Am Samstag, den 13.07.24, gibt es ab 16 Uhr ein Concordia-Sommerfest auf der Sandscholle in Babelsberg. Neben Verpflegung, Infoständen, Kinderspaß gibt es auch einen Infostand der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V. mit historischen Fotos, unter anderem von Concordia. Der Klassiker wird allerdings ein OLD-STAR-GAME sein, bei dem verdienstvolle Personen Fußball spielen.
Im Rahmen der „Böhmischen Tage“ in Babelsberg wurde in Kooperation mit dem AWO Kulturhaus Babelsberg durch die Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V. am Freitag, den 07.06., die Gedenktafel für die im Jahre 1933 verfolgten, entrechteten und verfemten KommunalpolitikerInnen der damaligen selbstständigen Stadt Nowawes eingeweiht. Die Gedenktafel wurde im Obergeschoss des Kulturhauses, vor dem ehemaligen Ratssaal, angebracht. Beim Akt der Einweihung waren neben zahlreichen Gästen und führenden PolitikerInnen aus Potsdam auch Nachfahren der aus dem Amt vertriebenen Stadtverordneten anwesend. Das regionale Fernsehen RBB und die lokale Presse berichteten.
Zu Beginn der “Böhmischen Tage“ in Babelsberg lädt die Geschichtswerkstatt am Freitag, dem 7.6. um 18.00 Uhr zur Einweihung der Gedenktafel, im Jahre 1933 verfolgter, entrechteter und verfemter KommunalpolitikerInnen der damaligen selbstständigen Stadt Nowawes (heute Potsdam-Babelsberg) ins Obergeschoss des historischen Rathauses Nowawes (heute AWO-Kulturhaus Babelsberg) in der Karl-Liebknecht-Straße 135 ein.
Die Tafel erinnert an all jene KommunalpolitikerInnen von Nowawes, die im Frühjahr 1933 von den Nationalsozialisten und ihren schwarz-weiß-roten Helfershelfern aus den Ämtern vertrieben wurden und jene, die sich trotz schon weitestgehend unfreier Wahlen im März 1933 mit aufrechtem Gang der Nowaweser Wahlbevölkerung stellten und die, obwohl gewählt, ihre kommunalpolitischen Mandate aberkannt wurden bzw. nach dem Verbot der Arbeitsparteien ihr Mandat nicht weiter ausüben konnten.
Nach Worten des Vorstandes des AWO-Bezirksverbandes Potsdam e.V. und der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V. werden Nachkommen der mit der Tafel Gewürdigten diese enthüllen.
Wir bedanken uns an dieser Stelle bei der Unteren Denkmalschutzbehörde der Landeshauptstadt, beim Brandenburgischen Landeshauptarchiv, beim Potsdam-Museum, bei der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und beim Stadtarchiv Potsdam für die Unterstützung und bei den Fraktionen der SPD, der LINKEN, der aNDEREN und Potsdam.sozial.gerecht dafür, dass sie durch einen gemeinsamen Antrag den Weg bereitet haben, dass nach 91 Jahren am authentischen Ort am Eingang zum Saal der Stadtverordnetenversammlung Nowawes an diese mutigen KommunalpolitikerInnen erinnert werden kann.
Geschichtswerkstatt „ Rotes Nowawes“ e.V.
Eine Kooperation mit dem AWO Kulturhaus Babelsberg
Zur weiteren Erforschung der Lebenswege der Genannten bitten wir um Mithilfe, insbesondere zu
Aus Anlass der Gründung des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold sowie des Roten Frontkämpferbunds (RFB) vor 100 Jahren laden die Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V. und die Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg e.V. ein, sich mit diesen beiden Bewegungen der Arbeiter*innen-Bewegung genauer zu beschäftigen. Der Besuch der beiden Veranstaltungen ist kostenlos.
Am 19. Juni 2024 werden sich Dr. Hans-Rainer Sandvoß (Politologe, Historiker, von 1977 bis 2014 Mitarbeiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand) und Dr. Uwe Klett (Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes) detailliert dem Reichsbanner widmen. Nach den Morden an Matthias Erzberger und Walther Rathenau sowie dem Hitler-Putsch sammelten sich auch in Nowawes unter der Fahne der Republik ehemalige Kriegsteilnehmer und Republikverteidiger im Kampf gegen den Rechtsterror, aber auch gegen die nach Moskau ausgerichteten Kommunist*innen. Unterstützt von Gewerkschaften und Arbeiterkulturvereinen, angeführt von der Sozialdemokratie war das Reichsbanner auf den Straßen unübersehbar, aber letztendlich auch nicht in der Lage, die Kräfte gegen den aufkommenden Faschismus zu bündeln.
Am 26. Juni 2024 steht der Rote Frontkämpferbund im Zentrum des Vortrags von Dr. Uwe Klett (Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes). Nach dem Mord an den Jungkommunisten Fritz Weineck („Der kleine Trompeter“) in Halle 1924 sammelten sich auch in Nowawes v.a. junge Linke im Umfeld der KPD und gründeten eine Ortsgruppe des Roten Frontkämpferbundes. Gerichtet gegen die erzkonservativen Wehrverbände wie den „Stahlhelm“ wollte man öffentlich die „Rote Macht des Proletariats nach sowjetischem Vorbild“ verkörpern. Das reichsweite Verbot des RFB 1929 (wobei die SA legal blieb) führte zu einer verschärften Auseinandersetzung zwischen KPD und SPD, wodurch der Aufstieg der Nazis begünstigt wurde.
Das Fest für Solidarität wird gemeinschaftlich organisiert vom Verein Neues Potsdamer Toleranzedikt e.V., dem SV Babelsberg 03, dem Oberlinhaus und der Christoph Miethke GmbH & Co. KG. Es ist ein Fest für Potsdamer*innen und ihre Gäste, um ein Zeichen für Toleranz, Weltoffenheit, Solidarität, Fairplay und Bewegung zu setzen – öffentlich, kostenlos sowie barrierefrei. Bei dem Toleranzfest gibt es Bühnenprogramm, Tombola, Infostände, Speisen, Eis & Getränke, Sportspiele, Mitmachaktionen und einen Spendenlauf. Als Infostand ist die Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V. mit dabei.
Bereits jahrelange Tradition haben die Böhmischen Tage in Potsdam-Babelsberg, die auch in diesem Jahr wieder mit einem vielfältigen Programm aufwarten. Von Freitag bis Sonntag (7. Juni bis 9. Juni) finden 44 Veranstaltungen an 23 Orten statt. Auch die Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V. war in die Planung involviert und bietet lokalhistorische Erkundungen an.
Samstag, 8. Juni um 11:30 Uhr: Führung durch das Kulturhaus Geschichte des von Julius Otto Kerwien entworfenen Rathauses für das damalige Nowawes und seine Entwicklung als Kulturstandort. Treffpunkt: Eingangstür
Samstag, 8. Juni um 15 Uhr: Stadtrundgang Babelsberg Spurensuche im alten Nowawes um die Ecke – Ein tschechischer Pauker, ein jüdischer Kinderarzt, Schellackplatten und mittenmang Rosa Luxemburg. Treffpunkt: AWO Kulturhaus
Sonntag, 9. Juni um 14:00 Uhr: Fahrradtour „120 Jahre Arbeiterbauverein: Not macht erfinderisch – Bauen, Wohnen, Leben einmal anders gedacht und gemacht.“ Treffpunkt: AWO Kulturhaus
Die beiden lokalen Vereine „Förderkreis Böhmisches Dorf Nowawes und Neuendorf e. V.“ sowie die „Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e. V.“ beteiligen sich auch in diesem Jahr an der Initiative „Tat-Orte markieren- Menschen (ge)denken“. Mit der Aktion des Markierens von Absperrband an bestimmten Orten wollen der Förderkreis und die Geschichtswerkstatt im dem vom Landesjugendring Brandenburg e. V. in Kooperation mit der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten sowie dem Museumsverband Brandenburg initiierten Projekt zwei symbolische Orte der nationalsozialistischen Verbrechen markieren.
Besonders im Stadtteil Babelsberg war aufgrund seiner zahlreich angesiedelten Industrie die NS-Zwangsarbeit stark präsent. Der Bedarf an Arbeitskräften stieg in den Kriegsjahren enorm, so dass ab 1941 vorrangig ausländische Menschen zur Arbeit in Deutschland, so auch in Babelsberg, gezwungen wurden. Zahlreiche Lager und Unterbringungsmöglichkeiten entstanden ab dem Jahr 1941. Bereits im Jahr 1939 existierten in Potsdam-Babelsberg 65 anerkannte wehrwirtschaftliche Betriebe, so Almuth Püschel im Standardwerk „Zwangsarbeit in Potsdam“. Dabei setzte man Zwangsarbeitende nicht nur in den Rüstungsbetrieben ein, sondern auch in der Verwaltung, Kirche oder Gastwirtschaften.
In der heutigen Stephensonstraße 27, damals Scharnhorststraße, befand sich der städtische Omnibusbetrieb mit der Fahrdienstleitung. Auf dem Gelände der Stadt wurden auch während der Zeit des Zweiten Weltkrieges Zwangsarbeitende untergebracht, die unter anderem im Verkehrswesen arbeiten mussten. Die Kommunen wirkten also nicht nur als ausführende Kraft bei der Vermittlung von Arbeitskräften und Zwangsarbeitenden, so durch die Arbeitsämter mit, sondern beschäftigten diese auch aktiv. Weil die Rolle der Kommunen bei der Verfolgung immer noch unterrepräsentiert ist, haben wir die Stephensonstraße in Babelsberg markiert.
Als weiteren Ort der Markierung haben wir uns erneut für die abgerissene Baracke am Konsumhof/Ecke Fritz-Zubeil-Straße entschieden. An dieser Brache befand sich bis vor wenigen Jahren eine Baracke des Rüstungsbetriebes Frieseke & Höpfner, die in einem Lageplan als „Küche für Ausländer“ deklariert wurde. Die Baracke wurde trotz unserer Hinweise abgerissen, ohne dass eine genaue Prüfung stattfinden konnte. Seit dem Abriss sind auf dem Gelände keine relevanten Arbeiten mehr durchgeführt worden und das Gelände liegt weiterhin brach. Der Vorfall steht somit symptomatisch mit dem Umgang und der Erinnerung an die NS-Zwangsarbeit.
Silver Salon: Die Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V.
Mittwoch, 8. Mai 2024 – 14:00
Wie aus einer Flüchtlingskolonie des alten Fritzen eine Hochburg der organisierten Arbeiter*innenbewegung wurde. Ein Gespräch mit Dr. Uwe Klett, Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V.
Sie werden auf einen Streifzug mitgenommen durch die Geschichte, die mit einem kleinen märkischen Bauerndorf begann, dann zur Heimat protestantischer Tschechen wurde und seit der Kaiserzeit zu einer Industriestadt heranwuchs, die für ihre Lokomotiven, ihre Filme aber auch für Armut, Arbeitslosigkeit, kämpferischen Gewerkschaften und die Politik prägende Arbeiterparteien stand. Nicht ganz Potsdam, nicht ganz Berlin, aber mittendrin: Nowawes, das heutige Babelsberg.
Unter dem Titel „Silver Salon“ lädt das Potsdam Museum die ältere Generation zu einer abwechslungsreichen Veranstaltungsreihe ein. Das Programm beginnt dieses Mal mit einem Vortrag. Bei Kaffee und Kuchen kommen die Teilnehmer anschließend mit der Referentin persönlich ins Gespräch kommen.
In der Lesung und dem Gespräch widmen sich Dorothea Nerlich (Autorin des im letzten Jahr veröffentlichten gleichnamigen Buches und Witwe von Werner Nerlich), Klaus Büstrin (Mitherausgeber des Buches) sowie Christian Raschke (Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V.) dem biografischen Wirken des Künstlers und Potsdamer Ehrenbürgers Werner Nerlich.
Geboren in Nowawes verbrachte Werner Nerlich hier seine Jugend- und Lehrzeit. Während des Zweiten Weltkrieges überlebte er die Schlacht um Stalingrad und wurde aufgrund der Erlebnisse zum Widerstandskämpfer im Nationalkomitee Freies Deutschland. Er avancierte in der Nachkriegszeit zu einem der bedeutsamsten Künstler in der Stadtgeschichte. Werner Nerlich erlebte von 1915 bis 1999 die unterschiedlichsten Zeitepochen und Gesellschaftsordnungen, die sich in seinem Wirken widerspiegeln. Darüber kommen wir am 16.04. um 18:30 Uhr ins Gespräch.
Die Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V. und der Sportverein Concordia Nowawes 06 e.V. erinnern mit euch gemeinsam am Grab von Heinz „Schupo“ Tietz. Anlass ist der 10. Todestag des Arbeitersportlers und der Babelsberger Fußballlegende.
Mittwoch, 07.02.2024, 17 Uhr Treffpunkt an der Trauerhalle Friedhof Goethestraße
Nowawes 1932/1933: eine Liebe ohne Zukunft – Erika Lövin und Walter Junker, Mi 22.04., 18 Uhr Kulturhaus Babelsberg
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