Am Dienstag, dem 27.1. um 15.00 Uhr bietet die Geschichtswerkstatt in Zusammenarbeit mit dem AWO-Kuturhaus einen Rundgang durch die Ausstellung „Stolpersteine in Babelsberg“ im Haupttreppenhaus anlässlich des Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust an. Mit der Ausstellung wird den NowaweserInnen bzw. BabelsbergerInnen gedacht, die von den Nationalsozialisten vor oder während des zweiten Weltkrieges verfolgt, vertrieben, deportiert oder ermordet wurden. Die Führung ist kostenfrei. Treffpunkt Foyer des AWO-Kulturhauses, Karl-Liebknecht-Str. 135.
Am 15. Januar 1919 wurden der Namensgeber unseres Stadions, Karl Liebknecht, und Rosa Luxemburg in Berlin verhaftet und von Freikorpstruppen ermordet. Die Hinrichtung der prominenten Wortführer des Sozialismus nach dem Ersten Weltkrieg rief breite Empörung hervor, die bis heute in wiederkehrendes Gedenken und Erinnern mündet. Knapp 100 Jahre später mahnt uns ihr Schicksal, wachsam zu bleiben – wenn wir in Deutschland sehen, dass rechtsextreme und menschenfeindlich motivierte Gewalt genauso zunehmen wie sich radikalisierende Politiker und Parteien mit ihren demokratie- und verfassungsfeindlichen Bestrebungen. Damals wie heute sind Demokratie und Frieden keine Selbstverständlichkeit.
In diesem Bewusstsein laden wir, der SV Babelsberg 03, auch in diesem Jahr gemeinsam mit der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes zu einer Gedenkveranstaltung für Luxemburg und Liebknecht ein:
Wann? Donnerstag, 15. Januar 2026, 18 Uhr Wo? Karl-Liebknecht-Stadion, am Liebknecht-Relief (Karl-Liebknecht-Straße 90, 14482 Potsdam-Babelsberg)
Zum Jahrestreffen des Vereins Kämpfer und Freunde der Spanischen Republik 1936–1939 e. V. (KFSR) mit der Ehrung von Walter Junker im Wald der Erinnerung (siehe Beitrag vom 15.09.25) wurde auch das Grab von Walter Junker gefunden. Christian Raschke nahm als Mitglied der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V. und dem Verein KFSR am Jahrestreffen teil. Mitglieder des KFSR entdeckten dann das Massengrab, wo auch Walter Junker beerdigt wurde, in Els Guiamets auf dem Friedhof. Weitere Recherchen förderten außerdem sein tatsächliches Sterbedatum in dem Lazarettzug zutage und zeigten, dass diese Informationen an verschiedenen Stellen in Katalonien/Spanien bekannt waren, jedoch leider bisher den Weg nicht bis zu uns gefunden hatten. Während der Schlacht am Ebro, vom 29. Juli bis zum 7. August 1938, wurde an der Eisenbahnstation von Guiamets ein Sanitätsposten des XV. Armeekorps eingerichtet, bestehend aus Lazarettzügen und Operationswagen. So starb Walter Junker nicht, wie bisher laut DDR-Quellen, am 28.07.1938 bei Corbera d’Ebre/Gandesa, sondern am 02.08.1938 aufgrund seiner Verletzungen in Els Guiamets. Dorthin wurde Walter Junker in den Lazarettzug aus dem Krankenhaus von Móra d’Ebre evakuiert. Anbei die Tafel des Massengrabs, die Sterbeurkunde und ein aktueller Artikel aus dem ND.
Die Geschichtswerkstatt unterstützt den Aufruf der Evangelischen Kirchengemeinde Babelsberg am Nachmittag des 9.11. 2025 die Vielzahl der in Babelsberg verlegten Stolpersteine (siehe www.stolpersteine-brandenburg.de) zu putzen. In der Kirche auf dem Weberplatz können sich MitmacherInnen um 15.00 Uhr zusammenfinden. Die Geschichtswerkstatt selbst wird gegen 15.15 Uhr in der Benzstraße 32 am Stolperstein für Wilhelm Marquardt und gegen 15.45 Uhr Alte Nowawes/Ecke Neue Straße an den Stolpersteinen für Johanna Abraham, Fritz Abraham, Margot Falkenburg und Kurt Samter sein, um dann zu den Stolpersteinen von Walter Klausch in die Neue Straße 3 und Erika Lövin in die Garnstraße 4 zu gehen.
Die Friedrich-Ebert-Stiftung lädt am 9.11. um 11.00 Uhr in das Haus der Wannseekonferenz, Berlin, Am Großen Wannsee 56-58 zu einer szenischen Lesung des Protokolls einer Sitzung vom 12.11.1938 zur Ausplünderung der Juden nach der Reichspogromnacht ein. Vortragende werden neben SchülerInnen des Humboldt-Gymnasiums Potsdam u.a. auch Mitglieder Geschichtswerkstatt „Rotes Nowawes“ sein.
Ausstellung im Haupttreppenhaus – in der Regel zugänglich Montag bis Samstag 9 – 22 Uhr
Der Eintritt ist frei. Das AWO Kulturhaus Babelsberg befindet sich in der Karl-Liebknecht-Straße 135 in 14482 Potsdam-Babelsberg.
Im ehemaligen Nowawes wurden im Jahr 2010 die ersten Stolpersteine für Familie Kauf, die Eheleute Rosenbaum, Kurt Samter, Margot Falkenburg (geb. Brauer) und die Eheleute Dornbusch verlegt. Seit 2025 erinnern und mahnen nunmehr insgesamt 37 Stolpersteine im Stadtteil. Die meisten Stolpersteine gedenken Menschen, die aufgrund ihrer Zugehörigkeit zum Judentum verfolgt wurden, aber auch politischen Gegnerinnen und Gegnern, Menschen mit Behinderung und Andersdenkenden. In Potsdam wurde meist auf Initiative von Lehrerinnen und Lehrern mit ihren Schulklassen, Familienangehörigen der Verfolgten, Vereinen und Initiativen, oder Einzelpersonen, die Beteiligung am europäischen „KunstDenkmal“ Stolpersteine vorangetrieben. Mittlerweile sind in Europa circa 116.000 Steine verlegt.
Mit dieser Ausstellung wird den Nowaweserinnen und Nowawesern gedacht, die von den Nationalsozialisten vor oder während des Zweiten Weltkriegs verfolgt, vertrieben, deportiert und ermordet wurden. Redebeiträge vom Vorstand des AWO Bezirksverbands Potsdam e.V. und der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V. eröffnen die Ausstellung im Haupttreppenhaus des Kulturhauses.
In den kommenden Monaten soll weiter recherchiert und die zusammengetragenen Informationen in einer Begleitbroschüre veröffentlicht werden. Die Ausstellung wird bis ins kommende Frühjahr gezeigt und in diesem Rahmen werden zahlreiche Veranstaltungen zu dem Thema im Kulturhaus Babelsberg stattfinden.
Ein Projekt von der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V. und dem AWO Kulturhaus Babelsberg.
Die Eröffnungsveranstaltung findet in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg statt.
Ausstellungseröffnung: Stolpersteine in Babelsberg
Freitag, den 07.11.2025, 18:00 Uhr im AWO Kulturhaus Babelsberg (Saal)
Am Samstag, den 11.10.2025, findet im Potsdamer Treffpunkt Freizeit die 2. Antifaschistische Konferenz der VVN-BdA im Land Brandenburg statt. Mit dabei ist die Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V. im Themenblock der erinnerungspolitischen Initiativen im Land Brandenburg. Vorgestellt wird die Arbeit der Geschichtswerkstatt und Beispiele der erinnerungspolitischen Arbeit.
Zum 87. Jahrestag der Beendigung der Ebro-Schlacht sowie zum Treffen der Vereine der Internationalen Brigaden in Katalonien wird im November erstmals auch die Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V. teilnehmen. Ziel der Teilnahme ist die Ehrung an den Nowaweser Antifaschisten und Spanienkämpfer Walter Junker, der im Ehrenhain von La Fatarella durch Christian Raschke als Mitglied der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V. und ebenso Mitglied im organisierenden Verein „Kämpfer und Freunde der Spanischen Republik 1936–1939 e. V. (KFSR)“ mit einer Plakette geehrt wird. Der Nowaweser KPD-Funktionär Walter Junker starb am 28. Juli 1938 bei Corbera d’Ebre.
Zum weiteren Programm des Treffens vom 14. bis zum 16. November 2025 gehören die Begrüßung der internationalen Gäste im Museum von Lo Riu am Freitag, die Gedenkveranstaltung zu Ehren der Mitglieder der Internationalen Brigaden und die Einweihung neuer Plaketten im Ehrenhain, eine Führung durch den Ausstellungen „Die Bombardierung von La Fatarella“ und „Der letzte republikanische Widerstand am Ebro“ sowie eine Fahrt zu Geschichtsorten des Endes der Ebro-Schlacht. Die Ebro-Schlacht tobte vom 25. Juli bis zum 16. November 1938 und war die letzte große Offensive der republikanischen Einheiten gegen die zu dem Zeitpunkt bereits überlegenen faschistischen Truppen während des Spanischen Bürgerkriegs.
Zum bundesweiten Tag des offenen Denkmals am 14.09.2025 bieten das AWO Kulturhaus Babelsberg und die Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V. Führungen um 11:00 Uhr und 15:00 Uhr im alten Rathaus an.
Anmeldung: Bis 12.09.2025 per Mail an kulturhaus@awo-potsdam.de oder unter TEL: 0331 7049264
In der ca. 1 stündigen Führung erhalten die Besucher*innen einen Einblick in die verschiedenen Räumlichkeiten des Hauses. Das von Julius Otto Kerwien entworfene Gebäude wurde 1899 als Rathaus Nowawes eingeweiht. Erfahren Sie Hintergründe, Details und Anekdoten zu seiner Historie und Entwicklung zum Kiez-Kulturstandort in Babelsberg.
Ab dem 6. September startet das Voting für den Online-Förderwettbewerb der ProPotsdam GmbH „Gemeinsam FÜR Potsdam“. Vier Wochen lang gibt es die Möglichkeit, eure Stimme für das Projekt „Erinnerungsort Sandscholle“ in der Kategorie Kunst & Kultur abzugeben. Initiiert wurde das Projekt von der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V. in enger Koordination mit den auf der Sandscholle tätigen Sportvereinen SV Concordia Nowawes 06 e.V. und SV Babelsberg 03 e.V. Das Ziel ist es, die Geschichte der Sandscholle als Sport- und Freizeitort, aber auch als Aufmarschplatz der NS-Organisationen und als Standort eines Lagers zur Unterbringung von Zwangsarbeitenden der Ufa (Universum-Film Aktiengesellschaft) aufzuarbeiten und zu visualisieren. Eine Stele soll auf dem Areal entstehen und zur Geschichte informieren.