Im Dezember 2024 jährt sich zum 100. Mal die Verleihung des Stadtrechts für Nowawes, dem heutigen Babelsberg. Am 13.12.1924 erhielt die Landgemeinde Nowawes durch das preußische Staatsministerium die Annahme der Städteordnung, welche einen Monat später mit der Veröffentlichung im Amtsblatt des Regierungsbezirkes Potsdam rechtskräftig wurde. Auf dieses Ereignis wollen wir nicht nur filmisch und historisch zurückblicken, sondern auch darauf mit Getränken im Ratssaal des ehemaligen Rathauses anstoßen.
Eine Veranstaltung der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V. und des Förderkreis Böhmisches Dorf Nowawes und Neuendorf e.V., in Kooperation mit dem AWO Kulturhaus Babelsberg.
Programm:
Dokumentarfilm „Geschichten aus dem Roten Nowawes“ der Produktionsgruppe „forum“ aus den DEFA-Dok-Film-Studios (Buch und Regie: G. Jentsch, 1985), 30 Minuten
Kurze Einordnung der Geschichte der Colonie Nowawes durch den Förderkreis Böhmisches Dorf Nowawes und Neuendorf e.V.
Kurze Einordnung zur Stadtwerdung von Nowawes durch die Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V.
Die Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V. hat dem Projekt „Potsdamer Frauen im Widerstand – eine Lichtinstallation“ von Stefanie Schuster und Jeanette Toussaint Informationen zu Frauen der Nowaweser/Babelsberger ArbeiterInnenbewegung zugearbeitet und Interviews zu ihren Lebensschicksalen gegeben. Vom 4.11. bis 8.12. ist die Lichtinstallation an der Außenwand der ehemaligen Gaststätte „Klosterkeller“ in der Potsdamer Friedrich-Ebert-Str. 94 zu erleben.
Vom 2. bis 8.12. wird die Nowaweser Kommunistin Elfriede Schneemann stellvertretend für die Frauen aus dem Roten Nowawes gewürdigt.
Hier eine Übersicht üder die von uns recherchierten Nowaweser/Babelsberger Frauen im ArbeiterInnenwiderstand 1933 – 1945. Für Hinweise an unsere E-Mail-Adresse zu den Genannten und weiteren Unbekanten sind wir dankbar.
Arbeiterin , KPD, versteckte nach 1933 die Fahne des ehemaligen Roten Frontkämferbundes, sammelte Geld für inhaftierte Antifaschisten, half zusammen mit ihrem Mann Alfred Lehnert sowjetischen Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen, brachte einige von ihnen im Frühjahr illegal in ihrer Laube unter, beseitigte zusammen mit sowjetischen Zwangsarbeitern im April 1945 Barrieren am Bahnhof Drewitz, um den Einmarsch der Roten Armeee zu erleichtern
Erika Lövin „Putti“ (22.1.1911 Berlin – 4.9.2015 Göteborg)
(Bild Sammlung Uwe Klett)
Jungkommunistin, schrieb und verteilte illegale KPD-Flugschriften, Emigration in die CSR, später nach Schweden
Angestellte, KPD, rettet als Mitarbeiterin des Standesamtes Babelsberg durch Urkundenfälschung das Leben ein Kindes einer sowjetischen Zwangsarbeiterin
Köchin, KPD, Mutter des ermordeten Antifaschisten Albert Klink, in ihrer Wohnung in der Ludwigstr. (heute Spindelstr.) fanden geheime Treffen eines kommunistischen Widerstandskreises statt, sie fungierte als Verteilstelle für illegale kommunistische Flugschriften
KPD, legte Blumen trotz Verbotes auf das Grab des von den Faschisten ermordeten Walter Klausch nieder, unterstütze untergetauchte Widerständler
Anna Siegeris, geb. Dürre (14.12.1891 Nowawes – 5.1.1969 Potasdam-Babelsberg)
Fabrikarbeiterin, KPD, im antifaschistischen Widerstand, Verhaftung und Gefängnis
Frieda „Friedel“ Springer, geb. Thomas (15.4.1894 Nowawes – 22.5.1979 Berlin-Buch)
SPD, Frau des Vorsitzenden des Nowaweser Arbeiterkultur- und Sportkartells, Fritz Springer, versteckte Waffen vor dem Zugriff der Gestapo und schützte so ihren Mann
photographische Gehilfin, Schwester des von den Faschisten ermordeten Walter Klausch, Vertrieb illegaler kommunistischer Flugschriften, illegale Kurierdienste zwischen Nowawes und Berlin
Am 09.11.2024 um 15:00 Uhr lädt die Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V. im Rahmen der Themenwoche „Jüdisches Kaleidoskop Brandenburg 2024“ zu einem Stadtspaziergang „Auf den Spuren jüdischer Ärztinnen und Ärzte in Nowawes/Babelsberg“ ein.
Treffpunkt: Foyer des AWO Kulturhauses, Karl-Liebknecht-Str. 135.
Anmeldung über das AWO Kulturhaus Babelsberg
Nowawes war mit seinen jüdischen Kommunalärzten nach dem 1. Weltkrieg auch ein Vorbild für viele Berliner Arbeiterbezirke. Die Hälfte der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in der Arbeiterstadt Nowawes waren jüdischer Herkunft. Nach 1933 wurden sie verfolgt, emigrierten oder starben im KZ. Eine Spurensuche…
Curt Bejach, Stadtarzt von Nowawes, Foto: Yad _Vashem
Die Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes nutzt gerne die Möglichkeit, mit Infoständen bei Stadtteilfesten aktiv und präsent zu sein. Dies ist für uns eine gute Möglichkeit, um die Verankerung im Stadtteil fortzuführen und vor allem in den Austausch mit interessierten Menschen zu gehen. Wir können dabei über unsere Arbeit und die Lokalgeschichte aufklären und profitieren von dem Wissen und den Kontakten der Besucher*innen. Nicht selten bekommen wir Fundstücke und anderes interessantes Material überreicht. Eine dieser Möglichkeiten war das traditionelle Antirassistische Stadionfest „Der Ball Ist Bunt“, dass seit mehr als 20 Jahren eine feste Institution unter den Stadtteilfesten ist. Mit dem Fest und Turnier wollen vor allem Anhänger:innen aus der Babelsberger Fanszene ein starkes Zeichen gegen Ausgrenzung, Abwertung sowie Menschenfeindlichkeit und für Gemeinschaft, Solidarität und ein friedvolles Miteinander setzen. Beim „Der Ball ist Bunt“ präsentiert unter anderem Christian Raschke von der Geschichtswerkstatt nicht nur ein altes Trikot von Concordia Nowawes, sondern auch alte Teambilder.
Nur eine Handvoll Frauen wagten es, sich in der Weimarer Zeit in die Kommunalpolitik einzumischen. Neben Anna Müller und Anna Kamin waren dies insbesondere Gertrud, Elsa und Anni Künzelmann, die ihren Ehemännern gleich, aber mit „Kind und Kegel“ doppelt gefordert, als junge Sozialdemokratinnen ihre wenige Freizeit für eine besondere Sozialpolitik in Nowawes und der Arbeit mit Kindern widmeten. Über diese jungen Frauen berichtet am Donnerstag, den 12.9.2024 um 18.00 Uhr im AWO-Kulturhaus (altes Rathaus von Nowawes/Babelsberg), Karl-Liebknecht-Str. 135 Uwe Klett von der Geschichswerkstatt Rotes Nowawes e.V.
Die Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V. lädt am 20.07.2024 per Fahrrad zu einer Spurensuche des Arbeiterwiderstandes in Potsdam-Babelsberg im Umfeld von Claus Schenk Graf von Stauffenberg und Henning von Tresckow ein. Treffpunkt: S-Bahnhof Griebnitzsee, Seeseite, 15.00 Uhr. Ziel: S-Bahnhof Babelsberg.
Hermann Maaß (1897 – 1944) Foto: Gedenkstätte Deutscher Widerstand
Zum 3. Mal findet am Samstag, den 27.07.2024, ab 14 Uhr das Stadtteilfest BABELSBERGER KIEZTREIBEN statt – dieses Mal auf dem wunderschönen Neuendorfer Anger. Das AWO Kulturhaus Babelsberg ist einer der Kooperationspartner, die finanzielle Förderung ist durch die LH Potsdam und die ProPotsdam gegeben. Auch die Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V. ist mit dabei, wieder mit Kulturprogramm in Form einer geführten Radtour durch den Babelsberger Südkiez, als auch mit einem Infostand. Vor Ort gibt es weitere viele interessante Informationsstände und natürlich wird mit Snacks und Getränken auch für das leibliche Wohl gesorgt.
Am Samstag, den 13.07.24, gibt es ab 16 Uhr ein Concordia-Sommerfest auf der Sandscholle in Babelsberg. Neben Verpflegung, Infoständen, Kinderspaß gibt es auch einen Infostand der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V. mit historischen Fotos, unter anderem von Concordia. Der Klassiker wird allerdings ein OLD-STAR-GAME sein, bei dem verdienstvolle Personen Fußball spielen.
Im Rahmen der „Böhmischen Tage“ in Babelsberg wurde in Kooperation mit dem AWO Kulturhaus Babelsberg durch die Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V. am Freitag, den 07.06., die Gedenktafel für die im Jahre 1933 verfolgten, entrechteten und verfemten KommunalpolitikerInnen der damaligen selbstständigen Stadt Nowawes eingeweiht. Die Gedenktafel wurde im Obergeschoss des Kulturhauses, vor dem ehemaligen Ratssaal, angebracht. Beim Akt der Einweihung waren neben zahlreichen Gästen und führenden PolitikerInnen aus Potsdam auch Nachfahren der aus dem Amt vertriebenen Stadtverordneten anwesend. Das regionale Fernsehen RBB und die lokale Presse berichteten.
Zu Beginn der “Böhmischen Tage“ in Babelsberg lädt die Geschichtswerkstatt am Freitag, dem 7.6. um 18.00 Uhr zur Einweihung der Gedenktafel, im Jahre 1933 verfolgter, entrechteter und verfemter KommunalpolitikerInnen der damaligen selbstständigen Stadt Nowawes (heute Potsdam-Babelsberg) ins Obergeschoss des historischen Rathauses Nowawes (heute AWO-Kulturhaus Babelsberg) in der Karl-Liebknecht-Straße 135 ein.
Die Tafel erinnert an all jene KommunalpolitikerInnen von Nowawes, die im Frühjahr 1933 von den Nationalsozialisten und ihren schwarz-weiß-roten Helfershelfern aus den Ämtern vertrieben wurden und jene, die sich trotz schon weitestgehend unfreier Wahlen im März 1933 mit aufrechtem Gang der Nowaweser Wahlbevölkerung stellten und die, obwohl gewählt, ihre kommunalpolitischen Mandate aberkannt wurden bzw. nach dem Verbot der Arbeitsparteien ihr Mandat nicht weiter ausüben konnten.
Nach Worten des Vorstandes des AWO-Bezirksverbandes Potsdam e.V. und der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V. werden Nachkommen der mit der Tafel Gewürdigten diese enthüllen.
Wir bedanken uns an dieser Stelle bei der Unteren Denkmalschutzbehörde der Landeshauptstadt, beim Brandenburgischen Landeshauptarchiv, beim Potsdam-Museum, bei der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und beim Stadtarchiv Potsdam für die Unterstützung und bei den Fraktionen der SPD, der LINKEN, der aNDEREN und Potsdam.sozial.gerecht dafür, dass sie durch einen gemeinsamen Antrag den Weg bereitet haben, dass nach 91 Jahren am authentischen Ort am Eingang zum Saal der Stadtverordnetenversammlung Nowawes an diese mutigen KommunalpolitikerInnen erinnert werden kann.
Geschichtswerkstatt „ Rotes Nowawes“ e.V.
Eine Kooperation mit dem AWO Kulturhaus Babelsberg
Zur weiteren Erforschung der Lebenswege der Genannten bitten wir um Mithilfe, insbesondere zu
Ewald Messerschmidt
Georg Bombe
Anna Kamin
Wilhelm Killmey
Ernst Lüdicke
Ferdinand Pannicke
Paul Paulick
Paul Schultz
Hans Woike
Toleranzfest auf der Sandscholle am Samstag, 13. Juni 2026, ab 15 Uhr
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