straße – wollen wir Ihnen am Sonntag, den 26.09.2021, das Rote Nowawes anhand dieser Flaniermeile zeigen. Der Straßenzug steht exemplarisch für Politik, Macht und Verwaltung durch Polizei und Rathaus, für viele bedeutsame Versammlungslokale der Arbeiterbewegung und Wohnadressen, in der wichtige politische Entscheidungen getroffen wurden und Entscheidungsträger wohnten, für das soziale Leben, wie der ersten weltlichen Sammelschule in der damaligen Provinz Brandenburg sowie dem Sportlatz und der Jugendherberge nahe des heutigen Stadions. Die Straße steht aber auch für Armut und Protest, so gab es hier neben sozialen Einrichtungen für Bedürftige auch den Markt und das Rathaus, die Ausgangspunkte von Demonstrationen und Protesten der notleidenden Bevölkerung im sogenannten Roten Nowawes waren.

In dem einstündigen Spaziergang laufen wir vom ehem. Rathaus Nowawes zum Karl-Liebknecht-Stadion und wieder zurück. Der Spaziergang ist kostenfrei. Aufgrund der Pandemielage gelten die aktuellen hygienischen Sicherheitsbestimmungen.

Wann: Sonntag, 26.09.2021, 11 und 14 Uhr
Wo: ehem. Rathaus Nowawes

Vortrag zu Ärzten in Nowawes

Im Rahmen der Böhmischen Tage Babelsberg 2021, die am Samstag (18.09.) und Sonntag (19.09.) an 17 verschiedenen Orten in Babelsberg stattfinden, wird Frank Reich aus der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes um 18 Uhr im AWO Kulturhaus Babelsberg Briefe von Dr. Max Hodann (1928) vorlesen und sich dem Thema der Ärzte und medizinischen Versorgung in Nowawes widmen.

Weitergehende Informationen zu den Böhmischen Tagen Babelsberg hier: https://babelsberg-potsdam.de/termine-projekte/boehmische-tage/

Tag der Erinnerung und Mahnung – NS-Zwangsarbeit in Babelsberg

Der industriell geprägte Stadtteil Babelsberg war in der Zeit des Zweiten Weltkrieges ein Hort der NS-Zwangsarbeit in den für die Rüstungsindustrie produzierenden Betrieben, die sich vor allem entlang der heutigen Großbeerenstraße und Friedrich-Engels-Straße entlang zogen. Zu den größten Unternehmen gehörten die Arado-Flugzeugwerke auf dem heutigen freiLand-Gelände sowie die ehemalige Lokomotivfabrik Orenstein & Koppel und das UFA-Filmunternehmen. In dem Vortrag der Historikerin Almuth Püschel geht der Blick auf die Orte, an denen Menschen aus den verschiedensten Ländern Zwangsarbeit leisten mussten und wie ihre Arbeits- und Lebensbedingungen aussahen. Dem Vortrag schließt sich am Sonntag, dem Tag der Erinnerung und Mahnung, ein Gedenken an die Zwangsarbeiter:innen bei Frieseke & Höpfner an der Stele in der Großbeerenstraße 107 an.

Die Veranstaltung wird organisiert von der VVN-BdA Potsdam und der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes. Der Vortrag in der Stadtteilkneipe findet unter Beachtung der 3 G´s statt (Geimpft, Genesen, Getestet).

10.09.2021, 18:00 Uhr, Vortrag zu NS-Zwangsarbeit in der Stadtteilkneipe Nowawes (Großbeerenstraße 5)
12.09.2021, 10:00 Uhr, Tag der Erinnerung und Mahnung mit Gedenken an der Stele (Großbeerenstraße 107)

Zum Geburtstag von Karl Liebknecht durch das Rote Nowawes

Gemeinsam mit dem SV Babelsberg 03 bietet die Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes eine Führung im Vorfeld des Regionalliga-Punktspiels gegen Chemie Leipzig als Hommage an den 150. Geburtstag von Karl Liebknecht an.

Hier der gemeinsame Veranstaltungstext:
Am 13. August 1871 ist der antimilitaristische und marxistische Politiker sowie Namensgeber unseres Stadions, Karl Liebknecht, geboren. Zum 150. Geburtstag von Karl Liebknecht bietet der SV Babelsberg 03 in Kooperation mit der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes vor dem Heimspiel gegen die BSG Chemie Leipzig einen Spaziergang entlang der Karl-Liebknecht-Straße zum Stadion an.

Die Karl-Liebknecht-Straße steht exemplarisch für die politische und soziale Entwicklung des ehemaligen industriellen Ortes Nowawes, der aufgrund seiner starken Arbeiterbewegung den Namen „Rotes Nowawes“ erhielt. In einem der zahlreichen Versammlungslokale der Arbeiterbewegung entlang der Straße sprach auch Karl Liebknecht zur Bevölkerung.

In dem rund einstündigen Spaziergang von Christian Raschke, Mitglied beim SV Babelsberg 03 und der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes, geht es vom Rathaus Babelsberg zum Karl-Liebknecht-Stadion. Der Spaziergang ist kostenfrei, um eine Anmeldung wird gebeten. Aufgrund der weiterhin bestehenden Pandemielage gelten die hygienischen Mindeststandards.

Wann: Freitag, 13. August 2021, 17.00 Uhr
Wo: Rathaus Babelsberg

Anmeldung und Kontakt über: thoralf.hoentze@babelsberg03.de

Veranstaltungstext auf der Webseite von Babelsberg 03

Fehlende Gedenktafel an den Arbeitersport am Stadioneingang des Karli gesucht

Auf Initiative der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes veröffentlichte der SV Babelsberg 03 einen Aufruf zu Informationen einer fehlenden Informations- bzw. Gedenktafel. Die Tafel, eine von insgesamt vier Stück, informierte am Kassenhaus u.a. über die Errichtung des ersten Sportplatzes auf dem Gelände des heutigen Karl-Liebknecht-Stadions (Karli) und über die Arbeitersportbewegung.

Aufruf: https://babelsberg03.de/?p=41019

Treffen der Geschichtswerkstatt

Nach dem aufgrund von Covid19 lange Zeit keine Treffen möglich waren, treffen wir uns nun kurz vor der Sommerpause am Freitag, den 18.06.2021, im Heidehaus. Interessierte Personen können sich gerne bei uns melden, wenn sie an einem Treffen der Geschichtswerkstatt teilnehmen wollen oder etwas über uns erfahren wollen.

Gedenken an Befreiung von Babelsberg

Einige Mitglieder der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes haben am Wochenende der Befreiung von Babelsberg vom Nationalsozialismus durch die Rote Armee gedacht. An zwei zentralen Plätzen wurden Blumengebinde mit Schleifen niedergelegt. Der neugestaltete Willi-Frohwein-Platz am Findling, benannt nach dem in Babelsberg lebenden Auschwitzüberlebenden, liegt zentral an der Großbeerenstraße, auf der von Güterfelde kommend die Einheiten der Roten Armee am 24. April 1945 kampflos nach Babelsberg vorrückten. Auch die Stele für die Zwangsarbeiter*innen bei der Firma Frieseke & Höpfner am heutigen Torhaus des Apolloniahauses in der Großbeerenstraße wurde mit Blumen bedacht. Die Zwangsarbeiter*innen stehen exemplarisch für die Ausbeutung im durch Rüstungsproduktion geprägten Babelsberg, aber auch für den Widerstand und die Selbstbefreiung vor Ort. 

Ausstellung zum Arbeiterfußball kommt nach Babelsberg

Die Wanderausstellung „Der andere Fußball. 100 Jahre Arbeiterfußball – 125 Jahre Arbeitersport“, konzipiert vom Verein „Paderborner Kreis – Arbeiterfußball“, wird vom 28.10. bis zum 15.11.2021 im Babelsberger AWO Kulturhaus Babelsberg zu sehen sein. Unter maßgeblicher Initiierung der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes wird diese Ausstellung in Kooperation mit dem SV Concordia Nowawes 06, dem Fanprojektes Babelsberg und dem SV Babelsberg 03 durch eigene lokale Beiträge ergänzt und betreut werden. Geplant sind neben der Erstellung eigener Aufsteller auch Sonderveranstaltungen rund um das Thema der Arbeiterbewegung und des Arbeitersports.

Der Arbeitersport, bzw. der Arbeiterfußball, erfreute sich größter Beliebtheit, nicht nur in Nowawes. Die Verbände Arbeiter-Turn- und Sportbund sowie Rotsport trugen eigene Meisterschaften aus und hatten sogar eigene Nationalmannschaften. Hunderte Arbeitersportvereine gab es im Großraum Berlin-Brandenburg. Der Beginn der Organisierung des kulturellen Lebens der Arbeiterschaft und mit ihm der Sport begann 1893 mit der Gründung des Arbeiter-Turnerbundes (ATB). Es war eine Reaktion auf den Ausschluss von Arbeitern, die in den erzkonservativen Sportvereinen keine Rolle spielten.

Während der Deutsche Fußball-Bund (DFB) im Jahr 1900 entstand, konnte der Fußball erst um 1919, im mittlerweile umbenannten Arbeiter-Turn- und Sportbund (ATSB), eine eigene Verbandssparte durchsetzen. Besonders die Kriegsrückkehrer brachten den Fußball als Sport in ihre Heimat mit und wollten diesen nun in ihren alten Turn- und Sportvereinen weiter praktizieren. Im industriell geprägten Roten Nowawes spielte die Organisierung des kulturellen und sportlichen Lebens eine große Rolle und drückte sich in den zahlreichen Vereinen, aber auch im Zusammenschluss des Arbeiter-Sport- und Kultur-Kartells Nowawes aus.

Blumen am Grab von Eva und Kurt Laube

Am gestrigen Freitagnachmittag trafen sich einige Personen auf dem Friedhof in der Babelsberger Großbeerenstraße, um das Grab von Eva und Kurt Laube mit Blumen zu bepflanzen. Aufgerufen wurde zu einem Frühjahrsputz. Das Grab von Eva und Kurt Laube ist eine Urnengrabstelle und befindet sich in der Abteilung V Feld 2, nördlich des Windmühlenberges gelegen. Der Grabstein ist flachgelegt. Bepflanzt wurde es mit diversen Blumenzwiebeln und mit Blumen in den Farben der Spanischen Republik, da Kurt Laube Spanienkämpfer war. Wir bedanken uns zudem bei der Friedhofsverwaltung, die im Schaukasten weitergehende Informationen zu den beiden Personen aushängte.