Vereine sorgen für gesellschaftlichen Zusammenhalt, prägen in ihrer Vielfalt das Gesicht einer Stadt. Vereine integrieren, sind ein Mittel gegen Einsamkeit und Anonymität. Sie fördern das Miteinander, das Wir. Um der Bedeutung von Vereinen auch in Potsdam gerecht zu werden, stellen die Potsdamer Neuesten Nachrichten (PNN) die Aktiven in der Serie „Vereinsmeierei“ vor. Mit dabei ist die Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V., die Fragen beantwortete Christian Raschke aus dem Vereinsvorstand.
Kurz vor den Sommerferien fand im Schulzentrum am Stern eine Projektwoche statt. Eines der Projekte des 6. Jahrgangs war, sich mit dem großen Themenkomplex „Erinnerungskultur“ auseinanderzusetzen. Die Lehrerinnen und Leiterinnen dieser Projektwoche entschieden sich dafür, den Schulkindern das Thema Verfolgung im Nationalsozialismus mittels eines biografischen Ansatzes, in Verbindung mit Lokalgeschichte, näher zu bringen.
Wir wurden als Geschichtswerkstatt eingeladen, die Gruppe an ihrem ersten Projekttag zu begleiten und etwas über Stolpersteine zu erzählen: was der Hintergrund dieses Erinnerungs- und Kunstprojektes ist, an wen die Steine erinnern und wie wir uns als Geschichtswerkstatt als eine von vielen Initiativen an dem Projekt beteiligen. Die Kinder brachten unterschiedliches Vorwissen über den deutschen Faschismus mit und auch wenn einige eher zurückhaltend waren, kamen von vielen sehr interessierte Fragen, vor allem die Verfolgung betreffend.
Falls Sie an einer Schule arbeiten und das Thema Stolpersteine mit Ihrer Klasse thematisieren wollen, oder sich mit Ihren Schüler:innen sogar direkt am Projekt beteiligen und ggf. eine neue Stolpersteinverlegung initiieren wollen, können Sie uns gerne kontaktieren. Wir können ggf. im Unterricht darüber berichten, bei der Recherche und Umsetzung unterstützen oder auch Stolpersteinführungen in Babelsberg (Nowawes) für Ihre Klasse anbieten.
Wir wünschen allen Schulkindern und dem Kollegium einen guten Start ins neue Schuljahr!
Rad-Tour quer durch Potsdam von Golm nach Babelsberg, organisiert von der Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg in Kooperation mit der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V.
14.09.2025, 11:00 bis 15:00 Uhr, Start in Golm
Eine Rad-Tour quer durch Potsdam von Golm nach Babelsberg auf den Spuren von Karl Liebknecht Antimilitarist und Friedenskämpfer, SPD-Reichstagsabgeordneter im „Kaiserwahlkreis“, Mitbegründer der KPD, ermordet 1919
Wir besuchen historische Orte seines Wirkens, lernen deren geschichtlichen Bezug zur Arbeiterbewegung kennen und erinnern an Liebknechts Kampf gegen Krieg und Militarismus. Die Fahrradfahrt soll die Tradition der ‘Friedensfahrt’ in das Bewusstsein zurückholen, vor 1990 eines der bedeutendsten Radrennen der Amateure, sportliches Ereignis und Demonstration für Weltfrieden und Völkerverständigung.
Mit Beiträgen u.a. von Hella Hesselmann (DGB), Jeanette Toussaint (Ethnologin und Kennerin der Frauen- und Geschlechtergeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts), einer Vertreterin der Kampagne gegen die Wehrpflicht sowie der AWO.
Etappenziele
11 Uhr Start in Golm Startschuss durch Isabell Vandre, MdB Gedenkstein Karl-Liebknecht-Str./Reiherbergstr. 1910 Karl Liebknecht zu den LandarbeiterInnen von Golm und Eiche
12 Uhr Brandenburger Vorstand Zeppelinstr. 37 sozialdemokratisches Versammlungslokal „Viktoriagarten“, später Kino Charlott
12:40 Uhr Potsdam Mitte Hegelallee 38 Gewerkschaftshaus und Wahlkreislokal von Karl Liebknecht und der Potsdamer SPD
13:40 Uhr Babelsberg „Karli“, Karl-Liebknecht-Str. 90 1949 Sportplatz benannt nach Karl Liebknecht, 2025 Gedenkstein für Karl Liebknecht
14:10 Uhr Babelsberg Karl-Liebknecht-Str. 36 1910 Karl Liebknecht in der Arbeiterversammlungsstätte „Singers Volksgarten“
14:30 Uhr Endstation in Babelsberg Karl-Liebknecht-Str. 135 „Rotes Rathaus“ von Nowawes/Babelsberg (jetzt AWO-Kulturhaus) 1918/1919 Sitz des Arbeiter- und Soldatenrates von Nowawes
Wir laden herzlich ein mitzuradeln oder einzelne Etappenziele zu besuchen. Unsere Friedenstour ist kein Radrennen, sondern eine Tour.
Am 11.5.2025 konnten wir als Geschichtswerkstatt im Beisein vieler Bürgerinnen und Bürger Stolpersteine in der Reuterstraße 16 für Carl, Hilde, Ilse, Grete, Walter und Ernst Landauer; in der Spindelstraße 7 für Albert Klink und in der Karl-Liebknecht-Str. 119 für Chaim und Julie Mamber verlegen.
An dieser Stelle möchten wir uns bei den zahlreichen Spendern bedanken, die da wären: Manja Schüle, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur; die Aktionsgemeinschaft Babelsberg; SPD-Ortsverband Babelsberg; Ortverband der LINKEN Babelsberg; Frank Reich, SPD-Stadtverordneter, Maxi Annabel Hoops, SPD-Stadtverordnete und Babette Reimers. Auch Tobias Büloff von der Landeshauptstadt Potsdam gilt unser Dank!
Beim 4. Babelsberger Kieztreiben, welches am Samstag, den 26.07.25 ab 14 Uhr am Heidehaus stattfindet, ist die Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V. wieder einer der Kooperationspartner. So bieten wir beim Stadtteilfest neben einer Führung um 14:30 Uhr auch einen Info-Stand an. Es wird zudem viele andere Informationsstände sowie natürlich Verpflegung und viel Spaß geben.
Wir sind in diesem Sommer wieder mit einigen Infoständen bei Stadtteilfesten präsent. Hier könnt ihr uns und unsere Arbeit als Geschichtswerkstatt kennenlernen.
Vom 23. Mai bis zum 25. Mai finden in Babelsberg wieder die Böhmische Tage statt. Es gibt 48 Veranstaltungen an 26 Orten, organisiert durch die Aktionsgemeinschaft Babelsberg e.V. in Beteiligung mit vielen anderen lokalen Akteuren, darunter die Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes.e.V. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.
Anbei die Veranstaltungen der Geschichtswerkstatt und das ganze Programm als PDF-Download.
Samstag, 24. Mai Historische Führung durch das Rathaus (Kulturhaus) Babelsberg im Rahmen der 20jährigen Trägerschaft des AWO Kulturhaus Babelsberg (Karl-Liebknecht-Str. 135) 16:30 und 18:00 Uhr Historische Führung durch das Haus, Treffpunkt ist an der Eingangstür des Kulturhauses Babelsberg Geschichte des Architekten Otto Kerwien und die Entwicklung des Hauses als Kulturstandort in Babelsberg. Veranstaltet durch AWO Kulturhaus und Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V.
Sonntag, 25. Mai Geführte Fahrradtour zur Munke 14:00 Uhr mit Start am Kulturhaus Babelsberg Auf zur Munke! – The Darkside of Nowawes?: Tippelbrüder, Kirschblüte, Kommis und Kunstseide für die Damen. Veranstalter: Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V.
In einer Veranstaltung, organisiert durch die Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V., Omas gegen Rechts und die Potsdamer VVN-BdA, konnte die Grünfläche an der Großbeerenstraße zur Ahornstraße in Wally-Lehnert-Platz umbenannt werden. Die Veranstaltung, die im Kontext zum 80. Jahrestag der Befreiung von Potsdam-Babelsberg vom Nationalsozialismus stand, kamen bis zu 60 Interessierte. In den Redebeiträgen ging es unter anderem um die Potsdamer Erinnerungskultur sowie der Bezug zu einer herausfordernden Zeit, Zwangsarbeitende und ihre Selbstbefreiung in den Babelsberger Rüstungsbetrieben und um Nowaweser/Babelsberger Frauen im NS-Widerstand. Neben Wally Lehnert sollen laut Beschluss der Potsdamer Stadtverordneten weitere öffentliche Plätze nach Nowaweser Frauen benannt werden, darunter Anna Müller und Olga Bathe.
Wally Lehnert, geb. Müller, wurde am 02.09.1905 in Nowawes geboren und starb am 30.12.1977 in Potsdam. Sie war einfache Arbeiterin, Mitglied der KPD, sammelte in der NS-Zeit Geld für inhaftierte Antifaschisten und half zusammen mit ihrem Mann Alfred Lehnert sowjetischen Zwangsarbeitenden und Kriegsgefangenen. Einige von ihnen brachten sie im Frühjahr 1945 in ihrer Laube in der Bahnhofstraße unter. Als Teil einer Widerstandsgruppe beseitigte sie zusammen mit sowjetischen Zwangsarbeitenden im April 1945 eine Panzersperre am Bahnhof Drewitz (heute Bahnhof Medienstadt Babelsberg) und verteilte Flugblätter in Babelsberg, um den Einmarsch der Roten Armee zu erleichtern.
Den 80. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus nehmen wir zum Anlass, um in Babelsberg zwei öffentliche Plätze nach den beiden Antifaschistinnen und Widerstandskämpferinnen Wally Lehnert und Anna Müller zu benennen. Zudem gedenken wir an den beiden Orten, weil hier lokal eine Widerstandsgruppe aus Deutschen und Zwangsarbeitenden tätig war, die Flugblätter verteilte und mit der Roten Armee zusammenarbeitete. In unmittelbarer Nähe befanden sich zudem die größten Lager von NS-Zwangsarbeitenden in Potsdam.
Am 13. Mai um 19.00 Uhr laden wir in Kooperation mit dem AWO-Kulturhaus in die Lounge, Karl-Liebknecht-Str. 135 zu einem Vortrag über den schweren Neuanfang von Babelsberg nach der Befreiung am 24.4.1945 ein . Es wird berichtet, wie Sozialdemokraten und Kommunisten der „ersten Stunde“ über alte Gräben hinweg Wege gegen Hunger, ideologischer Verblendung und Wohnungsnot beschritten. Unter Aufsicht der sowjetischen Besatzer versuchte man sich an einem neuen, von Nazis gesäuberten Schulsystem. Die wenigen Männer standen vorne, aber ohne die vielen Frauen, wäre ein Neubeginn nicht möglich gewesen.
Nowawes 1932/1933: eine Liebe ohne Zukunft – Erika Lövin und Walter Junker, Mi 22.04., 18 Uhr Kulturhaus Babelsberg
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