An den Wänden klebt Geschichte

Bei Renovierungsarbeiten in einer Wohnung in der Babelsberger Großbeerenstraße traten Zeitdokumente in Form von alten Zeitungen zum Vorschein. Anfang des letzten Jahrhunderts wurden Zeitungen an Wände verklebt, um Wände vor Kälte und Feuchtigkeit zu schützen, aber vor allem um den rauen Putz zu glätten. Über die Schicht Zeitungen klebte man dann häufig Tapeten. Auf den Fotos erkennen wir unter anderem ein Exemplar der Zeitung „Deutsche Nachrichten“ aus dem Jahr 1911 mit verschiedenen Anzeigen und Informationen für Potsdam und Nowawes. Um die Jahrhundertwende und Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden die meisten Häuser in der Großbeerenstraße, die in der Neuendorfer Gemarkung lag und sich als Industriestandort herauskristallisierte. 1900 hatte Neuendorf 340 Häuser mit über 4000 Einwohnern. Neuendorf und Nowawes schlossen sich 1907 zu einer Gemeinde zusammen.

Wir danken dem Einsender für die Fotos und die Zeitdokumente. Haben Sie auch solche Erlebnisse und Erfahrungen? Dann her damit…

Vorschläge für Straßennamen in den Pool aufgenommen

Die von der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes initiierte Würdigung von Frauen aus der Arbeiter*innenbewegung in Nowawes in Form von Benennung von öffentlichen Straßen und Plätzen ist vom Kulturausschuss der Stadt Potsdam am Donnerstag, den 19.11., positiv beschieden worden. Die vorgeschlagenen Frauen sind damit in den Namenspool für Straßennamen aufgenommen. Hierzu berichtete unter anderem die Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ) im Lokalteil. Damit konnte unsere Initiative einen Erfolg verbuchen, auch wenn eine Straßenbenennung bisher noch aussteht.

Neues zur Frauenwürdigung für Nowawes

Über unser Anliegen der Würdigung von Frauen aus der Arbeiter*innenbewegung in Nowawes, mitgetragen durch die Institutionen Autonomes Frauenzentrum Potsdam e.V., AWO Bezirksverband Potsdam e.V. und Volkssolidarität Verbandsbereich Mittelmark, wird heute in der Lokalpresse in der Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ) im Lokalteil für Potsdam berichtet.

Zudem haben wir eine Einladung vom Kulturausschuss der Stadt Potsdam erhalten, um dort über unser Anliegen zu informieren und Stellung zu beziehen. Wir hoffen also, dass in absehbarer Zeit Frauen aus der Arbeiter*innenbewegung und des gesellschaftlichen Miteinanders eine adäquate Würdigung erfahren.

Gedenken an Herbert Ritter

Gedenkveranstaltung zum Todestag des ersten Opfers des Faschismus in Nowawes (Potsdam-Babelsberg) im Jahr 1931 an der Gedenktafel von Herbert Ritter.


Wann: 12. November, 18:00 Uhr

Wo: Weberplatz


UPDATE 04.11.20:

ABSAGE ZENTRALES GEDENKEN UM 18 UHR

Liebe Teilnehmenden zum Gedenken an Herbert Ritter,

schweren Herzens haben wir uns aufgrund der aktuellen Lage und den hohen Zahlen an Covid19-Infizierten dazu entschieden, auf einen zentralen Gedenkakt für Herbert Ritter zu verzichten. Die Gesundheit aller ist uns wichtiger, ein spezielles Hygiene- und Sicherheitskonzept bei unklarer Lage nur schwer durchführbar.

Trotzdem wollen wir auf ein Gedenken an Herbert Ritter nicht verzichten. Wir rufen dazu auf, am Todestag von Herbert Ritter, den 12.11., den Tag über gemäß den Hygiene- und Sicherheitsbestimmungen Blumen und Kerzen sowohl an der Gedenktafel als auch an seinem Grab auf dem Friedhof in der Großbeerenstraße niederzulegen.

Des Weiteren wünschen wir uns viele Fotos in den sozialen Netzwerken und auf den verschiedenen Webseiten von eurem individuellen Gedenken an Herbert Ritter. Sendet uns die Fotos zu, die der Ausdruck des Bewahrens der Erinnerung an das erste Todesopfer des Faschismus im Roten Nowawes, dem heutigen Babelsberg, sind.

Vorschläge zur Würdigung von Frauen

Die Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes hat in Kooperation mit dem Autonomen Frauenzentrum Potsdam e.V., dem AWO Bezirksverband Potsdam e.V. und der Volkssolidarität Verbandsbereich Mittelmark der Landeshauptstadt Potsdam einen Brief mit Vorschlägen zur Würdigung von Frauen aus der Arbeiter*innenbewegung von Nowawes/Babelsberg unterbreitet. Ziel ist es, Frauen im öffentlichen Stadtbild, vor allem in Form der Benennung von Straßen und Plätzen, zu ehren. Dazu ging ein Schreiben mit Kurzbiographien von sieben Frauen an den Oberbürgermeister, den Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung, die Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung sowie an den Kulturausschuss. Bei den Frauen handelt es sich um Olga Bathe, Anna Kamin, Wally Lehnert (geb. Müller), Martha Ludwig (geb. Deinert), Anna Müller (geb. Meier), Friedel Springer (geb. Thomas) und Gertrud Henkel (geb. Vanicek).

Geschichtswerkstatt nun im Heidehaus

Mit der Eröffnung des denkmalgeschützten Heidehauses als Nachbarschaftstreff durch die Pro Potsdam am gestrigen Tag, welches im Kreuzungsbereich der Großbeerenstraße und Kopernikusstraße am Findling gelegen ist und vom Verein Interlog betrieben wird, haben wir als Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes nun unsere Heimstatt gefunden. Ab sofort werden wir unsere Treffen hier abhalten, zudem wird das Heidehaus auch als Postadresse fungieren. Wir freuen uns, an diesem historischen Ort und inmitten von Babelsberg, unser Zuhause gefunden zu haben. Das Haus hat eine über 150-jährige Geschichte und wurde nun nach langem Tiefschlaf und des Verfallens nach einjähriger Restaurierung als Nachbarschaftszentrum wieder neu erweckt.

Führung: Die Geschichte des Rathaus Babelsberg

Die Geschichte des Rathaus Babelsberg – dem heutigen AWO Kulturhaus Babelsberg

Eine Führung im Rahmen zum Tag des offenen Denkmals am 13.09.2020 zwischen 11:00– 12:30 Uhr. Treffpunkt ist der Hauseingang am Rathaus in der Karl-Liebknecht-Straße 135. Zutritt nur mit Anmeldung. Die Führung ist eine Kooperation des AWO Kulturhaus Babelsberg und der Geschichtswerkstatt „Rotes Nowawes“.

In der ca. 1 1/2 stündigen Führung erhält der Besucher einen Einblick in die verschiedenen Räumlichkeiten des Hauses. Es werden die prägendsten Ereignisse anhand der Chronik wiedergegeben. Verschiedene Anekdoten, eine Ausstellung über den Architekten und Fotos aus den letzten Jahrzehnten veranschaulichen die lebhafte Geschichte des Hauses.

Anmeldung bis 10. September 2020 erforderlich unter 0331-7049262, maximale Teilnehmerzahl: 10 Personen

Eintritt frei, Spenden erbeten


Radtour zur Befreiung von Babelsberg

Da wir unsere geplante Veranstaltung bzw. Radtour zur Befreiung von Babelsberg aufgrund der Covid19-Pandemie Ende April ausfallen lassen mussten, wollen wir diese nun unter den üblichen hygienischen Sicherheitsvorschriften am Sonntag, den 16.08.2020, nachholen. Wir treffen uns dazu um 11:00 Uhr am Rathaus Babelsberg. Hier am Rathaus wird die rund zweistündige Radtour auch wieder enden. An verschiedenen Stationen machen wir kurze Stopps, wo über die authentischen Orte berichtet wird. Die Radtour ist kostenlos, eine vorherige Anmeldung ist nicht nötig.

Ein digitales Archiv für Nowawes und Babelsberg

Wir als Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes möchten gerne mit eurer Unterstützung ein digitales Archiv zur Geschichte von Nowawes und Babelsberg aufbauen. Als Geschichtswerkstatt befassen wir uns vorrangig mit der Zeit des 19. und 20. Jahrhunderts in den Ortsteilen bzw. eigenständigen Orten Nowawes, Neuendorf, Neubabelsberg und Drewitz, die schließlich in dem heutigen Ort Babelsberg mündeten. Unser Fokus liegt dabei auf den Industriestandort mit seinem kulturellen, politischen und sozialen Leben.
Wir benötigen für unsere Arbeit und das zukünftige Archiv vor allem Fotos, Dokumente, Berichte, Filme und andere Materialien, die sich vielleicht in den Familienalben, auf dem Dachboden, im Keller oder in alten Schränken befinden. Vielleicht geben uns die Fotos und Dokumente mehr Aufschluss über das Leben in jener Zeit, als ihr euch vorstellen könnt. Dies können Fotos und Dokumente von privaten Feiern oder auch öffentlichen Anlässen sein. Egal ob eine Hochzeit, eine weihnachtliche Familienfeier, ein Straßenumzug, eine Betriebsfeier oder eine politische Veranstaltung, wichtig ist nur der Bezug zu Nowawes und Babelsberg.
Keine Sorge, die Originale könnt ihr natürlich behalten. Wir würden alles sorgsam einscannen und digitalisieren und das Original selbstverständlich zurückgeben. Noch Fragen, dann kontaktiert uns.
Danke!