Nowawes 1932/1933: eine Liebe ohne Zukunft – Erika Lövin und Walter Junker

Sie Jüdin – er Kommunist. In einem Vortrag widmen sich Christian Raschke und Uwe Klett von der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes den Lebenswelten von Erika Lövin und Walter Junker – beide in Berlin geboren – die sich Anfang der 30er Jahre im gemeinsamen antifaschistischen Widerstand in Nowawes kreuzten.

Die Jüdin Erika Lövin und der Arbeiter Walter Junker lernten sich im Kommunistischen Jugendverband kennen. Mit Gleichgesinnten gaben sie den „Roten Pionier“ heraus, organisierten Widerstandsaktionen gegen die Nazis, flohen nach Prag. Walter ging nach Spanien und fiel in der Schlacht am Ebro 1938, Erika konnte nach Schweden entkommen.

22.04., 18:00 Uhr, Kulturhaus Babelsberg (Lounge), Eintritt frei

Antifaschistisches Gedenken zur Befreiung von Potsdam-Babelsberg

Den 81. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus nehmen wir zum Anlass, um in Potsdam-Babelsberg den im letzten Jahr provisorisch benannten Wally-Lehnert-Platz öffentlich mit der Landeshauptstadt Potsdam (LHP) durch ein Straßenschild einzuweihen. Der Platz an der Kreuzung Großbeerenstraße/Ahornstraße wird nach einem Beschluss der Stadtverordneten und einer Veröffentlichung im Amtsblatt der LHP im Jahr 2025 nun offiziell nach Wally Lehnert benannt. Die Antifaschistin und Widerstandskämpferin war Teil einer lokalen Widerstandsgruppe, in der Zwangsarbeitende mitwirkten und zur Befreiung von Potsdam-Babelsberg beitrugen.

Freitag, 24.04.2026, 17 Uhr
Wally-Lehnert-Platz – Ecke Großbeerenstraße/Ahornstraße

Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V.
VVN-BdA Potsdam

Konzert des Ernst-Busch-Chors in Babelsberg in Erinnerung an die Verteidiger der Spanischen Republik (1936 – 1938) aus Nowawes/Babelsberg

wir laden herzlich ein zu einem Konzert des Ernst-Busch-Chor, Berlin

26. April 2026, 15:00 Uhr (Einlass ab 14:00 Uhr) in den Gemeindesaal der Evangelischen Gemeinde Babelsberg, Schulstraße 8c (ca. 100 m vom S-Bahnhof Babelsberg)

In Erinnerung an die Verteidiger der Spanischen Republik (1936 – 1938) aus Nowawes (Babelsberg): Walter Junker, Paul Kühne, Kurt Laube, Kurt Vogel.

Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V. in Kooperations mit „Kämpfer und Freunde der Spanischen Republik“ e.V.; Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten e.V.; Volkssolidarität Landesverband Brandenburg e.V.

Platzreservierungen möglich unter: kontakt@rotes-nowawes.de

Zur Deckung der Kosten für Chor und Räumlichkeiten bitten wir zum Abschluss des Konzertes um Spenden.

Wir danken der Evangelischen Gemeinde Babelsberg für die Unterstützung.

Verlegung von Stolpersteine für den Kinderarzt Dr. Ernst Michaelis und seine Frau Katharina Michaelis, geb. Pickardt

Am Samstag, den 18.4.2026 um 14.00 Uhr verlegen wir in der Karl-Marx-Str. 71 im Beisein der Großnichte der Familie Michaelis, Lydia Tichauer aus London, Stolpersteine für den Nowaweser Kinderarzt Dr. Ernst Michaelis, der mit seiner Familie seit 1919 in Neubabelsberg wohnte und seine Praxis in der Friedrichstraße (heute Garnstr.) 14 hatte. Er war oft die letzte Rettung für viele unterernährte und kranke Kinder im Roten Nowawes. Nach 1933 wurde er ausgegrenzt und starb im KZ Theresienstadt. Seine Frau Katharina nahm sich 1942 im Potsdamer Krankenhaus das Leben.

stehend oben rechts: Dr. Ernst Michaelis; sitzend ganz rechts: Katharina Michaelis,sitzend ganz links: Tochter Hela Michaelis. (Foto: privat, Sammlung Klett)

Tag der Geschichtswerkstätten 2026

Am Sonntag, den 19.04.26, wird die Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V. wieder beim Tag der Geschichtswerkstätten dabei sein. Den vor allem in Hamburg mit seinen zahlreichen Geschichtswerkstätten in den unterschiedlichen Stadtteilen präsenten Tag nutzen wir, um auch hier in Babelsberg unsere Tür zu öffnen und unsere Arbeit zu präsentieren. Es gibt Snacks und Getränke, Gespräche und Informationen zu unserer lokalen Geschichtsarbeit. Kommt am Sonntag, den 19.04.26, zwischen 14 und 16 Uhr zu unserer Heimstatt, dem Babelsberger Heidehaus in der Großbeerenstraße 98a am Findling. Wir freuen uns auf euch!

Dr. Ernst Michaelis – gelobt, ersehnt, verfolgt, ermordet – ein jüdischer Kinderarzt in Nowawes

Begleitveranstaltung der Ausstellung: „Stolpersteine in Babelsberg“.

Ohne eine Vielzahl jüdischer Ärzte hätte es in der „Armutsstadt“ Nowawes nur eine rudimentäre Gesundheitsversorgung gegeben. Ein Berliner Arzt, der seit 1919 in Neubabelsberg wohnte und in Nowawes praktizierte, war oft die letzte Rettung für viele unterernährte und kranke Kinder im Roten Nowawes. Nach 1933 wurde er ausgegrenzt und starb im KZ Theresienstadt. Seine Frau Katharina nahm sich 1942 im Potsdamer Krankenhaus das Leben. In einem Vortrag anlässlich einer bevorstehenden Stolpersteinverlegung am Samstag, den 18.4.2026 um 14.00 Uhr in der Karl-Marx-Str. 71 im Beisein der Großnichte der Familie Michaelis, Lydia Tichauer aus London, möchte Uwe Klett von der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes am Donnerstag, den 12.3.2026 um 18.00 Uhr im AWO-Kulturhaus. Karl-Liebknecht-Str. 135 in einem Vortrag ein Lebensbild des Kinderarztes und seiner Famile nachzeichnen.

Wir danken dem Team des AWO-Kulturhauses für die Unterstützung.

Der Eintritt ist frei!

Stolpersteinverlegung und Vortrag zu Charlotte Zade

Am Mittwoch, den 11.03.2026, werden die Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V. in Kooperation mit der Landeshauptstadt Potsdam und dem Künstler Gunter Demnig um 9 Uhr vor dem Haus in der Paul-Neumann-Str. 64, 14482 Potsdam-Babelsberg, einen Stolperstein für Charlotte Zade verlegen. Dazu laden wir alle interessierten Personen herzlich ein.

Charlotte Zade, später verheiratete Lewin, war Genossenschaftsmitglied in der Paul-Neumann-Straße ansässigen Gewoba Babelsberg, Lehrerin am Nowaweser Mädchen-Lyzeum, Jüdin und Sozialdemokratin. Sie wurde am 22.12.1895 in Stettin (Szczecin) geboren und kam 1930 nach Nowawes, dem heutigen Babelsberg. 1933 wurde sie denunziert, erhielt Berufsverbot und war gezwungen, unter bescheidenen Umständen in Berlin bis zu ihrer Deportation nach Auschwitz, wo sie dann am 20.02.1943 ermordet wurde, zu leben.

Darüber hinaus gibt es am Tag davor, den 10.03.2026, um 18:00 Uhr im Kashmir-Haus (ehemals Café Babelsberg) einem Vortrag aus dem Leben von Charlotte Zade. Der Eintritt ist frei.

20.Juli 1944: Gewerkschafter und Sozialdemokraten aus Babelsberg und Berlin im Widerstand: Wilhelm Leuschner – Hermann Maaß – Georg Spiegel

Neben den weithin bekannten Militärs um Stauffenberg gehörten auch Sozialdemokraten, Gewerkschafter und Kommunisten zum Widerstandskreis. In einem Vortrag widmet sich der ehemaliger Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Prof. Johannes Tuchel und von der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes, Dr. Uwe Klett, wichtigen Persönlichkeiten der Arbeiterbewegung, die ihren Wirkungskreis auch in Babelsberg und Umgebung hatten.

Hermann Maaß (Foto: Gedenkstätte Deutscher Widerstand)

Eine Veranstaltung von „Gegen das Vergessen – für Demokratie e.V.“ in Zusammenarbeit mit der „Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V.“

Mittwoch, 4.3.2026, 18.00 Uhr

AWO-Kulturhaus Babelsberg, Karl-Liebknecht-Str. 135, Kerwienzimmer, Eintritt frei

GEGEN DIKTATUR UND GEWALT. BUCHVORSTELLUNG ZUR GESCHICHTE „SCHUTZTRUPPE DER REPUBLIK“ DAS REICHSBANNER SCHWARZ-ROT- GOLD IN BERLIN UNDBRANDENBURG 1924 BIS 1933

Der Autor Rainer Sandvoß von der Gedenkstätte Deutscher Widerstand beleuchtet die Geschichte der mitgliederstärksten Kampforganisation zur Verteidigung der ersten Deutschen Republik vor. Sie hatte sowohl in Potsdam als auch in der Arbeiterstadt Nowawes eine große Massenbasis im Bündnis mit den Gewerkschaften, den Arbeitersport- und Kulturorganisationen und den Ortsvereinen der SPD. Die Veranstaltung am 23.2. findet um 18.00 Uhr im Saal des AWO-Kulturhauses, Karl-Liebknechts-Str. 135, statt.

Ein „Judenhaus“ im Roten Nowawes in brauner Zeit: Wilhelmstraße (Alt-Nowawes) 36

In einem Vortrag stellt Uwe Klett von der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V. die Geschichte der Kaufleute Abraham, ihre Verfolgung und Vertreibung, die „Arisierung“ ihres Besitzes und letztendlich das „Judenhaus“ in der Nowaweser Wilhelmstraße
vor. Die Veranstaltung im AWO-Kulturhaus, Karl-Liebknecht-Str. 135, Großer Saal am 29.1. um 18.00 Uhr findet im Rahmen der Ausstellung „Stolpersteine in Babelsberg“ statt. Der Eintritt ist frei.