Ehrung für Olga Bathe – Kampf gegen Hunger und Elend in Nowawes

Notstandsküche der AWO Nowawes in der Priesterstr. 60 (heute Karl-Liebknecht-Str. 113), rechts stehend: die Leiterin Olga Bathe (Q: privat, Geschichstwerkstatt Rotes Nowawes e.V.)

Auf Initiative der Geschichtswerkstatt mit Unterstützung des AWO Bezirksverbandes und des autonomen Frauenzentrums Potsdam beschloss die Stadtverordnetenversammlung, einen bisher namenlosen Platz am Rande des alten Nowawes am Eingang zum Park Babelsberg nach Olga Bathe zu benennen. Geboren 1880 in Strausberg in einer sozialdemokratischen Familie, aufgewachsen in Nowawes wurde sie 1923 Mitbegründerin des Ortsausschusses der Arbeiterwohlfahrt in Nowawes. Ab 1930 leitete sie die Nowaweser AWO ehrenamtlich selbst. Sie organisierte mit ihren MitstreiterInnen selbstlos Ferienspiele für arme Kinder, Weihnachtsferiern für vereinsamte ArbeiterInnen, Kinderausflüge, Nähkurse für arbeitslose Mädchen und leitete die Notstandsküche der Stadt Nowawees in den Jahren der Weltwirtschaftskrise. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten verweigerte sich Olga und ihr Mann Richard den neuen brauenen Machthabern, zogen nach Alt Langerwisch und übernahmen den dortigen Konsum. Nach der Befreiung durch die Rote Armee waren beide Bathes Mitbegründer der dortigen SPD. Olga starb zwei Jahre nach ihrem Mann 1948 in Potsdam.

Am Freitag, den 9.10. um 10.00 Uhr am Olga-Bathe-Platz (Mühlenstraße Ecke Neue Straße) wird im Beisein von Frau Schweers, Vorstandsvorsitzende des AWO-Bezirksverbandes, Frau Meier, Sozialbeigeordnete der Landeshauptstadt und VertreterInnen der Geschichtswerkstadt ein Erinnerungsschild am Straßenschild für Olga Bathe eingeweiht.