Die Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes, das Filmstadtinferno 99 und die VVN-BdA Potsdam rufen dazu auf, am Todestag von Herbert Ritter, den 12. November, Blumen und Kerzen sowohl an der Gedenktafel, als auch an seinem Grab auf dem Friedhof in der Großbeerenstraße niederzulegen.
Am gestrigen Freitag, den 21.10.2022, wurde im Rahmen einer Gründungsversammlung im Heidehaus in Potsdam-Babelsberg der Beschluss gefasst, die Geschichtswerkstatt als einen eingetragenen Verein (e.V.) zu gründen. Aus einer losen Gruppe von ein paar Personen entstand über die Jahre ein fester Kreis mit vielen Interessierten und Förderern und eine Fülle an Aktivitäten zur Lokalgeschichte. Mit der Vereinsgründung als eingetragener Verein und einer potentiellen Gemeinnützigkeit wollen wir die Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes auf ein sicheres finanzielles und juristisches Fundament stellen und unsere zukünftige ehrenamtliche Arbeit stärken.
Die Aufgaben und Arbeitsfelder finden sich auch in der verabschiedeten Satzung der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes wieder: „Zweck des Vereins ist es, die historischen, kulturellen, politischen, sozialen und wirtschaftlichen Aspekte sowie allgemein die Geschichte des ehemaligen Ortes Nowawes zu erforschen, Ergebnisse zu veröffentlichen und Spuren zu bewahren. Der Satzungszweck wird verwirklicht insbesondere durch: Durchführung von Veranstaltungen, Stadtrundgängen, Fahrradtouren, Ausstellungen, Publikationen, Archivarbeit, Forschung zur Heimatgeschichte sowie die Kooperation mit lokalen und regionalen Institutionen der Bildung und Vereinen mit ähnlichen Schwerpunkten zu oben genannten Themen. Wir bemühen uns, historische Dokumente, Bauten und Gegenstände zu ergründen, zu pflegen und zu sichern.“
Die Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes wird auf dem Kinderfest der Linken am 17.09.2022 auf dem Weberplatz vertreten sein. Geplant ist neben einem Stand auch ein Quiz für Kinder und Führungen. Das Kinderfest findet am Sonnabend von 14 bis 18 Uhr mitten im Babelsberger Kiez statt.
Im Rahmen der Erinnerungspolitischen Thementage, organisiert vom INWOLE e.V. in Kooperation mit der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes sowie der Initiative Erinnerungsorte Brandenburg, gibt es am Samstag, den 24. September, eine Bus-Exkursion in das Rote Luckenwalde. Unter anderem gibt es eine Stadtführung durch das Rote Luckenwalde mit dem Fokus auf die Arbeiter:innenbewegung und eine Besichtigung der Mendelsohnhalle (Hutfabrik) aus den 1920er Jahren.
Am Tag des offenen Denkmals bietet die Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes in Kooperation mit dem AWO Kulturhaus Babelsberg um 11 Uhr und um 13 Uhr wieder Führungen zur Geschichte des Rathaus Babelsberg an. Die beiden Führungen, die am Sonntag, den 11.09.2022, beginnen am Haupteingang des heutigen Kulturhauses.
In der ca. 1 1/2 stündigen Führung erhalten die Interessierten einen Einblick in die verschiedenen Räumlichkeiten des Hauses. Es werden die prägendsten Ereignisse, insbesondere die kulturellen Spuren anhand der Chronik wiedergegeben. Verschiedene Anekdoten, und eine mobile Ausstellung über den Architekten und Fotos aus den letzten Jahrzehnten veranschaulichen die lebhafte Geschichte des Hauses. Die Führungen sind kostenfrei.
Anmeldung bis 8. September 2022 erforderlich unter +49 331 70 49 264, maximal 10 Personen pro Führung
Zum ersten Mal findet am Samstag, den 3. September, am Nachmittag auf dem Babelsberger Peter-Weiss-Platz ein Stadtteilfest statt, welches von verschiedenen Potsdamer Akteuren und Nachbarschaftshäusern organisiert wird. Neben Konzerten, verschiedenen Ständen, Essen und Trinken sowie einem Flohmarkt wird auch die Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes mit zwei Stadtteilführungen um 16 Uhr und 18 Uhr sowie einem Infostand präsent sein. Die beiden lokalhistorischen Führungen beschäftigen sich mit der Umgebung.
Im Rahmen der erinnerungspolitischen Thementage Potsdam, organisiert vom Inwole e.V. und in Kooperation mit anderen Beteiligten wie der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes, findet am Freitag, den 12.08.2022, eine Führung über den Uni-Campus Griebnitzsee mit historischer Einordnung des Ortes statt. Die Führung, an der Markus Wicke vom Förderverein des Potsdam Museums und Almuth Püschel, Historikerin und Mitglied der Geschichtswerkstatt, teilnehmen werden, beginnt um 17 Uhr vor dem Haus 2 in der Prof. Dr.-Helmert-Str. am S-Bahnhof Griebnitzsee. Anschließend wird es eine Diskussion im Projekthaus Potsdam in der Rudolf-Breitscheid-Str. 164 geben. Die Veranstaltung ist kostenfrei.
Auch Hermann Maaß hat durch unsere Initiative und in Durchführung mit der Landeshauptstadt Potsdam ein Zusatzschild mit biographischen Kurzinformationen bekommen. Darüber berichtete auch die lokale Tageszeitung Potsdamer Neuste Nachrichten in ihrer Ausgabe vom 21.07.2022. Für die öffentliche Bekanntmachung des Zusatzschildes wurde der 20. Juli ausgewählt, Jahrestag des Attentates auf Adolf Hitler. Hermann Maaß, Sozialdemokrat und Widerstandskämpfer, gehörte zum Kreis der Widerstandskämpfer um Stauffenberg und wurde am 20. Oktober 1944 hingerichtet. Er wohnte in der heutigen Hermann-Maaß-Straße 37.
Anlässlich des Weltfriedenstages laden Babelsberg 03, die Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes und die Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg zur Vorführung des Defa-Klassikers „So lange Leben in mir ist“ (Regie: Günter Reisch, 113 Min, DEFA 1965) am 01. September in das „Karli“ ein.
Der Film zeigt Episoden aus dem Leben Karl Liebknechts in den Jahren 1914 bis 1916: Als einziger von 110 SPD-Abgeordneten stimmt er im Reichstag gegen die Kriegsanleihen, wird von seiner Parteiführung, die sich der chauvinistischen Politik der Regierung angeschlossen hat, fallen gelassen. Verleumdungen, Morddrohungen, Arbeitsverbot hindern ihn nicht, überall – bei den Arbeitern und vor allem der Jugend – gegen den Krieg aufzutreten. Während er zum Kriegsdienst gezwungen wird und seine Aufklärungsarbeit an der Front in Frankreich fortführt, ist seine Familie in Berlin Repressalien ausgesetzt. Von der Front zurückgekehrt, tritt er illegal bei einer Großkundgebung zur Vorbereitung des 1. Mai in Jena auf und am Kampftag der Arbeiterklasse selbst in Berlin. Er wird verhaftet und des Landesverrats angeklagt. Aber auch vor Gericht gibt er seine Überzeugung nicht auf und klagt die Ankläger als Feinde des Volkes an.
Vor dem Film gibt Prof. Jürgen Angelow einen Überblick über die historischen Umstände der Filmhandlung. Jürgen Angelow ist Historiker und einer seiner Forschungsschwerpunkte ist die Vorgeschichte des Ersten Weltkriegs.
Wir beginnen um 19 Uhr mit der Einführung und um ca. 19:20 Uhr mit dem Film.
Die Veranstaltung findet im VIP-Raum des Karl-Liebknecht-Stadions in Babelsberg statt.
Gestern hat sich die Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes in einer Mitteilung an die Verwaltung, lokale Politik und Presse gewandt, um zusätzlich zur Potsdamer Innenstadt auch einen Gedenkort an die Bücherverbrennung für Babelsberg zu fordern.
Im damaligen Nowawes gab es eine von der NSDAP, ihren Vorfeldorganisationen, rechtskonservativen Verbänden und führenden Kirchenvertretern am 24.06.1933 veranstaltete Sonnenwendfeier auf einer Brachfläche am Bahnhof Drewitz, östlich des Bahnübergangs am heutigen Musikerviertel. Am „Höhepunkt“ des Aufmarsches wurden dem „neuen nationalsozialistischen Geist“ widersprechende Bücher den Flammen übergeben.
Hierzu zitierten wir einen Artikel der damaligen Lokalpresse, nämlich einen Auszug aus der Potsdamer Tageszeitung vom 26.06.1933.
Heute berichtete die lokale Tageszeitung PNN in ihrer Ausgabe kurz über unsere Initiative der Erweiterung des Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung zur Einrichtung eines Gedenkortes auch in Babelsberg.
Quelle: Bücherverbrennung in Nowawes im Rahmen einer Sonnenwendfeier am 24.6.1933; In: Anzeiger für Nowawes, 26.6.1933
Nowawes 1932/1933: eine Liebe ohne Zukunft – Erika Lövin und Walter Junker, Mi 22.04., 18 Uhr Kulturhaus Babelsberg
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