Zeitstrahl
Das Potsdamer Schöffengericht verurteilt den Kommunisten Hermann Waldhelm wegen einfachen Landfriedensbruch, begangen am 23.3. bei Auseinandersetzungen mit Nazis, zu fünf Monaten Gefängnis. In: Potsdamer Volksblatt.
Jungkommunisten kleben Flublätter, in denen sie auf die Rede von Clara Zetkin als Alterspräsidentin zur Eröffnung des Reichstages hinweisen. Q: Bericht von Martha Ludwig, 1985.
In der Meisterschaft des 3. Bezirkes des 1. Kreises des ATSB im Wasserball belegen die Nowaweser Arbeitersportler nur den 4. Platz. Bezirksmeister werden die Potsdamer. In: Brandenburger Zeitung.
Im Gesellschaftshaus „Turnhalle“ tritt ein Kabarett „Lebensfreunde durch Kunst“ der Volksbühne auf, umrahmt von der Freien Mandolinen- und Gitarrenvereinigung Nowawes. In: Potsdamer Volksblatt.
Der Kommunist Otto Thiele spricht auf einer öffentlichen Veranstaltung über den Aufbau in der UdSSR. „Es gäbe zwar Mißstände in Rußland, aber dennoch ist dort allles viel besser als in den kapitalistischen Ländern, insbesondere in Deutschland.“ In: Potsdamer Volksblatt.
Wegen angeblicher kommunistischer Bedrohung führt der Nazi Karl A. unerlaubt eine Waffe mit sich. Nach Festnahme wird der Angeklagte aber nicht verurteilt. In: Potsdamer Volksblatt.
Der ehemalige Nowaweser KPD-Fraktionsvorsitzende, Otto Thiele, der in Moskau als Dreher arbeitet, spricht während eines Heimatbesuches in einer Parteiversammlung zur Entwicklung in der Sowjetunion. Q: Potsdamer Volksblatt.
Die Freie Turn- und Sportvereinigung Nowawes 1894 begeht ihr Stiftungsfest. In: SPD-Protokollbuch.
Die Frau von Karl Gruhl – „Mutter Gruhl“ genannt – verstibt mit 70 Jahren in Nowawes. In: SPD-Protokollbuch.
Nazis überfallen das Bootshaus der FTSpVgg 94 in der Babelsberger Str. an der Nuthe. In: Potsdamer Volksblatt.
Im Eisenbahnhotel zeigt das Reichsbanner die Filme „Spiel und Sport“ und „Rechsbanner marschiert“. In: Potsdamer Volksblatt.
In der „Scala“ in der Priesterstr. wird der der sowjetische Film „Erde“ von Alexander Dowschenko aus dem Jahre 1930 im Rahmen einer SAJ-Veranstaltung gezeigt. In: Potsdamer Volksblatt.
Im Gesellschaftshaus „Turnhalle“ feiert die Freie Turn- und Sportvereinigung Nowawes 1894 unter ihrem Vorsitzenden Karl Brünner ihr 38jähriges Bestehen. In: Potsdamer Volksblatt.
Der Sozialpädagoge Heinrich Pröschold aus Berlin spricht in der „Karl-Marx-Gruppe“ der SAJ. In: Potsdamer Volksblatt.
Auf der Mitgliederversammlung des Arbeitersportvereins FTSpVgg 94 wird der Schlosser Karl Brünner (SPD) als Vorsitzender wiedergewählt. Zum Abschluss singt man gemeinsam die Internationale. In: Potsdamer Volksblatt.
In Klemms Festsälen findet das Stiftungsfest der Nowaweser Arbeiterchöre unter der Leitung des Berliner Chorleiters Willi Schröder statt. In: Potsdamer Volksblatt.
Die Ortsverwaltung des Einheitsverbandes der Eisenbahner unter Leitung von Max Schröder führt bei Hiemke eine Generalversammlung durch. Es spricht der Berliner Gewerkschaftsfunktionär Willi Besener zu „Die Gewerkschaften im Kampf gegen politische Entrechtung und wirtschaftliche Verelendung“. In: Potsdamer Volksblatt.
Auf der SPD-Mitgliederversammlung im Eisenbahnerhotel wird die NSDAP als „zusammengelaufener Haufen wildgewordener Spießbürger benannt“ und der Kampf gegen die Papen-Reaktion, Hitler und die Kommunisten beschworen. In: SPD-Protokollbuch.
Auf einer Versammlung der kommunistischen „Roten Gewerkschaftsopposition“ spricht Ottomar Geschke von der RGO zu den Streikenden der Firma Michaelis & Behrend. In: Potsdamer Volksblatt.
Die KPD organisiert in der „Turnhalle“ eine Erwebslosenveranstaltung. 50 Teilnehmer werden gezählt. In Reden wird die Papen-Regierung angegriffen aber auch der Nowaweser Bürgermeister und das städtische Wohlfahrtsamt. Anschließend wird ein Erwerbslosenausschuss gewählt. In: Potsdamer Volksblatt.
In der „Turnhalle“ veranstaltet der kommunistische Kampfbund gegen den Faschismus ein Volksfest. Es treten die Pioniere der Internationalen Arbeiterhilfe auf und der techoslowakische Film „So ist das Leben“ von Carl Junghans wird gezeigt. In Reden wird insbesondere die Sozialdemokratie angegriffen. Eine geplante Kundgebung auf dem Friedrichkirchpkatz wird von der Polizei verboten. In: Potsdamer Volksblatt.
Zusammen mit der Brudergruppe aus Potsdam fahren die Nowaweser Jung-Rotfalken an den Zernsee bei Werder . In: Potsdamer Volksblatt.
Der ASB führt in der Weltlichen Schule einen Ersten Hilfe Kurs durch. Anmeldungen nimmt die ASB-Unfallwache neben dem Rathaus entgegen. In: Potsdamer Volksblatt.
Das Arbeiterkultur- und Sportkartell Nowawes führt in der „Turnhalle“ eine kulturpolitische Veranstaltung durch. Arbeiterchöre, – orchester und – sportler treten auf. Die kulturpolitische Rede hält der sächsische Reichstagsabgeordnete, Studiendirektor Kurt Uhlig. In: Potsdamer Volksblatt.
Mit knapper Mehrheit entscheiden die Arbeiter des Webereibetriebes von Michaelis & Behrend in der Retzowstr., den Streik zu beenden. Das Ergebnis ist ein weiterer Lohnabbau. In: Potsdamer Volksblatt.
Auf einer KPD-Wahlkampfveranstaltung in der Turnhalle“ spricht Fritz Lange, KPD-Bezirksverordneter aus Berlin-Neukölln und Mitglied der Reichsleitung des Kampfbundes gegen den Faschismus, und wirft der SPD vor, „auf Befehl kapitalistischer Mächtegruppen zu handeln“. Von Burgfrieden und Einheitsfront zwischen SPD und KPD ist nicht mehr die Rede. In: Potsdamer Volksblatt.
Auf einer NSDAP-Wahlversammlung, die vorwiegend von SA-Männern aus Potsdam und der Umgebung von Nowawes besucht wird, spricht der Hohenzoller und SA-Standartenführer, Prinz August Wilhelm („Auwi“). Er möchte „mit allen Arbeitern für ein besser Deutschland kämpfen!“. In Potsdamer Volksblatt.
Das Haus eines Streikbrechers in der Karlstr. wird von der KPD mit Losungen beschmiert. In: Potsdamer Tageszeitung.
In der Sitzung des Haus- und Grundbesitzervereins wird ein Anwalt zitiert, der die Ablehnung von Hypothekenkrediten durch Banken mit einer „kommunistischen Verseuchung“ von Nowawes begründet. In: Potsdamer Tageszeitung.
Bei der Reichstagswahl wird die SPD in Nowawes mit 5431 Stimmen (- 374 zur Wahl im Juli 1932) wieder stärkste Partei. Als Wahlsieger kann sich die KPD fühlen, die nunmehr auf 4850 Stimmen kommt (+ 418). Die NSDAP verliert dramatisch und kommt dennoch auf 4321 Stimmen (- 996). In: Potsdam Wahlen, S. 87.
Am Findling wird der Geschäftsführer der Nowaweser Ortskrankenkasse vom Nazi Franz Freyse auf offener Straße beschimpft und beleidigt. In: Potsdamer Volksblatt.
Auf der SPD-Mitgliederversammlung im Eisenbahnhotel spricht Rechtsanwalt Dr. Franz Leopold Neumann, Vorsitzender der Vereinigung sozialdemokratsicher Juristen, zu „Die Stellung der SPD zur Verfassungsreform“. In: Potsdamer Volksblatt.
Im Lokal Hiemke tagt die SPD-Frauengruppe. Es spricht Dr. Elsbeth Weichmann. In: Potsdamer Volksblatt.
Eine Ansammlung von Kommunisten verhindert eine Wohnungsräumung in der Großbeerenstr. 29. In: Potsdamer Tageszeitung.
Aufgrund des Stimmenzuwachses bei den letzten Reichstagswahlen für die KPD, gibt die SPD die Losung aus: „Nicht Kommunismus, nicht Nationalsozialismus ist das Heil der Menschheit, sondern nur einzig und allein der Sozialismus kann die furchtbare Not und die moderne Geißel der Menschheit, die Arbeitslosigkeit, aus der Welt schaffen.“ In: Potsdamer Volksbaltt.
Der Antrag der KPD-Fraktion auf Neuwahl der Stadtverordnetenversammlung wird abgelehnt. Hochgerechnet auf die letzten Reichstagswahlen hofft die KPD auf 8 Sitze. Die SPD würde 12, die DNVP 4 und die Nazis 8 Sitze erhalten. In: Potsdamer Volksblatt.
Während der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung versammeln sich von der KPD organisierte Bürger vor dem Rathaus mit dem Ruf „Hunger! Hunger!“. Ein starkes Polizeiaufgebot verhindert die Erstürmung des Rathauses. Der KPD-Fraktionschef Richard Schulz greift den Stadtverordnetenvorsteher Paul Fleischmann (SPD) scharf an. In: Nowaweser Anzeiger.
Von der KPD organisierte Streikende verlangen im Rathaus die Auszahlung der Winterbeihilfe. Stadt verweigert dies aufgrund fehlender Mittel. Daraufhin ruft die KPD die Arbeitslosen zum Boykott des Freiwilligen Arbeistsdienstes (FAD) auf. In: Potsdamer Volksblatt.
Erwerblose Jungendliche zerstrümmern die Scheiben des Filialgeschäftes der konservativen „Potsdamer Tageszeitung“ in der Eisenbahnstr. und dringen in das Buttergeschäft von Gerhard Heinze in der Großbeerenstr. 89 ein und verlangen die unentgeltliche Herausgabe von Lebensmitteln. In: Potsdamer Volksblatt.
Vor dem Rathaus versammeln sich 200 Mitglieder des Freiwillgen Arbeitsdienstes und fordern Lohnzulagen und warme Kleidung für den Winter. Die Stadtverwaltung ruft die Polizei herbei. In: Vorwärts.
Im Obdachlosenheim in der Gartenstr. 55 suchten im Monat November 793 Obdachlose eine Unterkunft, darunter 47 Frauen und 2 Kinder. In: Potsdamer Volksblatt.
Die Arbeiterfußballer der FTSpVgg Nowawes 1894 sind Meister des ATSB-Bezirkes Westen. Im Endspiegl siegten sie über Rathenow-Süd 3: 1. In: Brandenburger Zeitung.
Auf einer Elternversammlung der Kinderfreunde in der „Turnhalle“ spricht Gen. Lucke aus Berlin über den Weg und das Ziel der Kinderfreunde. In: Potsdamer Volksblatt.
Der DMV Potsdam-Nowawes fordert auf einer Erwerbslosenversammlung eine Änderung des Wirtschaftssystems zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. In: Potsdamer Volksblatt.
In der Jugendherberge auf dem Sportplatz richten die Helfer der Kinderfreunde eine Weihnachtsfeier aus. Jedes Kind erhält ein kleines Packet mit Nüssen, Pfeffernüssen und Äpfeln. Mit Volkstänzen und Kampfliedern beschließt man die Feier. In: Potsdamer Volksblatt.
Mit Unterstützung der KPD stürmen 50 Frauen das Rathaus und verlangen die Auszahlung der Winterbeihilfe. In: Teltower Kreisblatt.
In Anwesenheit des Leiters des Wohlfahrtsamtes Paul Skirk (SPD) findet eine kleine Weihnachsfeier im städtischen Kindertagesheim in der Havelstr. statt. In: Potsdamer Volksblatt.
Die Arbeiterturner der Arbeiter-Turn- und Sportvereinigung Nowawes 1894 treten im überfüllten Saal des Gesellschaftshauses „Turnhalle“ in der Auguststr. unter dem Motto „Wir bauen eine neue Welt“ auf. In: Vorwärts.
Auf dem SAJ-Heimabend spricht der Stadtverordnete Max Schröder über den Freiwilligen Arbeitsdienst (FAD). In: Potsdamer Volksblatt.
Am Bahnübergang „Galgen“ sind wieder KPD-Parolen angemalt worden. In: Potsdamer Tageszeitung.
