Dr. Ernst Michaelis – gelobt, ersehnt, verfolgt, ermordet – ein jüdischer Kinderarzt in Nowawes

Begleitveranstaltung der Ausstellung: „Stolpersteine in Babelsberg“.

Ohne eine Vielzahl jüdischer Ärzte hätte es in der „Armutsstadt“ Nowawes nur eine rudimentäre Gesundheitsversorgung gegeben. Ein Berliner Arzt, der seit 1919 in Neubabelsberg wohnte und in Nowawes praktizierte, war oft die letzte Rettung für viele unterernährte und kranke Kinder im Roten Nowawes. Nach 1933 wurde er ausgegrenzt und starb im KZ Theresienstadt. Seine Frau Katharina nahm sich 1942 im Potsdamer Krankenhaus das Leben. In einem Vortrag anlässlich einer bevorstehenden Stolpersteinverlegung am Samstag, den 18.4.2026 um 14.00 Uhr in der Karl-Marx-Str. 71 im Beisein der Großnichte der Familie Michaelis, Lydia Tichauer aus London, möchte Uwe Klett von der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes am Donnerstag, den 12.3.2026 um 18.00 Uhr im AWO-Kulturhaus. Karl-Liebknecht-Str. 135 in einem Vortrag ein Lebensbild des Kinderarztes und seiner Famile nachzeichnen.

Wir danken dem Team des AWO-Kulturhauses für die Unterstützung.

Der Eintritt ist frei!

Stolpersteinverlegung und Vortrag zu Charlotte Zade

Am Mittwoch, den 11.03.2026, werden die Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V. in Kooperation mit der Landeshauptstadt Potsdam und dem Künstler Gunter Demnig um 9 Uhr vor dem Haus in der Paul-Neumann-Str. 64, 14482 Potsdam-Babelsberg, einen Stolperstein für Charlotte Zade verlegen. Dazu laden wir alle interessierten Personen herzlich ein.

Charlotte Zade, später verheiratete Lewin, war Genossenschaftsmitglied in der Paul-Neumann-Straße ansässigen Gewoba Babelsberg, Lehrerin am Nowaweser Mädchen-Lyzeum, Jüdin und Sozialdemokratin. Sie wurde am 22.12.1895 in Stettin (Szczecin) geboren und kam 1930 nach Nowawes, dem heutigen Babelsberg. 1933 wurde sie denunziert, erhielt Berufsverbot und war gezwungen, unter bescheidenen Umständen in Berlin bis zu ihrer Deportation nach Auschwitz, wo sie dann am 20.02.1943 ermordet wurde, zu leben.

Darüber hinaus gibt es am Tag davor, den 10.03.2026, um 18:00 Uhr im Kashmir-Haus (ehemals Café Babelsberg) einem Vortrag aus dem Leben von Charlotte Zade. Der Eintritt ist frei.

20.Juli 1944: Gewerkschafter und Sozialdemokraten aus Babelsberg und Berlin im Widerstand: Wilhelm Leuschner – Hermann Maaß – Georg Spiegel

Neben den weithin bekannten Militärs um Stauffenberg gehörten auch Sozialdemokraten, Gewerkschafter und Kommunisten zum Widerstandskreis. In einem Vortrag widmet sich der ehemaliger Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Prof. Johannes Tuchel und von der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes, Dr. Uwe Klett, wichtigen Persönlichkeiten der Arbeiterbewegung, die ihren Wirkungskreis auch in Babelsberg und Umgebung hatten.

Hermann Maaß (Foto: Gedenkstätte Deutscher Widerstand)

Eine Veranstaltung von „Gegen das Vergessen – für Demokratie e.V.“ in Zusammenarbeit mit der „Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V.“

Mittwoch, 4.3.2026, 18.00 Uhr

AWO-Kulturhaus Babelsberg, Karl-Liebknecht-Str. 135, Kerwienzimmer, Eintritt frei

GEGEN DIKTATUR UND GEWALT. BUCHVORSTELLUNG ZUR GESCHICHTE „SCHUTZTRUPPE DER REPUBLIK“ DAS REICHSBANNER SCHWARZ-ROT- GOLD IN BERLIN UNDBRANDENBURG 1924 BIS 1933

Der Autor Rainer Sandvoß von der Gedenkstätte Deutscher Widerstand beleuchtet die Geschichte der mitgliederstärksten Kampforganisation zur Verteidigung der ersten Deutschen Republik vor. Sie hatte sowohl in Potsdam als auch in der Arbeiterstadt Nowawes eine große Massenbasis im Bündnis mit den Gewerkschaften, den Arbeitersport- und Kulturorganisationen und den Ortsvereinen der SPD. Die Veranstaltung am 23.2. findet um 18.00 Uhr im Saal des AWO-Kulturhauses, Karl-Liebknechts-Str. 135, statt.

Ein „Judenhaus“ im Roten Nowawes in brauner Zeit: Wilhelmstraße (Alt-Nowawes) 36

In einem Vortrag stellt Uwe Klett von der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V. die Geschichte der Kaufleute Abraham, ihre Verfolgung und Vertreibung, die „Arisierung“ ihres Besitzes und letztendlich das „Judenhaus“ in der Nowaweser Wilhelmstraße
vor. Die Veranstaltung im AWO-Kulturhaus, Karl-Liebknecht-Str. 135, Großer Saal am 29.1. um 18.00 Uhr findet im Rahmen der Ausstellung „Stolpersteine in Babelsberg“ statt. Der Eintritt ist frei.

Rundgang durch die „Ausstellung gegen das Vergessen: Stolpersteine in Babelsberg“

Am Dienstag, dem 27.1. um 15.00 Uhr bietet die Geschichtswerkstatt in Zusammenarbeit mit dem AWO-Kuturhaus einen Rundgang durch die Ausstellung „Stolpersteine in
Babelsberg“ im Haupttreppenhaus anlässlich des Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust an. Mit der Ausstellung wird den NowaweserInnen bzw. BabelsbergerInnen gedacht, die von den Nationalsozialisten vor oder während des zweiten Weltkrieges verfolgt, vertrieben, deportiert oder ermordet wurden. Die Führung ist kostenfrei. Treffpunkt Foyer des AWO-Kulturhauses, Karl-Liebknecht-Str. 135.

Gedenken an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht im Karli

Am 15. Januar 1919 wurden der Namensgeber unseres Stadions, Karl Liebknecht, und Rosa Luxemburg in Berlin verhaftet und von Freikorpstruppen ermordet. Die Hinrichtung der prominenten Wortführer des Sozialismus nach dem Ersten Weltkrieg rief breite Empörung hervor, die bis heute in wiederkehrendes Gedenken und Erinnern mündet.
Knapp 100 Jahre später mahnt uns ihr Schicksal, wachsam zu bleiben – wenn wir in Deutschland sehen, dass rechtsextreme und menschenfeindlich motivierte Gewalt genauso zunehmen wie sich radikalisierende Politiker und Parteien mit ihren demokratie- und verfassungsfeindlichen Bestrebungen. Damals wie heute sind Demokratie und Frieden keine Selbstverständlichkeit.

In diesem Bewusstsein laden wir, der SV Babelsberg 03, auch in diesem Jahr gemeinsam mit der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes zu einer Gedenkveranstaltung für Luxemburg und Liebknecht ein:

Wann? Donnerstag, 15. Januar 2026, 18 Uhr
Wo? Karl-Liebknecht-Stadion, am Liebknecht-Relief (Karl-Liebknecht-Straße 90, 14482 Potsdam-Babelsberg)

Grab von Spanienkämpfer Walter Junker gefunden

Zum Jahrestreffen des Vereins Kämpfer und Freunde der Spanischen Republik 1936–1939 e. V. (KFSR) mit der Ehrung von Walter Junker im Wald der Erinnerung (siehe Beitrag vom 15.09.25) wurde auch das Grab von Walter Junker gefunden. Christian Raschke nahm als Mitglied der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V. und dem Verein KFSR am Jahrestreffen teil. Mitglieder des KFSR entdeckten dann das Massengrab, wo auch Walter Junker beerdigt wurde, in Els Guiamets auf dem Friedhof. Weitere Recherchen förderten außerdem sein tatsächliches Sterbedatum in dem Lazarettzug zutage und zeigten, dass diese Informationen an verschiedenen Stellen in Katalonien/Spanien bekannt waren, jedoch leider bisher den Weg nicht bis zu uns gefunden hatten. Während der Schlacht am Ebro, vom 29. Juli bis zum 7. August 1938, wurde an der Eisenbahnstation von Guiamets ein Sanitätsposten des XV. Armeekorps eingerichtet, bestehend aus Lazarettzügen und Operationswagen. So starb Walter Junker nicht, wie bisher laut DDR-Quellen, am 28.07.1938 bei Corbera d’Ebre/Gandesa, sondern am 02.08.1938 aufgrund seiner Verletzungen in Els Guiamets. Dorthin wurde Walter Junker in den Lazarettzug aus dem Krankenhaus von Móra d’Ebre evakuiert. Anbei die Tafel des Massengrabs, die Sterbeurkunde und ein aktueller Artikel aus dem ND.

Artikel im ND vom 30.11.2025: https://www.nd-aktuell.de/artikel/1195859.spanien-spanien-der-wald-der-erinnerung.html

Lasst die Erinnerung nicht verblassen!

Die Geschichtswerkstatt unterstützt den Aufruf der Evangelischen Kirchengemeinde Babelsberg am Nachmittag des 9.11. 2025 die Vielzahl der in Babelsberg verlegten Stolpersteine (siehe www.stolpersteine-brandenburg.de) zu putzen. In der Kirche auf dem Weberplatz können sich MitmacherInnen um 15.00 Uhr zusammenfinden. Die Geschichtswerkstatt selbst wird gegen 15.15 Uhr in der Benzstraße 32 am Stolperstein für Wilhelm Marquardt und gegen 15.45 Uhr Alte Nowawes/Ecke Neue Straße an den Stolpersteinen für Johanna Abraham, Fritz Abraham, Margot Falkenburg und Kurt Samter sein, um dann zu den Stolpersteinen von Walter Klausch in die Neue Straße 3 und Erika Lövin in die Garnstraße 4 zu gehen.

Matinee: „Da soll der Jude den Schaden bezahlen!“

Die Friedrich-Ebert-Stiftung lädt am 9.11. um 11.00 Uhr in das Haus der Wannseekonferenz, Berlin, Am Großen Wannsee 56-58 zu einer szenischen Lesung des Protokolls einer Sitzung vom 12.11.1938 zur Ausplünderung der Juden nach der Reichspogromnacht ein. Vortragende werden neben SchülerInnen des Humboldt-Gymnasiums Potsdam u.a. auch Mitglieder Geschichtswerkstatt „Rotes Nowawes“ sein.