Die Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V. lädt alle Interessierten und Spender:innen am Freitag, den 16.06.2023, um 17 Uhr auf den Friedhof in der Großbeerenstraße ein. An diesem Tag, dem Todestag von Walter Klausch, möchten wir den Grabstein im Beisein der Familienangehörigen einweihen, der Dank der zahlreichen Spenden wieder würdig hergestellt werden konnte. Dafür bedanken wir uns herzlich.
Als in Nowawes bekannter Antifaschist und Kommunist wurde Walter Klausch Anfang Juni 1933 von der Gestapo verhaftet und in das Konzentrationslager Oranienburg verschleppt. Dort starb der erst 27 Jahre junge Walter Klausch am 16.06.1933 durch den Terror der Nationalsozialisten.
„Nur der ist tot, der vergessen wird.“ (Spruch auf dem Grabstein der Familie Klausch)
Wie aus dem Roten Nowawes ein Braunes wurde — Verfolgung, Widerstand, Duldung, Mitmachen — und letztlich brannten Bücher. Eine geführte Radtour der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V. im Rahmen der Bücherverbrennung im Juni 1933 in Nowawes. Die Radtour findet am Sonntag, den 25. Juni 2023, ab 14 Uhr statt.
Treffpunkte: 14 Uhr Hauptbahnhof Potsdam, nördlicher Ausgang, Babelsberger Straße 14:30 Uhr Rathaus Nowawes/Babelsberg (AWO Kulturhaus) Ende der Radtour ist der Bahnhof Medienstadt Babelsberg, Ort der Bücherverbrennung in Nowawes.
Babelsberg präsentiert sich 2023 mit den „Böhmischen Tagen Babelsberg“ zum siebenten Mal als kreativer Kiez mit großem Potenzial. Durch vielfältige Angebote an unterschiedlichen Orten können Bewohner:innen und Besucher:innen den Stadtteil neu entdecken und viel über die Geschichte erfahren. Wieder mit dabei – mit vielfältigen Angeboten – ist neben vielen anderen Akteuren auch die Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes. Anbei eine Übersicht über die historischen Angebote der Geschichtswerkstatt sowie über das gesamte Programm, denn von Freitag bis Sonntag gibt es mehr als 40 Veranstaltungen an mehr als 20 Orten bei freiem Eintritt.
Freitag, 9. Juni 2023
17:00 Uhr:Eröffnung der „Böhmischen Tage Babelsberg“ und der Ausstellung „Mit Volldampf ins Industriezeitalter“ – Geschichte des Lokomotivbaus in Neuendorf / Nowawes / Babelsberg (1899-1976)
18:00 Uhr: Führung durch das ehemalige Rathaus Babelsberg und die Ausstellung „Mit Volldampf ins Industriezeitalter“ – Geschichte des Lokomotivbaus in Neuendorf / Nowawes / Babelsberg (1899-1976)
Am heutigen Geburtstag von Walter Klausch und im Jahr der 90. Wiederkehr der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland möchten wir als Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e. V. in Absprache mit der Friedhofsverwaltung der Landeshauptstadt Potsdam und den Nachkommen von Walter Klausch den Grabstein auf dem Friedhof in der Großbeerenstraße durch eine Fachfirma erneuern lassen.Mit diesem Spendenaufruf wenden wir uns an die Öffentlichkeit mit der Bitte um Beteiligung an der Spendenaktion. Alle notwendigen Informationen gibt es im beigefügten Schreiben.
u.a. mit einer Radtour unter Anleitung der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes
So 25. Juni ab 14:00 Uhr Wie aus dem Roten Nowawes ein Braunes wurde — Verfolgung, Widerstand, Duldung, Mit machen — und letztlich brannten Bücher.
Treffpunkte: 14 Uhr Hauptbahnhof Potsdam, nördlicher Ausgang, Babelsberger Straße 14.30 Uhr Rathaus Nowawes/Babelsberg (AWO Kulturhaus) Ende der Radtour ist am Ort der Bücherverbrennung in Nowawes 1933. Veranstalter: Geschichtswerkstatt „Rotes Nowawes“
Heute Nachmittag waren wir als Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e. V. an mehreren Orten in Babelsberg und haben uns am Projekt „Tat-Orte markieren – Menschen (ge)denken“ beteiligt. Maßgeblich organisiert wurde das Projekt vom Landesjugendring Brandenburg e.V., Museumsverband des Landes Brandenburg e.V. und Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. Wir waren am Uni-Campus Griebnitzsee, am Sportplatz Sandscholle, an der Grünstraße sowie am Konsumhof.
Der Förderkreis Böhmisches Dorf Nowawes und Neuendorf e. V. und die Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e. V. beteiligen sich in diesem Jahr an der Initiative „Tat-Orte markieren- Menschen (ge)denken“. Das vom Landesjugendring Brandenburg e. V. in Kooperation mit der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten sowie dem Museumsverband Brandenburg initiierte Projekt soll vor allem jungen Menschen die Möglichkeit geben, die Geschichte des Nationalsozialismus lokal zu erforschen. Dies geschieht im zeitlichen Kontext des 78. Jahrestages der Befreiung der Konzentrationslager im April 1945 und des Kriegsendes im Mai 1945.
Die Tatorte der nationalsozialistischen Verbrechen befanden sich überall. Einige Orte sind im Laufe der Zeit durch lokale Geschichtsinitiativen sichtbar geworden. Andere Orte sind bis heute wenig oder gar nicht erforscht. Mit Absperrband sollen lokale Orte der nationalsozialistischen Verbrechen der Umgebung markiert werden.
Babelsberg war als industriell geprägter Ort ein wesentlicher Bestandteil der nationalsozialistischen Rüstungsindustrie. Tausende verschleppte Arbeiter:innen aus vielen europäischen Ländern mussten unter unmenschlichen Bedingungen für die deutsche Industrie, aber auch für die Landwirtschaft und die Dienstleistungsbranche, Zwangsarbeit leisten. Exemplarisch wollen wir am heutigen Nachmittag sechs Orte der vielen Babelsberger Orte der NS-Zwangsarbeit mit Absperrband der Öffentlichkeit aufzeigen.
Turnstraße 18 in 14482 Potsdam-Babelsberg: Firma Aude & Reipert Mechaoptik-Gesellschaft, hier sollen rund 10 ukrainische Ostarbeiter:innen beschäftigt und untergebracht worden sein.
Alt Nowawes 44 in 14482 Potsdam-Babelsberg: Kleines Lager für ARADO-Flugzeugwerke GmbH
Sportplatz An der Sandscholle, Ecke Am Sportplatz/Rosenstraße in 14482 Potsdam-Babelsberg: Universum-Film AG, 5 Baracken auf dem Sportplatz
Brache an der Ecke Konsumhof/Fitz-Zubeil-Str. in 14482 Potsdam-Babelsberg: Firma Frieseke & Höpfner, Häftlingsküche, abgerissene Baracke
Grünstraße 25-29 in 14482 Potsdam-Babelsberg: Lager der Maschinenbau und Bahnbedarf AG mit mehr als 500 Plätzen
Prof. Dr. Helmert-Straße/Bahnhof Griebnitzsee (Uni-Campus) in 14482 Potsdam-Babelsberg: Deutsches Rotes Kreuz mit einem Außenkommando des KZ Sachsenhausen mit Baracken für 100 Personen
Alle exemplarischen Orte befanden sich mitten im Wohngebiet oder an gut frequentierten Orten. Sie zeigen somit, dass die Ausbeutung und Entrechtung von Menschen in direkter Nachbarschaft stattgefunden haben.
Einige Orte, wie das Außenkommando des KZ Sachsenhausen am Uni-Campus Griebnitzsee, sollen perspektivisch als neue Gedenkorte fungieren. Andere authentische Orte, wie die abgerissene Baracke an der Ecke Konsumhof/Fritz-Zubeil-Straße sind trotz Hinweise der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e. V. vernichtet worden, eine genaue Prüfung durch das Landesdenkmalamt konnte nicht mehr erfolgen. Heute befindet sich dort eine Brache, ohne dass nach dem Abriss weitere Bautätigkeiten stattfanden.
An der Grünstraße soll perspektivisch ein Hinweisschild bzw. eine Stele aufgestellt werden.
Der Umgang mit diesen Orten ist also höchst unterschiedlich und hängt vor allem mit lokalen Initiativen zusammen. Auch wenn es seitens der Landeshauptstadt Potsdam einen Beschluss (06/SVV/0545) durch die Stadtverordnetenversammlung aus dem Jahr 2006 gab, so obliegt der Anstoß von Gedenk- und Erinnerungsorten häufig den lokalen Initiativen und der Zivilgesellschaft.
Der 24.04.1945 ist der Tag der Befreiung Babelsbergs vom Nationalsozialismus. Anlässlich dieses Tages findet ein Vortrag der Geschichtswerkstatt „Rotes Nowawes“ statt: „Wie ein 11-Jähriger in Babelsberg das Jahr 1945 erlebte“ Dr. Klaus Arlt, großgeworden in der Pestalozzistraße, schildert aus eigenem Erleben das Jahr 1945 in Babelsberg.
Montag, 24. April, 18 Uhr, Lounge im AWO Kulturhaus Babelsberg, Eintritt frei
Mit einem Schreiben des Amtsgericht Potsdams vom 14.03.2023 ist die Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes nun ein eingetragener Verein und am 13.03.2023 in das Vereinsregister eingetragen worden. Die Vereinsgründung erfolgte am 21.10.2022 im Babelsberger Heidehaus. Mit der Vereinsgründung als eingetragener Verein und einer potentiellen Gemeinnützigkeit soll die Arbeit der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes auf ein sicheres finanzielles und juristisches Fundament gestellt werden.
Screenshot vom Registerportal mit der Eintragung der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes
Am 19. März gibt es einen Vortrag zum Thema „Der Widerstand gegen die faschistische Diktatur im Frühjahr 1933 – am Beispiel von Hennigsdorf und Nowawes (Babelsberg)“ mit Dr. Günter Wehner, Uwe Klett und Christian Raschke. Moderiert und organisiert wird die Veranstaltung von Cathleen Bürgelt aus der Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg in Kooperation mit der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes und VVN-BdA Potsdam. Ort der Veranstaltung ist die Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg in der Dortustr. 53 in 14467 Potsdam. Der Beginn ist um 17 Uhr, die Veranstaltung ist kostenfrei. Der Widerstand gegen die faschistische Diktatur im Frühjahr 1933 – am Beispiel von Hennigsdorf und Nowawes (Babelsberg) in Kooperation mit der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes und VVN-BdA Potsdam
Vorträge von Dr. Günter Wehner (Historiker) Dr. Uwe Klett (Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes) und Christian Raschke (VVN-BdA Potsdam)
Moderation: Cathleen Bürgelt (RLS Brandenburg)
Dr. Günter Wehner, Jg. 1932, war ab 1964 als Lehrer in Hennigsdorf tätig und begann dort seine Beschäftigung mit den Widerstandskämpfer*innen gegen die Nazi-Diktatur. 1978 promovierte er zur „Geschichte der Arbeiterbewegung in Hennigsdorf von 1933 bis 1945 unter besonderer Berücksichtigung des Kampfes der KPD gegen Faschismus und Krieg im Ort und dessen Großbetrieben“. Er hat an dem zwölfbändigen biografischen Lexikon „Widerstand in Berlin gegen das NS-Regime 1933 bis 1945“ mitgearbeitet, veröffentlicht regelmäßig Beiträge in „Beiträge zur Geschichte der Arbeiterbewegung“ und „antifa. Magazin für antifaschistische Politik und Kultur“ und forscht gegenwärtig zur Geschichte der Roten Hilfe.
Christian Raschke, Jg 1981, und Dr. Uwe Klett, Jg. 1959, sind Mitglieder in der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes. Die Geschichtswerkstatt hat das Ziel, vor allem die Geschichte des Arbeitermilieus und ihrer politischen Akteure in Nowawes (heute Potsdam-Babelsberg) zu erforschen und durch Vorträge, Führungen und Veröffentlichungen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dabei ist der Arbeiterwiderstand ein wichtiges Element der Forschungs- und Öffentlichkeitsarbeit.
Toleranzfest auf der Sandscholle am Samstag, 13. Juni 2026, ab 15 Uhr
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